Von Roadtrips und epischen Quests | Doppelte Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich in den letzten Tagen als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Henny & Ponger“ von Nils Mohl (Mixtvision Verlag) ist dabei ein Coming of Age Roman, ein Jugenduch mit Roadtrip, während „Telamon – Aufbruch nach Unoria“ von Edda Bork (Xoxo Verlag, Eisermann Media) klassische High Fantasy mit einem epischen Quest ist – sieht die Karte dazu nicht wunderbar aus? Ich bin schon gespannt darauf, welche Reise mir besser gefällt.

Welches Jugendbuch hat Euch zuletzt nachhaltig beeindruckt?

Lieblingsautorinnen im Doppelpack | Buchpost mit Farbschnitt

Vor kurzem zogen auch zwei wirklich wunderschöne Bücher absoluter Lieblingsautorinnen bei mir ein. Mona Kastens „Fragile Heart“ (LYX Verlag), das die „Scarlet Luck“-Reihe fortsetzt, habe ich mir dabei selbst gekauft, während „Secret Gods – Die Prüfung der Erben“ von Isabel Kritzer (Loomlight by Thienemann-Esslinger) mich als Gewinn einer Buchverlosung bei den Zeilenspringern erreichte – vielen Dank auch an die Losfee. Da mich beide Autorinnen bereits vollends begeistern konnten, kann ich es kaum erwarten, auch die neuesten Werke von ihnen zu lesen- bald ist es hoffentlich soweit =).

Sehen die Bücher mit den Farbschnitten, den wunderschönen Covern und den Postkarten nicht einfach wundervoll aus?

[Buchgedanken] Christina Rey: „Ein kleines Stück von Afrika – Aufbruch“ (Das endlose Land 1)

Vor kurzem habe ich „Ein kleines Stück von Afrika – Aufbruch“ von Christina Rey gelesen, den ersten Band ihrer neuen Reihe „Das endlose Land“. Das Buch ist 2022 bei Lübbe, Bastei Lübbe AG, erschienen und als Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines unverkäuflichen Leseexemplars zur Rezension über die Bloggerjury.

1910. Auf einer Safari in Kenia verliebt sich die junge Ivory in dieses Land und seine Tier- und Pflanzenwelt – und in den Großwildjäger Adrian Edgecumbe. Sie hofft, dass er sein blutiges Geschäft für sie aufgeben wird, doch Adrian ist Abenteurer durch und durch. Ivy ahnt bald nach der Hochzeit, dass sie nur eine Trophäe für ihn ist. Als Adrian im Krieg als vermisst gemeldet wird, nimmt Ivy die Geschicke der Farm in ihre eigene Hand. Statt der Großwildsafaris bietet sie Fotoaufnahmen und Beobachtungen von Tieren an. Bei der Verwaltung des Landes geht sie mutige Wege, die vielfach auf Ablehnung stoßen. Entschlossen kämpft sie für ihre Ziele und verliert dabei auch ihr Herz. Aber kann und darf sie aus einer engen Verbundenheit Liebe werden lassen?

„Ein kleines Stück von Afrika – Aufbruch“ ist der Beginn der Familiensaga um Ivory Parkland Rowe, die es aus Großbritannien nach Afrika verschlägt. Das Buch lässt sich dabei durchaus als Standalone lesen, da die wesentlichen Handlungsstränge des Romans aufgelöst werden und die Geschichte nicht in einem allzu brutalen Cliffhanger endet. Dennoch verbleibt auch genug Potential, um die Erlebnisse von Ivory weiter zu erzählen.

Die Handlung generell ist kurzweilig, wenn auch teils vorhersehbar. Christina Rey mischt dabei Themen wie Großwildjagd, Kolonianismus und Rassismus – natürlich vor dem historischen Hintergrund – ohne allzu belehrend zu werden zu einem durchaus gesellschaftskritischen Potpourri, das teils auch heute noch Aktualität besitzt. Kurzzeitige Längen, gerade zu Beginn des Buches, lassen sich hierbei gut verschmerzen.

Denn das Buch lebt von seinem brillanten Setting. Die Autorin zeigt die Gegensätze zwischen der britischen Upper Class und dem kolonialisierten Afrika und vermag dabei die Irrwitzigkeit des Versuchs, den gewohnten Lebensstil auf dem fremden Kontinent zu implementieren, gut für den Leser zu transportieren. Der Schreibstil von Christina Rey lässt sich hierbei leicht und flüssig lesen, ist authentisch und zeugt von ordentlicher Recherche.

