Extreme Unterschiede | Doppelte Buchpost

Auch heute möchte ich Euch wieder zwei Bücher zeigen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. Dabei könnten die Unterschiede zwischen den Büchern größer nicht sein. So ist „Winterzauber im kleinen Strandhaus am Meer“ von Annette Böhler (Empire Verlag) ein winterlicher Feel-Good Roman, während „A.R.T. – Coup zwischen den Sternen“ von Kris Brynn (Knaur Verlag) ein Science FIction Thriller mit Anklängen an Heist-Geschichten ist. Das wird abwechslungsreich :).

Mögt Ihr Kunst? Habt Ihr vielleicht sogar Gemälde oder Zeichnungen bei Euch hängen?

[Buchgedanken] Anika Beer: „Succession Game“ (Game 1)

Vor kurzem habe ich „Succession Game“ von Anika Beer gelesen. Das Buch ist 2022 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als dystopische Science-Fiction / dystopischer Thriller einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

2054: Der Klimawandel ist weit fortgeschritten, die Menschen leben auf engstem, hoch technologisierten Raum. Augmented-Reality-Programme erfreuen sich großer Beliebtheit – allen voran das Escape-Room-Spiel »Succession Game«, das in den sozialen Medien von Millionen Fans gefeiert wird. Als die Privatdetektivin Clue als Kandidatin ausgewählt wird, sieht sie ihre Chance, den zwielichtigen Megakonzern hinter dem Spiel von innen aufzumischen. Doch kurz nach Beginn des Spiels stirbt ein Teilnehmer, und Clue begreift, welche Abgründe sich hinter den Kulissen von »Succession Game« verbergen. Plötzlich muss sie selbst um ihr Leben fürchten.

„Succession Game“ ist ein dystopischer Science-Fiction Thriller, der sich bereits sehr früh beim Lesen als absolutes Jahreshighlight herauskristallisiert hat. Dabei vermengt Anika Beer in ihrem Roman neben der Thrillerhandlung Themen wie Neuroinformatik, den Klimawandel oder Virtual Reality und Reality TV zu einem unglaublich innovativen Gesamtgemenge und erschafft dabei eine Mischung aus „Hunger Games“ und „Ready Player One“.

Die Handlung ist hierbei hochspannend und abwechslungsreich – und wartet immer mal wieder auch mit unerwarteten Wendungen auf. Dabei bietet der Roman ein enormes Potential für Folgebände und Prequels – gern bitte mehr davon. Einziges Manko sind die vielleicht etwas zu ausführlich geratenen wissenschaftlichen Passagen, die den Lesefluss eines Normallesers kurzzeitig doch etwas hemmen.

Das Setting begeistert ebenfalls auf ganzer Linie. Anika Beer entführt den Leser in ein Europa, insbesondere ins Berlin des Jahres 2054, in eine hochtechnologisierte Welt zwischen Augmentationen und Insights – sowie in eine als krasses Gegenstück entworfene Spielarena/Spielumgebung, die aber nicht minder aufgerüstet ist – die Hungerspiele lassen auch hier grüßen. In jedem Fall gelingt es der Autorin, beim Leser das Kopfkino sofort anspringen zu lassen – nicht zuletzt auch dank ihres flüssig und gut zu lesenden Schreibstils.

Di einzelnen Protagonisten sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen neben Clue vor allem Yez – und der Théo aus der zweiten Hälfte des Buches. Um spoilerfrei zu bleiben, verrate ich mal nicht, was ihn vom früheren Théo unterscheidet – und welche Spitznamen er deswegen bekommt.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist brillant, differenziert zwischen Ingame und „Realität“ und bildet die technische Komponente des Buches insgesamt gut ab. Das Covermotiv zieht sich gut über den kompletten Umschlag, ist farblich spannend, aber etwas beliebig, der Buchumschlag insgesamt mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „Succession Game“ ist ein durchweg überzeugender dystopischer Roman, der vor allem durch sein brillantes Setting und eine hochspannende Handlung punktet und nur minimale Längen zwischendurch hat. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.