[Buchgedanken] Julia Dippel: „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ (Velvet-Dilogie 1)

In den letzten Tagen – auch während der Buchmesse – habe ich „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ von Julia Dippel gelesen. Das Buch ist 2025 bei Loomlight in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und als New Adult Romantasy einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Als die Sterne fielen, kehrte die Magie in unsere Welt zurück und mit ihr neue Götter. Seit diesem Tag träumte Velvet von der Aufnahme in einen Hexenzirkel, aber Schicksal und Verrat zwangen ihr einen anderen Weg auf: den einer Dämonenreiterin. Doch dämonische Kräfte sind unberechenbar, und als sie Velvet eines Tages mit Visionen einer brennenden Zukunft fluten, entdeckt sie, dass ein magisches Virus die unsterblichen Götter auszulöschen droht. Um es aufzuhalten, soll sie das Blut der sieben göttlichen Söhne beschaffen. Ein schier unmögliches Unterfangen – würde Velvet nicht zufällig einen der Göttersöhne kennen: Kash, alias Kashmere Sinclair, alias ihr Ex und der Grund für all ihre zerstörten Träume. Ihn um Hilfe zu bitten, reißt nicht nur alte Wunden auf, sondern stürzt Velvet in einen erbitterten Kampf um ihr Herz und die Rettung der Welt.

„Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ ist der Auftaktband in die „Velvet“-Dilogie von Julia Dippel für Loomlight, mein erstes Buch der Autorin (also abgesehen von SuB-Werken). Das Buch lässt sich dabei klar als New Adult Romantasy einordnen, aufgrund des Settings könnte man es aber auch als Urban Fantasy kategorisieren. Empfohlen wird der Roman seitens des Verlags für Leser:innen ab 16 Jahren, aufgrund der sehr spicy Szenen sollte das definitiv auch die Untergrenze darstellen.

Die Handlung ist kurzweilig, actionreich, spannend und sehr spicy, auch wenn sich die Anzahl der Sexszenen durchaus genretypisch in Grenzen hält. Dabei verbleiben diese zudem – im Rahmen – geschmackvoll und nicht zu explizit, sodass man an der Alterseinschätzung festhalten kann. Zum Ende hin wird das Buch etwas hektisch, etwas verworren – und endet in einem Cliffhanger, der es leider nicht ermöglicht, das Buch als Standalone zu lesen. Bis dahin ist es jedoch ein absoluter Pageturner, ein wirklich unglaubliches Leseerlebnis, ein Highlight der letzten Zeit.

Denn auch das Setting ist atemberaubend. So entführt Julia Dippel die Leser:innen nach New Orleans und in die Götterstadt Imperion, nimmt sie mit auf eine Reise quer durch die ganze Welt, zum Beispiel nach Hongkong und in die Nähe von Moskau. Schillernde Partys und High Society wechseln sich hier mit hochgerüsteten Kämpfen ab, Magie und Technologie gehen einher und erschaffen eine Welt, die man gern sehen, fühlen und spüren würde und die – trotz aller Fantasie – nicht auf solche Profanitäten wie Pizza-Lieferdienste verzichtet.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive – die immer noch nicht alle aufgedeckt sind. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Monty, Eddie, Cole und Joanne, während Kash nicht wirklich nachvollziehbar handelt. Julia Dippels Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist insbesondere im ersten Teil auch sehr humorvoll und zieht die Leser:innen in die Handlung.

Die Buchgestaltung ist traumhaft. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist wunderschön und setzt nicht nur Chatnachrichten innovativ, sondern überzeugt vor allem durch hübsche Kapitelanfänge. Der Umschlag ist mit Goldfolie veredelt und mit Klappen versehen, das unter dem Umschlag befindliche Buch wunderschön und mit farbigen Coverinnenseiten ausgestattet. Dabei kann das Cover des unter dem Umschlag befindlichen Buches fast noch mehr brillieren als das auch hübsche, eigentliche Cover, das vor allem durch die Farbgestaltung punktet.

