[Top Ten Thursday] Bücher, die ich kaum erwarten kann

Nach langem möchte ich Euch mal wieder einen Top-Ten-Thursday-Beitrag präsentieren und Euch dabei die Bücher vorstellen, deren Release ich gar nicht mehr erwarten kann – unter anderem von Emily Bold, Nina MacKay und Ava Reed. Zur Einfachheit halber werde ich dabei Buchreihen zusammenfassen und jeden Autor nur einmal aufnehmen. Die bisherigen Top-Ten-Thursday-Beiträge findet Ihr *hier auf der Übersichtsseite*.

  1. Ulla Scheler: „tbd“Seit Ulla 2018 angedeutet hat, sie arbeite an einem nächsten Buch, warte ich sehnsüchtig auf neuen Lesestoff von ihr, da ihre beiden bisherigen Romane jeweils absolute Jahreshighlights waren. Leider steht bislang weder ein Titel, noch ein Veröffentlichungstermin – aber einen Leser werden ihre Bücher in mir immer haben.
  2. Kiera Cass: „Promised“ (07.05.2020)“Selection“ ist eine meiner absoluten Lieblingsbuchreihen und Kiera Cass hat sich damit auch zu einem literarischen Vorbild entwickelt. Ich kann daher ihr neuestes Werk kaum erwarten – und ist das Cover nicht wunderschön?
  3. Suzanne Collins: „Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange“ (19.05.2020)Ich bin mit der Panem-Trilogie mehr oder weniger aufgewachsen und sie gehört nach wie vor zu den besten Dystopien. Daher kann ich die Neuerscheinung kaum erwarten, insbesondere, da sie weitere Informationen zur Vorgeschichte bringt und daher dabei hilft, die Welt von Panem noch besser kennenzulernen.
  4. Ava Reed: „Truly“ (27.05.2020)Ich liebe Avas Jugendbücher und bin auch von ihren Fantasyromanen sehr angetan. Daher bin ich umso gespannter, wie der Ausflug in das New-Adult-Programm bei einem meiner absoluten Lieblingsverlage läuft – aus meiner Sicht kann das nur grandios werden!
  5. Halo Summer: „tbd“Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Halo eine Fortsetzung von Aschenkindel schreibt, einer meiner absoluten Lieblingsmärchenadaptionen. Auch wenn bislang, meines Wissens nach, weder Erscheinungstermin noch Titel stehen, kann ich es kaum erwarten, endlich die versprochene Fortsetzung zu lesen.
  6. Emily Bold: „Stolen – Verwoben in Liebe“ (16.07.2020)
    Von Emily habe ich schon viele Bücher gelesen, aber vor allem die Silberschwingen-Dilogie hat mich restlos überzeugt. Daher setze ich große Hoffnung in die neue Romantasy-Reihe bei Planet! Die Cover und der limitierte farbige Buchschnitt sehen jedenfalls grandios aus.
  7. Nina MacKay: „Dornröschen und der Mettsommernachts-Traum“ (Juli 2020)Die Hipster-Märchen-Reihe von Nina MacKay gehört zu dem besten, was die humorige Fantasy in Deutschland zu bieten hat. Ich kann daher den Abschlussband kaum erwarten – und es sind sogar ganz viele Mettigel auf dem Cover! Wie toll ist das denn! =)
  8. Bianca Iosivoni: „The Last Goddess 1: A Fate Darker Than Love“ (25.10.2020)Bianca und Romantasy – das passt perfekt zusammen, wie schon „Soul Mates“ gezeigt hat. Umso gespannter bin ich auf das neueste Werk, was im Oktober ebenfalls wieder bei Ravensburger erscheint.
  9. Anna Godbersen: „Die Prinzessinnen von New York – Secrets“ (30.04.2020)Und noch ein Buch aus dem LYX-Verlag. Zwar habe ich die restlichen Teile noch nicht gelesen, sie subben aber alle schon – und auch Teil vier wird allein schon wegen der brillanten Cover bei mir einziehen. So göttlich – so glamourös.
  10. Bianca Iosivoni und Laura Kneidl: „Midnight Chronicles – Schattenblick“ (26.08.2020)Da Bianca hier nicht allein schreibt, zählt das nicht als Doppelnennung :D. Und wie könnte ich das Buch auslassen – wenn sich zwei der besten Autorinnen Deutschlands zusammentun, kann nur etwas göttliches dabei herauskommen. Ein Glücksgriff für den LYX-Verlag – und garantiert auch ein Glücksgriff für die Leser.