Die einzelnen Figuren sind im wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebenfiguren wie Schwester Margaret sowie Susan und Peter Derringer, während Adrian etwas blass bleibt. Auch bei Ivory besteht noch Entwicklungspotential, das hoffentlich im nächsten Band dann besser ausgereizt wird.

DIe Buchgestaltung ist – soweit im Leseexemplar beurteilbar – gelungen. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist fehlerfrei, aber auch unscheinbar und konservativ. Der Buchumschlag hingegen ist sehr edel, mindestens mal auf dem Cover hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Covermotiv ist ansehnlich, lässt aber etwas den Bezug zur Handlung vermissen und wirkt etwas künstlich.

Mein Fazit? „Ein kleines Stück von Afrika – Aufbruch“ ist ein gelungener Start in die Familiensaga, der vor allem durch sein Setting brilliert, aber auch kleinere Längen und noch Entwicklungspotential bei den Protagonisten besitzt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – mindestens mal ab dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 16, vielleicht auch ein oder zwei Jahre früher.

[Buchgedanken] Karlotta Stahl: „Verbrechen sind mein Job: Eine junge Staatsanwältin ermittelt“

Vor kurzem habe ich „Verbrechen sind mein Job: Eine junge Staatsanwältin ermittelt“ von Karlotta Stahl gelesen. Das Buch ist 2022 bei Eden Books, Edel Verlagsgruppe GmbH erschienen und als Sachbuch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Karlotta Stahl wird mit gerade mal 25 Jahren zu einer der jüngsten Staatsanwältinnen Deutschlands berufen. Die frisch gebackene Juristin hat zunächst keinen blassen Schimmer, was sie erwarten wird, und dennoch wagt sie den Sprung ins kalte Wasser. Schnell merkt sie, dass sie für diese Arbeit brennt. Ihre Mission: Allen die gerechte Strafe zukommen zu lassen und auch die ausgeklügeltsten Verbrechen aufzuklären!

„Verbechen sind mein Job“ macht es bereits nicht leicht, das Buch einem Genre zuzuordnen. So ist das Buch als True Crime betitelt, was es nicht wirklich ist, und wird bei Handelsportalen unter anderem als Buch der Rechtslehre oder Rechtsmedizin einsortiert – was definitiv falsch ist. Vielmehr versammelt Karlotta Stahl in dem Buch Anekdoten aus ihrem Berufsalltag, lose nach dem Gang eines Strafverahrens geordnet. Diese sind teils amüsant, in jedem Fall aber zumindest niederschwellig informativ, sodass ich das Buch als (erzählendes) Sachbuch eingruppieren würde.

Die einzelnen Anekdoten geben dabei einen interessanten Einblick in die Tätigkeit als Staatsanwalt, wobei die Autorin auch die Schattenseiten, oder besser gesagt die Herausforderungen, des Berufs nicht verschweigt. Dabei richtet sich das Buch vor allem an Leser ohne juristische Vorbildung – was auch das Glossar am Ende des Buches zeigt -, ist durchaus aber auch für vorgeprägte Leser eine amüsante Lektüre, da man sich durchaus in einigen Erzählungen wiederfindet.

Karlotta Stahls Schreibstil ist dabei leicht und flüssig zu lesen, der Autorin gelingt es, trotz des trockenen theoretischen Überbaus nie zu stark dozierend zu werden, sondern immer an der Praxis zu bleiben – mit einem Augenzwinkern, auch bei schwierigen Themen. Als Leser fliegt man so direkt durchs Buch, und es ist viel zu schnell vorbei.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken leicht geprägt und mit Klappen und einfarbigen Coverinnenseiten versehen, das Titelbild ist dafür eher austauschbar und etwas beliebig.

Mein Fazit? „Verbrechen sind mein Job: Eine junge Staatsanwältin ermittelt“ ist kein True Crime, aber dennoch amüsant und informativ. Für Interessierte am Thema bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Von Ermittlungen über und unter Tage | Doppelte Buchpost

Ich unterbreche die Rezensionen, um Euch wieder zwei Bücher zu zeigen, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür an dieser Stelle! In „1799 – Die Schatten von Oldenburg“ von Jörg Kohn (Gmeiner Verlag) führt der Protagonist des historischen Romans Ermittlungen auf eigene Faust über den Tod seiner Eltern, während in Kati Naumanns „Die Sehnsucht nach Licht“ (HarperCollins) die Protagonistin der Familiensaga als Letzte einer generationenlangen Linie von Begleuten das Schicksal ihres Großonkels zu ergründen versucht. Ermittlungen über und unter Tage – spannend wird es sicherlich in jedem Fall!