Mein Fazit? „Velvet Falls, but the Gods forgot to die“ ist ein wundervoller Auftakt in die Reihe mit tollem Setting, atemberaubender Spannung, knisternder Erotik und nur minimalen Schwächen, die den Lesegenuss nicht im Ansatz schmälern. Für Leser:innen des Genres ab dem vorgeschlagenen Alter von 16+ bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Julia Kuhn: „Moonlight Academy. Feenzauber“

Vor kurzem habe ich auch „Moonlight Academy. Feenzauber“ von Julia Kuhn gelesen. Das Buch ist 2024 in der Carlsen Verlag GmbH erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die Moonlight Academy an der Küste Irlands zählt zu den geheimnisvollsten Orten der Feenwelt. Doch für Elanor bedeutet sie vor allem eins: einen Neuanfang. Dieser gestaltet sich allerdings schwerer als gedacht, denn auf einmal steht ihr wieder Elijah gegenüber – der Junge, der für sie verboten ist. Im Gegensatz zu dem mysteriösen Kylian, der mit seinen Tattoos und der anziehenden Art eine neue Seite in ihr weckt. Fest entschlossen, sich davon nicht ablenken zu lassen, konzentriert sich die Mondfee ganz auf ihre magische Ausbildung. Diese hält jedoch unerwartete Herausforderungen für sie bereit, denn das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse gerät ins Wanken und droht die Feenwelt in ihren Grundfesten zu erschüttern …

„Moonlight Academy. Feenzauber“ ist zwar ein in sich abgeschlossener Einzelband, gleichzeitig jedoch auch ein Spinoff der Dilogie „Ravenhall Acacdemy“, da man hier auf altbekannte Personen aus der Reihe trifft. Dennoch kann man – wie ich – „Moonlight Academy. Feenzauber“ als Standalone lesen, sollte dann aber auf die im Anhang befindlich Bonusgeschichte verzichten. Dabei ist es nicht ganz einfach, den Roman einem Genre zuzuordnen. So ist „Moonlight Academy. Feenzauber“ klar Romantasy und wird ja auch so – etwas sperrig als „Romantische Feen-Fantasy“ – vom Verlag beworben. Jedoch balanciert der Roman dabei knapp auf der Grenze von Young- zu New Adult. Aufgrund der Altersempfehlung und der behandelten Themen würde ich den Roman jedoch eher der Young Adult Romantasy zurechnen, auch wenn das Alter aller Protagonist:innen nicht ganz klar ist, vermutlich teils schon in den NA-Bereich fällt.

Die Handlung ist durchaus spannend und abwechslungsreich, wenn auch teils vorhersehbar und – am Ende sogar – etwas antiklimaktisch. Dabei ist zudem die Schwerpunktsetzung nicht immer ganz gelungen, so dominiert zwischenzeitlich die Liebesgeschichte die Rahmenhandlung völlig und lässt diese fast in der Bedeutungslosigkeit versinken, bevor das Buch zum Ende hin wieder etwas ausgeglichener wird. Dennoch macht diese Geschichte viel Spaß und ist quasi ein Füllhorn an Tropes, die jedoch nie zu sehr ins Klischee abrutschen.

Das Setting überzeugt auf ganzer Linie. So entführt die Autorin die Leser:innen an die Küste Irlands, in einen nur von Feen bewohnten Ort mit magischer Akademie. Und auch wenn einige Teile des Weltenbaus und Magiekonzepts noch etwas unklar verbleiben, vermag die Welt insgesamt zu begeistern und Interesse zu wecken, nun auch an die Ravenhall Academy zu reisen. Julia Kuhn mischt dabei fröhlich jugendtypische Themen mit dem der Fantasy inhärenten Kampf zwischen Gut und Böse – vor einem Akademie-Setting, das aber etwas dadurch unterminiert wird, dass die Familien der (wesentlichen) Protagonisten direkt im gleichen Ort leben.

Die einzelnen Figuren sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive (und verrückte Motten :D). Dabei überzeugen vor allem Leona als wichtiger Nebencharakter, Elanor und Elijah, der gerade im letzten Buchdrittel erheblich an Profil gewinnt, während Kylian sehr vorhersehbar verbleibt. Julia Kuhns Schreistil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist atemberaubend. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist jedoch wunderschön und setzt an einer Stelle durchaus innovativ Chatnachrichten. Der Buchumschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen und nicht nur auf Cover, Coverrückseite und Buchrücken sondern sogar auf den Klappen hochwertig geprägt und mit Glitzerelementen versehen – unglaublich hochwertig. Auch der Farbschnitt ergänzt das brillante Gesamtprodukt, auch wenn man ihn dreiseitig hätte gestalten können – der einzige, minimale Wermutstropfen. Das Covermotiv kann ebenfalls vollends überzeugen, ist ein wahrer Eyecatcher und zieht sich über den kompletten Umschlag, sodass ein traumhaftes Gesamtbild entsteht – einfach wunderschön.