Hier nun – soweit bekannt – die tollen Cover.

Und auf welche Bücher freut Ihr Euch noch so?

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNVERGÄNGLICH wir“ (The Curse 3)

In den letzten Tagen habe ich den finalen Band der „Curse“-Trilogie von Emily Bold gelesen. „UNVERGÄNGLICH wir“ erschien in der aktuellen Ausgabe 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger GmbH, die Erstausgabe wurde 2014 im Selfpublishing bei Books on Demand veröffentlicht. Das Buch ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen, meine Besprechung zu den Vorgängern findet ihr hier (Band 1, Band 2).

~~~ Achtung! Die nachfolgende Besprechung kann milde Spoiler zu den Vorgängerbänden enthalten ~~~

51PcUi8LD3L._SX342_BO1204203200_Sam will nur noch eines: ein normales Leben mit Payton führen. Doch das Schicksal macht ihr einmal mehr einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur, dass Sam von einer Entdeckung erschüttert wird, die alles verändert, auch ihre Liebe muss einer harten Zerreißprobe standhalten: Weder sie noch Payton schaffen es, das Geschehene hinter sich zu lassen. Bald muss sich Sam der Frage stellen, erneut in die Vergangenheit zu reisen oder diese für immer ruhen zu lassen …

Auch der dritte, finale Band der Trilogie knüpft nahtlos an die Vorgängerbände an und schreibt die Handlung fort bzw. verändert diese. Und hier wären wir direkt wieder bei dem einzigen wirklichen Problem, das ich seit dem zweiten Teil mit der Reihe habe. Das Konzept der Zeitreisen, wie es hier angelegt ist, wirft – so man denn bei Zeitreisen wirklich davon sprechen kann – logische Ungereimtheiten auf. Dabei geht Emily Bold in diesem Buch sogar noch weiter und schreibt mit ihren Figuren nicht nur die Vergangenheit instant neu, sondern lässt auch noch Figuren auf ihr vergangenes Ich treffen – ein wahres Kuddelmuddel und schwerlichst erklärbar.

Abgesehen davon gelingt es der Autorin erneut, vor dem brillanten Setting der schottischen Highlands eine durchaus spannende, wenn auch teils vorhersehbare Geschichte zu schreiben, die man direkt durch die Augen von Sam erlebt. Dabei überrascht Emily damit, in diesem Band einen stärkeren Fokus auf die Antagonisten zu legen, die dadurch komplexer, menschlicher, ja sogar teils sympathischer werden.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht lesbar und lässt das Kopfkino sofort anspringen, sodass man als Leser an das Buch gefesselt wird. Man leidet, lacht und weint mit den Protagonisten, zu denen man sofort eine Bindung aufbaut. Und ja, manchmal möchte man sie auch schütteln.

Die Buchgestaltung ist – wie gewohnt – brillant. Lektorat, Korrektorat und Satz haben sauber gearbeitet, das Cover ist sehr hochwertig geprägt, wunderschön und mit Klappen versehen. Gebetsmühlenartig wiederhole ich aber auch, dass ich mir bei einem so hochwertigen Druck farbige Coverinnenseiten gewünscht hätte. Eine Dramatis Personae, ein gälisches Wörterbuch und eine Erklärung von Runensteinen sowie ein Nachwort der Autorin zum Thema Zeitreisen und Schicksal runden das tolle Gesamtbild ab.

Mein Fazit? „UNVERGÄNGLICH wir“ ist ein ohne Zweifel spannendes, hochemotionales Finale, das den Leser auf eine Gefühlsachterbahn mitnimmt, sodass er das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Kleinere Logikfehler sind dabei zu verschmerzen und mindern das Lesevergnügen nicht – für Leser des Genres bedenkenlos zu emfephlen, und etwa ab 14 Jahren.

Insgesamt hat die Autorin eine solide Trilogie geschaffen, die brillant anfängt und nur leicht nachlässt. Sie erzählt eine fantastische Liebesgeschichte mit starken Gefühlen, tollen Bildern und interessanten Charakteren. Das dabei teils die Logik etwas herunterfällt, kann vernachlässigt werden.

 

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNENDLICH dein“ (The Curse 2)