Kennt Ihr einen der Autoren bereits?

[Buchgedanken] Jens Henrik Jensen: „EAST. Welt ohne Seele“ (Kazanski 1)

Vor kurzem habe ich „EAST. Welt ohne Seele“ von Jens Henrik Jensen gelesen. Das Buch ist 2022 im dtv Verlag erschienen, die Originalausgabe wurde unter dem Titel „Kællingen i Kraków“ veröffentlicht. Das Buch ist dabei als Agententhriller einzuordnen, für die Übersetzung aus dem Dänischen zeichnet Ulrich Sonnenberg verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Buchpremiere auf Lovelybooks.de.

Nach einem gewaltsamen Verlust hört CIA-Agent Jan Jordi Kazanski nicht mehr auf zu trinken. Gegen seinen Willen ist er kaltgestellt, wird aber überraschend in den Dienst zurückberufen und gen Osten entsandt: Er soll „Die Witwe“ aufspüren. Sie führt die größte Verbrecherorganisation Krakaus an, niemand kennt ihre wahre Identität. Kaum angekommen, entgeht Kazanski nur knapp einem Mordanschlag. Seine Suche führt ihn immer tiefer in eine trügerische und korrupte Welt. Wer will seinen Tod?

„EAST. Welt ohne Seele“ ist der erste Teil der Trilogie um den CIA-Agenten Jan Jordi Kazanski und spielt wenige Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Dabei balanciert der Roman auf der Grenze zwischen Agenten-, Polit- und normalem Thriller – wobei ich es der Einfachheit halber hier bei der Bezeichnung als Agententhriller belassen habe.

Denn die Handlung ist durchaus ambitioniert. CIA, Europol, FSB, russische Mafiastrukturen und die organisierte Kriminalität Krakaus – Jens Henrik Jensen lässt hier einen bunten Strauß an machtvollen Akteuren agieren, deren Beziehungen zueinander mal klar, mal verworren sind. Dabei gelingt es dem Autor jedoch nicht immer, den Leser bei der Stange zu halten, gelegentlich verliert er ihn in den Details, denn was aus Sicht des Autors vermutlich auf dem Reißbrett noch Sinn machte, funktioniert hier im Buch nur bedingt, zum Beispiel der sehr extensive Alkoholkonsum von Kazanski.

Das Setting hingegen vermag durchweg zu glänzen. Der Autor entführt den Leser ins Krakau um die Jahrtausendwende, in eine Stadt zwischen Ost und West, zwischen Tradition und Moderne. Dabei ist Jens Henrik Jensens Schreibstil durchaus flüssig und gut lesbar, sodass das Kopfkino sofort anspringt und den Leser mit auf die Reise in die durch internationale Verwicklungen geprägte Unterwelt Krakaus nimmt.

Die einzelnen Charaktere sind dabei teils vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugt vor allem Xenia als Agentin im Loyalitätszwist, während Kazanski doch etwas eindimensional verbleibt – ein Fakt, den hoffentlich die nächsten beiden Bände der Reihe etwas beleben können.

Die Buchgestaltung ist in Ordnung. Dem Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich stören, der Buchsatz ist fehlerfrei. Der Buchumschlag ist auf dem Titel und Buchrücken leicht geprägt und wartet mit farbigen Coverinnenseiten auf, das Cover vermittelt gut die Grundstimmung des Thrillers, lässt aber etwas Bezug zur Handlung vermissen. Zusammen mit den weiteren Bänden der Reihe bildet es jedoch einen guten Gesamteindruck mit Wiedererkennungswert und klarem Farbkonzept.

Mein Fazit? „EAST. Welt ohne Seele“ ist ein ordentlicher Start in die Reihe um CIA-Agent Kazanski, der vor allem mit einem gelungenen Setting und tollen Nebencharakteren punktet, aber auch etwas ambitioniert und teils zu überladen ist. Für Leser des Genres dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

[Buchgedanken] Claudia Romes: „Beethovens Geliebte“ (Außergewöhnliche Frauen 11)