Mein Fazit? „Moonlight Academy. Feenzauber“ ist ein Romantasy-Einzelband, der vor allem mit seinem Setting, tollen Figuren und seiner wunderschönen Ausstattung begeistert, in der Handlung aber etwas vorhersehbar bleibt. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 14 Jahren.

[Buchgedanken] Alexandra Rowland: „Der Geschmack von Gold und Eisen“

Vor kurzem habe ich auch „Der Geschmack von Gold und Eisen“ von Alexandra Rowland gelesen. Der Roman ist 2024 in der Panini Verlags GmbH veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2022 unter dem Titel „A Taste of Gold and Iron“ in der Tor Publishing Group. Das Buch ist dabei dem Genre Romantasy zuzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Michaela Link verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Kadou Mahisti, der schüchterne Prinz von Arașt, ist überfordert, als seine Schwester eine Tochter zur Welt bringt. Noch in derselben Nacht wird in eine der Gilden des Königreichs eingebrochen. Kadou muss sich mit einem mächtigen Botschafter anlegen, der zugleich der Vater der neugeborenen Prinzessin ist. Die Auseinandersetzung endet für Kadou mit einer Demütigung. Um seine Loyalität gegenüber der Königin zu beweisen, erklärt sich Kadou bereit, den Einbruch aufzuklären. Ihm zur Seite steht sein neu ernannter Leibwächter, der gutaussehende Evemer. Doch der begegnet Kadou nur mit kalter Feindseligkeit. Während die beiden einer Verschwörung auf der Spur kommen, die nicht nur das Königshaus, sondern die Stabilität des gesamten Reiches gefährdet, kommen sie sich langsam näher. Beide müssen lernen, über sich hinauszuwachsen, um ihr Zuhause zu schützen und ihrer neuen Liebe eine Chance zu geben.

„Der Geschmack von Gold und Eisen“ ist ein bunter Genremix. So könnte man das Buch ohne weiteres als queere Slow-Burn-Romance beschreiben, aufgrund des phantastischen Setting ist das Buch aber definitiv klar (queere Slow-Burn-) Romantasy. Nun ist das (phantastische) Setting aber eindeutig der High Fantasy zuzuordnen, erschafft Alexandra Rowland doch eine eigene Welt mit eigenen Ländern und Währungen und lässt zudem einen durchaus klaren Kampf zwischen Gut und Böse stattfinden, sodass man den Roman auch direkt als „High Fantasy“ hätte einordnen können. Aufgrund des starken Fokus auf die Liebesgeschichte habe ich es jedoch bei der Eingruppierung als Romantasy belassen.

Die Handlung ist durchaus unterhaltsam, teils jedoch auch vorhersehbar. Insbesondere das Ende vermag nicht richtig zu überzeugen, lässt es doch jegliche Überraschungen und unerwartete Wendungen vermissen und ist teils offen und gänzlich komplikationsarm, insbesondere der große Konflikt endet ohne jeglichen Showdown. Abgesehen davon gelingt Alexandra Rowland sonst eine gute Mischung aus Fantasy- und Liebesroman, der den Leser nicht nur bei der Beziehung zwischen den Protagonist:innen sondern auch bei der Aufdeckung der geheimnisvollen Verschwörung mitfiebern lässt.