In den letzten Tagen habe ich „UNENDLICH dein“ von Emily Bold gelesen, den zweiten, neuaufgelegten Band ihrer Trilogie „The Curse“. Das Buch wurde 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2012. „UNENDLICH dein“ ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen, die Besprechung des Vorgängerbandes kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Die nachfolgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

51eooa05M6L._SX337_BO1204203200_Nachdem Vanoras Fluch gebrochen ist, sollte das Glück von Sam und Payton eigentlich perfekt sein. Wäre da nicht die Tatsache, dass die böse Hexe Nathaira mit ihrem letzten Atemzug Payton erneut einen Fluch aufbürdet: Da seine große Liebe Sam überlebt hat, soll er nun an ihrer Stelle sterben. Sam macht sich fieberhaft auf die Suche nach einer Lösung. Diese führt sie nicht nur zurück an den Ort, an dem alles begann, sie zeigt ihr auch, dass die Liebe über die Zeiten hinweg existiert …

„UNENDLICH dein“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und setzt die Handlung fort. Dabei trifft der Leser nicht nur altbekannte und geliebte Charaktere, sondern lernt auch neue Figuren kennen. Etwas schade fand ich allenfalls, dass sich meine Hoffnung, mehr von Ashley und Sean zu erfahren, handlungsbedingt nicht erfüllte. Aber es gibt ja noch Teil drei … 🙂

Durch die ideale Erzählperspektive (Ich-Erzählung aus Sicht von Sam mit eingestreuten weiteren personalen Erzählern) erfährt der Leser die Handlung aus erster Hand, kann sich gut mit Sam identifizieren, leidet, lacht und weint mit ihr. Auch wenn ihre Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind, entwickelt sich Sam dennoch im Verlauf der Geschichte weiter.

Insgesamt ist die Handlung durchaus auch spannend, obwohl teils vorhersehbar und ja bereits bekannt. Durch die eingestreute Zeitreise und die verschiedenen Zeilinien wird sie auch komplexer. Dabei gelingt es der Autorin, die einzelnen Handlungsstränge gut miteinander zu verknüpfen, auch wenn das Umschreiben der Vergangenheit mir doch etwas unlogisch erscheint.

Brillant hingegen ist das malerische und traumhafte Setting des Schottlands der Vergangenheit. Genauso gelungen: die versteckte Hommage an „Outlander“ im Text. Insgesamt kommt der zweite Teil jedoch nicht ganz an die annähernde Perfektion des ersten Bandes heran, der daher ja auch in den erweiterten Kreis meiner Jahreshighlights 2019 aufgenommen wurde.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut auf ganzer Linie. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, zudem wird das Buch mit einem gälischen Wörterbuch und einer Dramatis Personae abgerundet. Das Cover ist wunderschön, ein wahrer Eyecatcher mit farbigen Klappen und hochwertig geprägt. Es passt sich gut in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Bei einem so wertigen Buch hätte ich mir allerdings noch farbige Coverinnenseiten gewünscht.

Mein Fazit: „UNENDLICH dein“ ist eine gelungene Fortsetzung der „The Curse“-Trilogie, die vor allem mit einem brillanten Setting punktet. Auch wenn die Handlung nicht ganz an Buch eins heranreicht, bietet sie viel Potential für den abschließenden Band der Reihe. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – in etwa ab 14 Jahren.

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNSTERBLICH mein“ (The Curse 1)

Vor kurzem habe ich „UNSTERBLICH mein“, den ersten Band der Neuauflage von Emily Bolds „The Curse“-Reihe gelesen. Das Buch ist in der vorliegenden Ausgabe 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger GmbH erschienen und mein Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!). Die Erstveröffentlichung erfolgte 2011 im Selfpublishing. Das Buch ist dem Genre Young-Adult Romantasy zuzurechnen.