Vor kurzem habe ich „Beethovens Geliebte“ von Claudia Romes gelesen, den elften Band der von verschiedenen AutorInnen verfassten, unzusammenhängenden Reihe über außergewöhnliche Frauen der jüngeren Geschichte. Das Buch ist 2022 bei aufbau taschenbuch, Aufbau Verlage GmbH & Co. KG erschienen und als historische Romanbiografie einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Bonn, 1790: Im Zehrgarten am Marktplatz dreht sich alles um die Kunst – und mittendrin: die neunzehnjährige Tochter der Wirtin, die in ihren Salons die wichtigsten Männer der Stadt um sich versammelt. Wenn es nach ihrer Mutter ginge, würde Babette Koch am besten einen Fürsten heiraten, aber seitdem der junge Ludwig van Beethoven aus Wien zurück ist, fühlt sich Babette immer mehr zu ihrem Kindheitsfreund hingezogen. Doch ein schlechter Ruf eilt dem Musiker voraus, so gilt er nicht nur als talentiert, sondern auch als äußerst flatterhaft.

„Beethovens Geliebte“ ist ein historischer Roman, eine Romanbiografie über Babette Koch, auch wenn die Quellenlage über ihre Jugendjahre doch relativ dünn ist, sodass hier viel Fiktion auf wenige, gesicherte Fakten trifft, insbesondere, was die Beziehung Babettes zu Ludwig betrifft – ein Verhältnis, was die Autorin höchstspekulativ aber doch im Rahmen des Möglichen ausgestaltet.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich, wenn auch teils vorhersehbar und mit einigen, kleineren Längen versehen. Claudia Romes mischt dabei den historischen Beginn der Aufklärung durch die französische Revolution mit Bonner Stadtgeschichte und dem Wirken des jungen Beethovens und macht die Ereignisse anhand der Auswirkungen auf die Familie Koch für die Leser erlebbar. Hierbei ist der Schreibstil der Autorin gut und flüssig lesbar, authentisch und zeugt von einer im Rahmen der Möglichkeiten hinreichend guten Recherche.

Das Setting vermag hingegen zu überzeugen. So zeichnet Claudia Romes das Porträt einer zwar monarchistischen, aber doch fortschrittlichen Stadt Bonn, einem Mekka für Kunst, Aufklärung und Freiheit, das den Spagat zwischen fortschrittlichen Ideen und alten Traditionen wagt und in dem Standesunterschiede überwunden werden.

Die einzelnen Figuren sind dabei im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben teils Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei glänzen vor allem Nebenfiguren wie Marianne, Malchus oder Eleonore, während gerade Ludwig etwas eindimensional und blass verbleibt. Gern hätte ich hier zudem noch mehr über Babettes letzte Jahre gelernt, die dann im Rahmen des Romans doch nur stark verkürzzt dargestellt worden sind, da der Fokus ja auf ihrer Beziehung zu dem Komponisten lag.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben größtenteils sauber gearbeitet, der Buchsatz ist fehlerfrei und schön anzusehen. Der Buchumschlag ist auf dem Titel, dem Buchrücken und der Coverrückseite leicht geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild ist farblich ansprechend und hübsch gestaltet, wenn auch etwas der Bezug zur Handlung fehlt. Jedoch fügt es sich gut in die Reihe ein und sorgt für einen einheitlichen Gesamteindruck.

Mein Fazit? „Beethovens Geliebte“ ist eine gelungene Romanbiografie, die vor allem durch ihr tolles Setting punktet, aber auch kleinere Längen hat. Für Liebhaber des Genres – und der Reihe – bedenkenlos zu empfehlen.

An der (Nordsee-)Küste | Doppelte Buchpost

Vor kurzem erreichten mich auch diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! Während „Feather & Rose – Ein Sturm zieht auf“ von Claudia Siegmann (Ravensburger Buchverlag) den Leser dabei an die Wingdale Akademie, eine Schule für Elementmagie an der beschaulichen Atlantikküste Cornwalls entführt, entfesselt Hendrik Lambertus in „Der Zorn der Flut“ (Rowohlt Verlag) die Gewalten der Nordsee im Rahmen eines historischen Romans über die Marcellusflut 1362. Ein abwechslungsreiches Leseprogramm – auch wenn es mich in beiden Romanen an die Küste verschlägt :).

Mögt Ihr Küstenregionen? Wenn ja, würde es Euch eher nach Cornwall oder zur Nordsee ziehen?