Das Setting hingegen vermag größtenteils zu glänzen. So entführt die Autorin die Leser:innen in eine neue Welt voller Konflikte, Diplomatie und Abhängigkeiten; in ein Gefüge diverser Länder, das vom monarchistischen aber stark kapitalistischen Arașt geprägt wird, auch wenn der Weltenbau und das Magiekonzept vielleicht noch etwas ausgeprägter hätten sein können – insbesondere Karten, Glossare o.ä. hätten hier für ein runderes Gesamtbild gesorgt. Eine große Stärke des Buches liegt jedoch im (titelgebenden) Tastschmecken. So gelingt es Alexandra Rowland (und der Übersetzerin) die Geschmäcker unglaublich detailliert, bildlich und wunderschön poetisch zu beschreiben – vielleicht die besten Momente des Romans.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Tadek, Tenzin und Melek, während gerade Kadou und seine psychische Erkrankung hier durchaus noch detaillierter ausgearbeitet hätten werden können. Alexandra Rowlands Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist konservativ und einfach. Leicht irritieren die hier genutzten Neo-Pronomen. Zwar gibt es noch keine einheitliche Regelung im Deutschen, gängigere Neo-Pronomina hätten die Lesbarkeit aber sicherlich erhöht. Der Umschlag ist auf dem Cover und dem Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und bebilderten Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv wird zum Buchrücken hin krass unterbrochen, dort allerdings auch nochmal aufgegriffen, die Coverrückseite ist eher schlicht. Auch wird das Covermotiv aus meiner Sicht dem Roman nicht gerecht und kann mich nicht überzeugen – für mich kein wirklicher Eyecatcher.

Mein Fazit? „Der Geschmack von Gold und Eisen“ ist Romantasy, die vor allem mit einem tollen Setting und einer durchaus romantischen Liebesgeschichte überzeugt, im restlichen Teil der Handlung aber durchaus ihr Potential nicht vollends ausschöpft. Für Leser:innen des Genres, die längere Werke nicht scheuen, dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Phantastik im Doppelpack | Wundervolle Neuzugänge

Auch diese beiden Bücher zogen in der letzten Zeit bei mir neu ein. „Der Geschmack von Gold und Eisen“ von Alexandra Rowland (Panini Verlags GmbH), übersetzt von Michaela Link, erreichte mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Godkiller“ von Hannah Kaner (Piper Verlag GmbH), übersetzt von Wolfgang Thon, lag hingegen als Geschenk in meinem Osterkörbchen – auch dafür vielen Dank! Beide Bücher entführen die Leser:innen dabei in fantastische Welten – ich bin schon ganz auf die Ausflüge in die Fantasy gespannt!

Welches Buch ist zuletzt bei Euch eingezogen?

[Buchgedanken] Stefanie Schuhen: „Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“

Vor kurzem habe ich auch „Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“ von Stefanie Schuhen gelesen. Das Buch ist 2023 bei Piper Wundervoll in der Piper Verlag GmbH erschienen und dem Genre Urban Fantasy zuzuordnen. Auch diesen Roman habe ich im Rahmen der Tätigkeit als Lesejuror für den Phantastikpreis SERAPH 2024 gelesen. Die folgende Besprechung spiegelt hierbei lediglich einen individuellen Leseeindruck wider, sodass keine Rückschlüsse auf die Gesamtentscheidung der Jury getroffen werden können – vielen Dank an dieser Stelle für die Bereitstellung des digitalen Leseexemplars.

Die Bäckerin Jackie ist seit vielen Jahren durch einen Zauber an ihr Haus in Paris gefesselt, nur mithilfe der streunenden Katzen kann sie es manchmal verlassen. In dem dazugehörenden Café Salon Nocturne finden Mitglieder der magischen Gemeinschaft Hilfe und Zuflucht, und so hat sich Jackie mit ihrem Schicksal arrangiert. Doch dann wird sie von der Magiebehörde zur Mitarbeit angefordert, denn jemand experimentiert mit gefährlichen Bindungsritualen – mit fatalen Folgen. Ausgerechnet mit Gabriel Rivera soll sie zusammenarbeiten, jenem Mann, dessen Name Jackie schon so lange verfolgt …

„Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“ ist der Debütroman von Stefanie Schuhen und als „Bestes Debüt“ für den SERAPH 2024 nominiert. Der Titel ist dabei leicht irreführend, geht es im Roman doch nur am Rande um die rastlosen Geister, sondern vielmehr um einen Fall von Magiemissbrauch. Und so ist auch das Genre nicht leicht zu bestimmen, zeigt der Roman doch Ansätze eines Romantasy-Titels – Folgeromane könnten den Fokus hier in diese Richtung weiter verschieben. Gleichsam liegt jedoch auch ein phantastischer Kriminalroman vor, haben wir doch sogar ein Ermittlerduo aus Jackie und Gabriel (jeweils mit Anhang). Da ich nicht weiß, ob überhaupt Fortsetzungen geplant sind und, wenn ja, in welche Richtung diese gehen, habe ich es vorliegend bei der relativ breiten Kategorisierung als Urban Fantasy belassen.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, zugleich aber gerade zu Beginn auch sehr cosy, ist der Handlungsort doch für die Kapitel aus Jackies Sicht mehr oder weniger auf den Salon Nocturne festgelegt. Kleines Manko ist hierbei das – trotz abgeschlossenem Fall – relativ offene Ende, das nach Fortsetzungen schreit. Auch verbleibt die Handlung – die dennoch viel Spaß macht – etwas an der Oberfläche, ist insgesamt relativ komplikationslos, was aber auch verständlich ist, wenn man sich die Mühe ansieht, die hier in die Einführung der magischen Gemeinschaft gesteckt wird.

Das Setting vermag nämlich auf ganzer Linie zu überzeugen. So entführt die Autorin den Leser ins Paris der Jetztzeit und lässt den Charme der Stadt dabei spürbar werden. Aufgepeppt durch eine Prise Magie und einen durchaus überzeugenden Weltenbau bzw. ein gelungenes Magiekonzept, träumt man sich gern an diesen Ort – wenn auch nicht ins Zwischenreich. Gleichsam bleibt aber auch noch genug Potential für etwaige Folgebände, das Konzept weiterzuentwickeln und zu verfeinern.

Auch die einzelnen Figuren können glänzen, sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Jackie auch Nebenfiguren wie Fatou und Roland – und ich würde mich freuen, irgendwann vielleicht auch mehr über Florence zu erfahren. Stefanie Schuhens Schreibstil lässt sich zudem leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Da ich ein digitales Exemplar gelesen habe, lassen sich keine Aussagen zur Ausstattung der Printausgabe sondern lediglich zum Lektorat, Korrektorat und – bedingt – zum Buchsatz treffen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, die durchgerutschten Kleinigkeiten schmälern das Lesevergnügen nicht. Gleiches gilt für den Buchsatz, der ebenfalls unauffällig ist.

Mein Fazit? „Die rastlosen Geister des Salon Nocturne“ ist ein durchweg gelungenes Debüt, das für Urban Fantasy zwar relativ cosy daherkommt, dennoch mit tollem Setting und spannenden Charakteren brilliert und Raum für Folgebände bietet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – aus meiner Sicht durchaus schon ab etwa 14 Jahren, und nicht erst ab 16 wie vom Verlag empfohlen.

[Buchgedanken] Anne Pätzold: „A Night of Shadows and Betrayals“ (A Night of … 2)

Wie versprochen kurz vor Ende des Abends noch die zweite heutige Rezension. Denn vor kurzem habe ich auch „A Night of Shadows and Betrayals“ von Anne Pätzold beendet. Der Roman ist 2023 im LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Winnies schlimmster Alptraum ist wahr geworden: Sie hat es nicht geschafft, ihre Schwester Sasha zu beschützen. Das Einzige, was jetzt zählt, ist sie zu finden und zu retten. Doch es wird schnell klar, dass Winnie Hilfe braucht, und zwar ausgerechnet von Jo, die trotz all dem, was zwischen ihnen passiert ist, noch immer ihr Herz höherschlagen lässt. Nur gemeinsam haben sie eine Chance, herauszufinden, was mit Sasha passiert ist – wobei sie nie hätten vorhersehen können, auf welche unfassbaren Geheimnisse sie bei ihrer Suche stoßen würden …

„A Night of Shadows and Betrayals“ ist der zweite Band der „A Night of …“-Trilogie und setzt die Handlung des Vorgängers „A Night of Promises and Blood“ nahtlos fort. Dabei ist das Buch erneut als Romantasy einzuordnen, auch wenn hier eine gehörige Portion Suspense und Thrill mitschwingt. Und auch weiterhin balanciert das Buch auf der Grenze zwischen YA und NA, hat Protagonisten im typischen Alter für New Adult, vermittelt aber eher Young-Adult-Vibes und verzichtet größtenteils auf erotische Szenen.