51iiBRSCUmL._SX336_BO1204203200_Um ihre Geografie-Kenntnisse aufzubessern, verbringt Samantha ihre Ferien in Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Genau wie von dem geheimnisvollen Payton, der ein düsteres Geheimnis zu verbergen scheint. Payton ist über zweihundert Jahre alt, für immer gefangen im Körper eines Neunzehnjährigen und dazu verflucht, keine Emotionen zu empfinden – bis er Sam begegnet, die ihn endlich wieder etwas fühlen lässt. Doch mit jedem Schritt in Paytons Richtung rückt Sam einer grausamen Wahrheit näher, die in den Wirren der Zeit versteckt ist.

„UNSTERBLICH mein“ ist ein überaus gelungener Auftakt in die Geschichte um Sam und Payton. Eingebettet in das unglaublich schöne Setting der schottischen Highlands, behandelt das Buch in zwei Zeitebenen die großen Fragen des Lebens: Liebe und Tod, Treue und Verrat. Auch wenn die Handlung dabei teils vorhersehbar bleibt, wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten und der Leser so ans Buch gefesselt – auch durch die gelungene Wahl der Haupterzählperspektive, der ich-Perspektive von Sam, mit der man sich auf diese Weise gut identifizieren kann. Sofern die Autorin doch mal in eine andere Perspektive wechselt, werden diese in personaler Form erzählt.

Im Großen und Ganzen sind die Charaktere vielschichtig, dreidimensional angelegt und haben eigene Stärken und Schwächen, wenn sie sich teils auch irrational verhalten oder etwas schwer von Begriff sind :). Insbesondere Sam, entwickelt sich hier im Laufe des Buches weiter, und ich würde mich freuen, in den Nachfolgebänden vielleicht mehr über Ashley und Sean zu erfahren.

Emily Bolds Schreibstil ist flüssig, leicht lesbar, bildhaft und sehr einfühlsam, und bringt einem die Welt von Schottland nahe. Bereits mit der ersten Seite beginnt das Kopfkino zu laufen und zieht den Leser in die Handlung. Diese endet übrigens mit einem vernünftigen Abschluss – und nicht, wie derzeit in Mode, mit einem brutalen Cliffhanger. Danke daür! 🙂 So oder so lässt der Roman genug Raum und offene Fragen für die Nachfolgebände, die ich bereits kaum erwarten kann.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und das Cover ist wunderschön anzusehen, hochwertig geprägt und mit ausklappbaren, ebenfalls geprägten Klappen versehen. Einziger Wermutstropfen: bei einer solch liebevollen und detaillierten Gestaltung hätte ich mir farbige Coverinnenseiten gewünscht, diese fehlen leider. Ein gälisches Wörterbuch und eine Dramatis Personae am Ende runden das dennoch fantastische Gesamtpaket ab.

Mein Fazit: „UNSTERBLICH mein“ ist ein überzeugender Young-Adult Romantasy Roman, der vor allem mit seinem tollen Setting und einer spannenden Handlung punkten kann, aber nicht ganz an die brillante „Silberschwingen“-Dilogie (Teil 1, Teil 2) heranreicht. Dennoch bin ich sehr auf die Nachfolgebände gespannt, und kann das Buch bedenkenlos jedem Leser des Genres ans Herz legen. Die vom Verlag vorgeschlagene Altersempfehlung würde ich allerdings minimal korrigieren und das Buch ab einem Alter von 13/14 empfehlen.

Ran an den SuB mit Ava 2019 – Juli

Und so schnell steht wieder ein neuer Monat an, eine neue Gelegenheit, Bücher für den SuB-Abbau zu wählen. Das Thema dieses Monats lautete, Bücher zu wählen, die zuletzt auf dem SuB gelandet sind.

Dabei habe ich mich für folgende Bücher entschieden:

  • Bianca Iosivoni: „Falling Fast“ (Hailee & Chase 1)
  • Emily Bold: „Unsterblich Mein“ (Curse 1)
  • Tanja Bruske: „Schlüssel der Zeit 1“ (Schlüssel 1)

Und nun zu den – teils wunderschönen – Covern :).

Euch allen einen schönen Lesemonat!

[Buchgedanken] Emily Bold: „Silberschwingen: Rebellin der Nacht“

Im Rahmen einer Leserunde habe ich den zweiten Band der „Silberschwingen“-Dilogie von Emily Bold gelesen – vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplars. „Silberschwingen: Rebellin der Nacht“ ist 2018 als Hardcover bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und ist dem Genre Young-Adult-Romantasy bzw. Urban Fantasy zuzuordnen.