[Buchgedanken] Tanya Byrne: „Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus“

Vor kurzem habe ich „Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus“ von Tanya Byrne gelesen. Das Buch ist 2022 bei FISCHER Sauerländer veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2021 unter dem Titel „Afterlove“ bei Hodder Children’s Books, einem Imprint der Hachette Children’s Group, London. Der Roman ist als Young Adult Romantasy einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Stefanie Frida Lemke verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Das Letzte, was Ash hört, ist das Zerspringen von Glas, als die Windschutzscheibe sie trifft und in eine Millionen Teile zerbricht, die wie Sterne funkeln. Ash stirbt – mitten in in ihrer eigenen Liebesgeschichte. Doch ihre Liebe zu Poppy ist viel zu groß, um so abrupt zu enden. Für Ash ist klar: Sie muss den Tod überwinden, um Poppy wiederzusehen.

„Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus“ ist ein Buch für junge Erwachsene mit einem starken Fokus auf die Liebesgeschichte, die offensiv als queer vermarktet wird, was eigentlich irrelevant sein sollte – schließlich kommt es auf die Gefühle an, egal zwischem wem. Da darüber hinaus aber auch phantastische Elemente eine, wenn auch nicht ganz so prägende, Rolle spielen, muss das Buch als Young Adult Romantasy eingeordnet werden.

Die Handlung vermag dabei nur in Teilen zu überzeugen. So stark die erste Hälfte des Buches ist, so süß und gefühlvoll die Liebesgeschichte, so ausbaufähig ist leider der phantastische Teil, der nicht immer logisch und nachvollziehbar ist. Daher fällt das Buch im zweiten Teil doch etwas ab, bleibt nichtsdestotrotz aber abwechslungsreich und altersgerecht – genau wie der einfach und flüssig zu lesende Schreibstil von Tanya Byrne. Hier war ein Jahreshighlight möglich – leider wird das Potential nicht vollständig ausgeschöpft.

Das Setting hingegen ist gelungen So entführt die Autorin den Leser – ungewöhnlich – nach Brighton, und damit gerade nicht an klassische britische Schauplätze wie London (wohin aber immerhin ein Ausflug führt) oder Schottland. Dabei bringt sie den Lesern die charmante Küstenstadt näher, die nicht nur dem Strand den Auftritt im Roman verdankt, sondern sicherlich auch dem Fakt, dass sie als Zentrum der LGBTIQ-Szene in Großbritannien gilt.

DIe einzelnen Figuren sind – zumindest teilweise – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen. Hierbei überzeugen insbesondere Rosh, die leider in der zweiten Buchhälfte absolut gar keine Rolle mehr spielt, und Dev. Auch Poppy kann glänzen, wenn auch mit leichten Abstrichen, während Ash doch etwas blass verbleibt. Außerhalb der Liebesgeschichte wird zudem die Gefühlswelt der Protagonisten viel zu wenig beleuchtet, was schade ist.

Die Buchgestaltung zeigt ebenfalls Licht und Schatten. Während dem Lektorat und Korrektorat doch einige Kleinigkeiten durchgerutscht sind, bleibt darüber hinaus ein großes Fragezeichen. So findet sich der Prolog im späteren Verlauf der Handlung noch einmal komplett wortgleich abgedruckt wieder – entweder krasser Fehler oder gänzlich sinnlose Widerholung, jedenfalls wird hier der Lesefluss massiv unterbrochen und Verwirrung gestiftet. Der Buchsatz vermag hingegen mit insbesondere toll gesetzten Chatnachrichten wieder zu glänzen, der Buchumschlag ist mit Klappen, einer Prägung auf Cover, Buchrücken und Coverrückseite sowie einem tollen Farbschnitt in der Erstauflage hochwertig gestaltet. Das Covermotiv passt farblich toll zum restlichen Buch und ist zuckersüß, wenn auch knallpinke Haut irgendwie komisch aussieht.

Mein Fazit? „Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus“ ist ein Roman, der vor allem durch seine zuckersüße Liebesgeschichte glänzt, sein Potential aber nicht vollständig ausschöpft und leider zum Ende hin daher etwas abfällt. Für Leser des Genres dennoch zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 14 Jahren.

Starke Frauen im Doppelpack | Leserunden-Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. Sowohl „Beethovens Geliebte“ von Claudia Romes (atb) als auch „Verbrechen sind mein Job“ von Karlotta Stahl (Eden Books) stellen dabei starke Frauen in den Mittelpunkt, einmal in Form eines historischen Romans über Babette Koch und einmal in Form eines True Crime Buches, in dem eine von Deutschlands jüngsten Staatsanwältinnen Einblicke in Strafverfahren und Justiz gibt.

Mögt Ihr True Crime? Wenn ja: in welcher Form?