Die Handlung ist unglaublich spannend, und rasant und kann mit unerwarteten Wendungen aufwarten. Allerdings endet der Band – noch brutaler als im ersten Teil – mit einem heftigen Cliffhanger, hier hätte man durchaus auch ein anderes, früheres oder späteres, Ende wählen können. Abgesehen davon hält „A Night of Shadows and Betrayals“ jedoch die immens hohe Qualität des Vorgängers und sorgt dafür, dass die Reihe sich weiterhin als Jahreshighlight präsentiert.

Das Setting ist – ebenfalls gleichbleibend – stark, entführt Anne Pätzold den Leser doch erneut nach New York City in das urbane Flair der Großstadt, wenn auch die Stadt in diesem Band nicht mehr die zentrale Rolle spielt wie im ersten Teil. Auch ist zugunsten der Fokussierung auf die Spannung jegliches Hintergrundthema wie die Kunst gänzlich abhanden gekommen – was etwas schade ist, nichts aber daran ändert, dass das Buch erneut ein absoluter Pageturner ist.

Die Figuren werden konstant weiterentwickelt, sind weiterhin vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Toll ist es hierbei, dass Blair in diesem Buch eine aktivere Rolle bekommt, während auch Sasha weiterhin brillieren kann und Winnie die starke Identifikationsfigur verbleibt, mit der man lacht und leidet. Anne Pätzolds Schreibstil lässt den Leser erneut durch die Seiten fliegen, lässt sich flüssig lesen und das Kopfkino sofort anspringen.

Und auch die Buchgestaltung kann wieder punkten. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist ein unglaublicher Traum, der sich gut in das Gesamtbild der Reihe einfügt und für einen einheitlichen Gesamteindruck mit Wiedererkennungswert sorgt. Und auch das unter dem Umschlag befindliche Buch ist erneut wahnsinnig toll anzusehen.

Mein Fazit? „A Night of Shadows and Betrayals“ setzt Anne Pätzolds Reihe nahtlos und brillant fort und glänzt weiterhin vor allem mit unglaublich starken Charakteren. Für Leser des Genres – wie vom Verlag vorgeschlagen – ab 16 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Pätzold: „A Night of Promises and Blood“ (A Night of … 1)

Heute habe ich gleich zwei Rezensionen für Euch. Den Anfang macht hierbei „A Night of Promises and Blood“ von Anne Pätzold, das ich selbst gekauft und in den letzten Tagen gelesen habe. Das Buch ist 2023 bei LYX in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre Romantasy zuzuordnen.

Als Winnie mit ihrer Schwester Sasha nach New York zog, hatte sie nur ein Ziel: ihren Vater zu finden und zu erfahren, warum er vor vierzehn Jahren plötzlich aus ihrem Leben verschwand. Doch den Mut aufzubringen, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen, ist leichter gesagt als getan, zumal Winnie mehr denn je das Gefühl hat, ein Auge auf ihre jüngere Schwester haben zu müssen. Diese hat sich nämlich mit Jo angefreundet, einer jungen Frau, die vor Kurzem in die Wohnung nebenan eingezogen ist und die Winnie nicht nur wegen ihrer mysteriösen Ausstrahlung, sondern auch mit der Art, wie sie ihr Herz schneller schlagen lässt, gehörig verwirrt. Dabei ahnt Winnie nicht, dass Jo ein Geheimnis hat. Ein Geheimnis, das so unglaublich wie gefährlich ist – und das Winnie alles nehmen könnte, was ihr lieb ist …

„A Night of Promises and Blood“ ist der Auftakt zur „A Night of …“-Reihe von Anne Pätzold, die auf drei Bände angelegt ist. Dabei ist bereits die Genrezuordnung nicht ganz klar, wird das Buch doch unter anderem als „Paranormal Romance“ oder als Vampirroman angepriesen. Ich persönlich würde es jedoch eher als klassische Romantasy einordnen, die an der Grenze zwischen Young- and New Adult balanciert. So ist Winnie zwar schon 22, generell vermittelt das Buch jedoch eher YA-Vibes, die – gelinde gesagt – einfach großartig sind.