~~~ Vorsicht! Die Inhaltsbeschreibung und Rezension könnte Spoiler zum Vorgängerband enthalten ~~~

51wx3yPsDaL._SX312_BO1204203200_Als mächtiges Halbwesen wird Thorn vom Clan der Silberschwingen gejagt – allen voran von Lucien, dem Thorn ihr Herz geschenkt hat. Zusammen mit ihrer Familie und den Rebellen flüchtet sie sich nach Glastonbury und lernt dort die Geschichte der Silberschwingen kennen. Eine Geschichte, die untrennbar mit einem jahrhundertealten Erbe verbunden ist, das sie erwecken muss, um sich und ihre Familie zu schützen, und den alten Konflikt endlich zum Ende zu bringen.

„Silberschwingen: Rebellin der Nacht“ knüpft nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes „Erbin des Lichts“ an, setzt diese fort und führt sie zu einem krönenden Abschluss. Dabei lässt das Ende aber noch genug offene Fragen, genug Potential für die Zukunft, um einen oder sogar mehrere weitere Bände zu schreiben, sollte die Autorin irgendwann die Lust dazu verspüren (was ich sehr hoffe).

Emily Bold gelingt mit der „Silberschwingen“-Dilogie eine fantastische Buchreihe, der prognostisch die Aufnahme in meine Jahreshighlights gelingen wird. Der zweite Teil steht dem ersten dabei in Sachen Spannung nichts nach. Zwar geht mir persönlich die geschichtliche, sagenbasierte Grundlage etwas zu weit, greift etwas zu hoch, dies stört aber kaum. Mit einer Achterbahnfahrt der Gefühle und einem rasanten, tumultartigen Finale sorgt Thorns Geschichte für Schnappatmung beim Leser. Man fühlt, leidet und freut sich mit ihr, man ist, auch aufgrund der gewählten Hauptperspektive, nah an der Protagonistin und kann sich – trotz ihrer mächtigen Schwingen – gut mit ihr identifizieren.

Neben der unzweifelhaft tollen Handlung ist „Rebellin der Nacht“ aber mehr als ein fantastisches Jugendbuch. Es ist ein Ruf nach Toleranz, ein Auflehnen gegen antiquierte, veraltete Herrschaftssysteme, die ausgrenzen und benachteiligen – ein Plädoyer für Gleichbehandlung, Demokratie und Liebe.

Die einzelnen Figuren entwickeln sich dabei kontinuierlich fort. Auch die Nebencharaktere sind dabei plastisch und vielschichtig angelegt, zeigen Stärken und Schwächen. Insbesondere Riley möchte ich hier herausheben, der mich im Laufe des Bandes oft frustriert, schlussendlich aber begeistert hat. Lediglich die Entwicklung von Luciens Vater Kane konnte ich nicht ganz nachvollziehen.

Emilys Schreibstil ist sehr anschaulich, gefühlvoll und kraftvoll – und passt sich gut dem Charakter von Thorn und der Hauptzielgruppe an. Der Alterseinschätzung des Verlages (ab 13 Jahren) kann ich insoweit auch zustimmen. Das Setting ist erneut malerisch. Während die Autorin im Vorgängerband den Leser noch in das wunderschöne London entführte, spielt die Handlung nun größtenteils im zauberhaften Glastonbury, bei Stonehenge und auf der stürmischen Insel „Silver Isle“.

Die Buchgestaltung ist erneut phänomenal. Das Buchcover ist ein einziger Traum, bietet ein tolles Motiv, ist hochwertig geprägt und fügt sich gut in die Reihe ein – mit einem hohen Wiedererkennungswert. Unter dem Schutzumschlag kann das Buch ebenfalls wieder mit kleinen Verzierungen glänzen. Auch Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sehr gut gearbeitet. Lediglich eine Kapitelnummerierung ist hier durcheinandergerutscht, was bei mir kurz Irritationen auslöste, das Lesevergnügen aber nicht nachhaltig verringerte.

Mein Fazit? „Rebelin der Nacht“ ist der fulminante und gelungene Abschluss von Emily Bolds „Silberschwingen“-Dilogie. Das Buch – und die ganze Reihe – begeistert durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein fabelhaftes Setting. Leseempfehlung für alle ab 13 – nicht nur für Jugendbuchfans.

 

[Buchgedanken] Emily Bold: „Silberschwingen: Erbin des Lichts“

Und weiter gehts im Rezensionsrausch im Vorfeld zur LoveLetter-Convention. Heute mit LLC-Autorin Emily Bold. In den letzten Tagen habe ich ihr neuestes Werk „Silberschwingen: Erbin des Lichts“ verschlungen. Das Buch ist 2018 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen, die mir vorliegende Hardcover-Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage. Der Roman ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy/Urban Fantasy zuzuordnen.

51unldmxasl-_sx305_bo1204203200_Thorn ist ein ganz normales Mädchen. Zumindest dachte sie das, bis ihr Leben kurz vor ihrem 16. Geburtstag eine drastische Wendung nimmt. Tief in sich trägt sie ein Geheimnis: Das Erbe der Silberschwingen. Dass sie überhaupt existiert, ein Halbwesen, entsprungen aus der Verbindung von Mensch und Silberschwinge, verstößt gegen das wichtigste Gesetz der mystischen Wesen. Ein Verstoß, der für alle Beteiligten üblicherweise mit dem Tod endet. Doch Thorn lebt – und mit ihr die Angst. Wem kann sie vertrauen? Gefangen zwischen den Rebellen und dem Clan in London, hin- und hergerissen zwischen Riley und Lucien und verwirrt von der Verwandlung des eigenen Körpers, beginnt für Thorn ein gänzlich neues Leben. Ein Leben an der Seite ihres ärgsten Feindes.

Mit „Erbin des Lichts“ gelingt der Autorin ein überzeugender Auftakt zu einer neuen Jugendbuchreihe. Emily, von der ich bislang ausschließlich Romance-Titel gelesen habe („Lichtblaue Sommernächte“ schaffte es sogar in meine Lesehighlights 2016), knüpft auch mit dem ersten Band der Silberschwingen nahtlos an die bisherigen guten Eindrücke an – ich freue mich schon darauf, zu erfahren, wie die Reihe weitergeht.

Das Buch gewinnt enorm durch die gewählte Hauptperspektive. Die Handlung, insbesondere die Verwandlung, durch die Ich-Perspektive von Thorn zu erleben, lässt den Leser nah an die Geschichte, lässt ihn die Verzweiflung und Verwirrung der Protagonistin fühlen und teilen. Die gelegentlich eingestreuten personalen Erzählperspektiven anderer Personen stören dabei nicht, allerdings hätte ich auf Perspektivwechsel innerhalb einer Szene verzichtet – dies ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt, der mir wirklich einfällt.

Die Handlung besticht durch ein malerisches Setting in London und einem angrenzenden Adelssitz, durch eine rasante Abfolge der Ereignisse, die den Spannungsbogen teils extrem ausreizen, durch tolle, vielschichtige Protagonisten mit Schwächen und Stärken. Dabei sind auch die Nebenprotagonisten dreidimensional angelegt – insbesondere Nyx überzeugt mich hier vollends. Im nächsten Band würde ich mich darüber freuen, noch mehr über Magnus zu erfahren – und über eine konsequente Weiterführung des Weltenbaus, indem immer mehr Details und Hintergründe zur Entstehung und Entwicklung der Gesellschaft der Silberschwingen ans Licht kommen.

Das Geschehen um Thorn, Riley und Lucien fesselt ungemein, man möchte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Auch wenn das Verhalten von Thorn teils nicht ganz nachvollziehbar ist, spiegelt das nur umso mehr die Extremsituation wieder, in der sie sich befindet. Natürlich endet das Buch – erwartungsgemäß – mit einem Cliffhanger, den ich aber schon extremer erlebt habe. Es wirft viele Fragen auf, bietet nur einige Antworten – legt also den Grundstein für die Fortsetzung, die im Juli 2018 erscheinen wird.

Das Hardcover ist wunderschön gestaltet. Der Schutzumschlag ist einfach zauberhaft, sehr hochwertig bedruckt und geprägt – und fühlt sich allein schon wahnsinnig gut an, vom genialen Covermotiv mal ganz abgesehen. Aber auch das Buch unter dem Umschlag kann sich sehen lassen und bietet nochmal leichte Verzierungen. Lektorat und Korrektorat sind nahezu perfekt. Auch der Buchsatz ist sehr elegant, sieht man mal davon ab, dass ich leicht verwirrt darüber war, das Impressum am Ende des Buches und nicht wie üblich vorn zu finden.

Mein Fazit? „Silberschwingen: Erbin des Lichts“ ist YA-Romantasy auf einem hohen Level und lässt Leserherzen höherschlagen. Das Buch ist ein idealer Auftakt in die Buchreihe und punktet mit tollen Charakteren und einer rasanten Handlung. Wenn der zweite Teil das Niveau halten kann, könnte der Autorin damit erneut ein Sprung in meine Jahreshighlights gelingen. Für Fantasyliebhaber, die keine Angst vor Reihen haben, ist der Roman bedenkenlos zu empfehlen.