Die Handlung ist spannend, abwechslungsreich – und das Buch daher ein wahrer Pageturner und ein frühes Jahreshighlight. Anne Pätzold gelingt es, komplexe Themen, brodelnde Gefühle, Hochspannung und ein fantastisches Setting zu einem dennoch leichten, fast Wohlfühl-Roman zu vermischen, der cozy Gefühle beim Leser weckt, sodass man die brillanten Charaktere direkt ins Herz schließen muss. Einziges, minimales Manko: der Cliffhanger am Ende – und die große Überraschung, die einen packt und gedanklich nicht mehr loslässt. Glücklicherweise kann ich direkt weiterlesen, mir graut es aber bereits jetzt schon vor der Wartezeit auf Band 3.

Das Setting ist ebenfalls gelungen. So entführt Anne Pätzold den Leser für das Urban-Fantasy-Setting in eine der urbansten Regionen der Erde: New York City – eine pulsierende Stadt voller Leben, Verbrechen und Kunst. Letzteres ist eine weitere, spannende Ebene des Romans – hier hätte ich mir fast noch stärkere Exkurse gewünscht, auch wenn dies sicherlich ein schmaler Grat ist, um das Buch nicht mit Fachwissen und Diskussionen dazu zu überfrachten.

Die einzelnen Figuren sind – wie bereits angedeutet – brillant, sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Natürlich überzeugen Winnie und Jo, gerade Winnie ist sehr relatable und unglaublich berührend. Restlos begeistert bin ich jedoch von Sasha und Blair – beide hochspannend, ich hoffe, noch mehr über sie zu erfahren. Und auch Anne Pätzolds Schreibstil glänzt auf ganzer Linie, ist leicht, humorvoll und emotional – und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls – im Wesentlichen – gelungen. Zwar sind Lektorat und Korrektorat Kleinigkeiten durchgerutscht, diese schmälern das Lesevergnügen aber kaum. Der Buchsatz ist sehr schön, das Cover ein absoluter Eyecatcher und der Umschlag auf dem Cover und Buchrücken leicht geprägt. Farbige Coverinnenseiten und – vor allem – ein wunderschönes Buch unter dem Umschlag runden das atemberaubende Gesamtergebnis ab.

Mein Fazit? „A Night of Promises and Blood“ ist ein hochspannender Auftakt in eine Reihe, die mit starken Charakteren glänzt und das Potential hat, ein absolutes Jahreshighlight zu werden. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Lesealter von 16 Jahren.

Von vierten Fällen und ersten Begegnungen | Neuzugänge im Doppelpack

Heute möchte ich Euch noch die letzten beiden Bücher zeigen, die kurz vor Weihnachten bei mir eingezogen sind. „A Night of Promises and Blood“ von Anne Pätzold (LYX Verlag) habe ich mir selbst gekauft, „Waiseninsel“ von Max Seeck (Lübbe) erreichte mich als Rezensionsexemplar über die Bloggerjury von Bastei Lübbe – vielen Dank dafür! Annes Buch ist dabei der Auftakt in die Romantasy-Reihe um Winnie und Jo, der Thriller von Max Seeck hingegen bereits der vierte Fall um Kommissarin Jessica Niemi. Ich bin auf beide bereits sehr gespannt!

Lagen bei Euch Bücher unterm Weihnachtsbaum?

It’s getting hot | Romantisch-erotische Reihenauftakte

Und auch diese beiden tollen Bücher waren in dem wundervollen Adventskalenderpäckchen der Autoren-WG enthalten, zusammen mit den Postkarten, Lesezeichen und noch vielen anderen Goodies. Dabei sind sowohl „Kiss me! Athan“ als auch „Tjara – Erwählte des Schattens“ von Faye Bilgett im Selfpublishing über Books on Demand veröffentlicht worden und begründen jeweils eine Buchreihe. Basierend auf den Klappentexten und Covern und nach einer – wenig zielführenden – Kurzrecherche würde ich vermuten, dass mich hier Erotik oder Dark Romance und Romantasy erwarten – ich lasse mich aber gern auch überraschen. Klar sollte in jedem Fall aber sein: It’s getting hot!

Mögt Ihr Bücher mit Sexszenen?

[LBM2023] Tag 4 – Ein entspannter Abschluss

Am vergangenen Sonntag stand bereits der letzte Tag der Leipziger Buchmesse an – viel zu schnell war die diesjährige LBM schon wieder vorbei und der Messeblues setzte ein. Daher blicke ich heute noch einmal auf den letzten – sehr entspannten – Tag zurück, mit: Teresa Sporrer, Bernhard Hoecker, Eva von Mühlenfels, Anabelle Stehl, Nicole Böhm, Mathias Berg und Gabriel Herlich.

Mein Tag begann dabei ganz gemütlich mit einer Lesung einer Autorin aus dem diesjährigen Gastland der Leipziger Buchmesse, aus Österreich. Denn Teresa Sporrer las für Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH aus „Queen of the Wicked: Die giftige Königin“, dem Auftaktband der Romantasy-Dilogie um Belladonna und Blake, einem Buch über Hexen, Dämonen und die ganz große Liebe. Ein wirklich gelungener Start in den Tag.

Im Anschluss führte mich mein Weg in die Hugendubel-Kinderbuchhandlung der Messe. Dort stellten Bernhard Hoecker und Eva von Mühlenfels ihr neuestes Buch „Das Katzenhuhn: Geschichten von einem sehr besonderen Bauernhof“ vor. Mit Animationen toll präsentiert und unglaublich abwechslungsreich und humorvoll gelesen, zogen die beiden das komplette Publikum relativ schnell in ihren Bann – und banden auch die anwesenden Kinder toll in die Lesung ein – ein Erfolg auf ganzer Linie. Das Buch um das Huhn Timme wird wohl – genau wie die Folgebände – reißenden Absatz bei den jungen Lesern finden.

Nachdem ich etwas über die Messe geschlendert bin, stand mittags dann am Stand des Literaturbüros Nordrhein-Westfalen eine Lesung mit Mathias Berg an, der aus dem ersten Band seiner historischen Buchreihe, „Die Kriminalistinnen – Der Tod des Blumenmädchens“, las und über seine Recherche und die aufregende Zeit der ersten Frauen in der allgemeinen Kriminalpolizei sprach. Natürlich ließ ich mir von ihm auch mein Rezensionsexemplar signieren – und stellte im Anschluss ganz überrascht fest, dass meine Tasche mit dem Buch als Fotomotiv Eingang auf Instagram gefunden hatte :).

Von der einen Buchhandlung in die andere: Nachdem ich am Vormittag noch in der Kinderbuchhandlung war, führte mich mein Weg am Nachmittag in die Messebuchhandlung von Hugendubel. Dort stellten Anabelle Stehl und Nicole Böhm das gemeinsam geschriebene Buch „Let’s be wild“ vor, den ersten Band der Be-Wild-Reihe über eine New Yorker Clique. Dabei präsentierten Nicole und – insbesondere – Anabelle das Buch so unglaublich humorvoll und toll und boten Einblicke in die gemeinsame Arbeit, die in mir den – immer mal wieder aufkeimenden – Wunsch bekräftigten, in naher Zukunft auch Anabelles Bücher endlich bei mir einziehen zu lassen – das kann nur gut werden.

Auch meine letzte Veranstaltung des Tages, der gesamten Messe, war wieder eine Lesung und Buchvorstellung. So stellte Gabriel Herlich den im Pendragon Verlag erschienenen Roman „Freischwimmer“ vor – auch hier traf ich im Anschluss an die Lesung den Autor, um mein Rezensionsexemplar unterschreiben zu lassen. Die restliche Zeit bis zum Messegong erholte ich mich etwas von den stressigen Tagen, las ein paar Seiten, und schlenderte ganz zum Abschluss noch einmal durch die Halle der Manga Comic Con, um mir noch einige wunderschöne Artworks der tollen Künstler und Künstlerinnen, die dort ausstellten, zu kaufen.

Damit endete für mich die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr – aber noch nicht die Messeberichterstattung, denn auch hier möchte ich Euch in den nächsten Tagen noch meine Messeausbeute zeigen, und die Buchneuzugänge noch etwas genauer vorstellen. Nächster Messehalt? Wohl erst Frankfurt am Main zur FBM2023.