[Buchgedanken] Emily Bold: „Ein neuer Morgen in Laguna Beach“ (Laguna Beach 2)

Pünktlich zum Weihnachtsfest möchte ich Euch heute einen tollen Liebesroman vorstellen. In den letzten Tagen habe ich im Rahmen einer Leserunde „Ein neuer Morgen in Laguna Beach“ von Emily Bold gelesen. Das Buch ist 2020 bei Montlake, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin, den Verlag und Lovelybooks.de für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars in einer tollen Buchbox.

Alison Page ist schwindelfrei und kann mit einem Schweißgerät umgehen – und sie leitet das Bauunternehmen der Familie. Womit sie weniger gut umgehen kann, ist der Auftrag für den Bau eines Wellnesstempels, den sie für den arroganten Hotelier Ian St. James übernehmen muss, um die Krankenhausrechnungen ihres Vaters bezahlen zu können. Ian hat sie vor Jahren tief verletzt, aber dennoch bekommt sie bei jeder Begegnung mit ihm weiche Knie …

„Ein neuer Morgen in Laguna Beach“ ist der zweite Teil der Laguna-Beach-Reihe und kann problemlos eigenständig als Standalone gelesen werden. Sofern man aber vorhat, alle Teile der Reihe zu lesen, empfiehlt es sich, zwingend die Reihenfolge einzuhalten, da man sonst bzgl. des Vorgängers gespoilert wird.

Dabei glänzt das Buch mit einem bezaubernden Setting. Ein malerischer Strand, ein tolles Anwesen, ein Luxusresort, eine Werkstatt und ein Schrottplatz, der eine bilderbuchreife Aussicht bietet – Emily Bold entführt den Leser in die USA, lässt ihn sich in eine Welt fernab des nasskalten Winters träumen.

Die Handlung ist – wenn auch teils vorhersehbar – amüsant und unterhaltsam und wartet mit einigen unerwarteten Wendungen auf. Auch wenn einige ernste Themen kurz gestreift werden, werden diese nicht detailliert behandelt, sodass das Buch größtenteils gute Laune versprüht, ein idealer Feel-Good-Roman ist, aber auch etwas Tiefe vermissen lässt.

Die Charaktere sind im Wesentlichen gut ausgearbeitet, wenn auch einige der Nebenfiguren teils etwas blass bleiben. So hätte ich mir insbesondere von Luke mehr versprochen, und auch die Wendung von Dallas am Ende bleibt wenig nachvollziehbar. Alison und Ian überzeugen hingegen auf ganzer Linie, sind dreidimensional angelegt und haben Stärken, Schwächen, Ziele und Motive. Der rasante Wechsel der Erzählperspektiven, sogar innerhalb der schon kurzen Kapitel, macht es jedoch schwer, eine tiefe Bindung zu beiden aufzubauen – hier hätte ich mir eine klarere Struktur gewünscht.

Emily Bolds Schreibstil ist – wie immer – sehr gefühlvoll und lässt sich leicht und flüssig lesen. Durch sorgfältig eingestreute, humoristische Szenen und Elemente, wird dem Leser oftmals ein Lächeln auf die Lippen gezaubert – man möchte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber und unauffällig gearbeitet, das Covermotiv ist schön, farblich ansprechend und zieht sich als Bild über den gesamten Buchumschlag.

Mein Fazit: „Ein neuer Morgen in Laguna Beach“ ist ein im Wesentlichen überzeugender Liebesroman, der vor allem durch sein malerisches Setting punktet. Trotz der etwas zu häufigen Perspektivwechsel ein Buch mit Feel-Good-Garantie – ein idealer Urlaubsbegleiter. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von 17 Jahren.

[Buchgedanken] Luca Di Fulvio: „Es war einmal in Italien“

In den letzten Tagen habe ich „Es war einmal in Italien“ von Luca Di Fulvio gelesen. Das Buch ist 2020 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre historischer Roman zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Ein Waisenjunge, der mit seiner Kamera den Blick auf die Welt verändern will. Ein Zirkusmädchen, das für die Politik brennt. Eine Gräfin, die anderen die Freiheit schenkt. Drei Menschen, die das Schicksal im Jahr 1870 nach Rom führt, das pulsierende Herzstück Italiens auf dem Weg zum Nationalstaat. Inmitten dieser Stadt der Verheißungen kreuzen sich ihre Wege, und ihre Träume scheinen wie durch ein magisches Band miteinander verwoben. Doch das schillernde Rom stellt die drei vor ungeahnte Herausforderungen. Als eines Tages ein dramatisches Ereignis die Ewige Stadt erschüttert, drohen sie alles zu verlieren, was ihnen kostbar ist …

„Es war einmal in Italien“ ist ein sehr detailverliebtes Porträt einer jungen Nation. Dabei illustriert Luca Di Fulvio gekonnt die Gegensätze zwischen arm und reich, Macht und Ohnmacht, Liebe und Hass, und entführt den Leser in das malerische Setting der heiligen Stadt Rom im Jahr der Eroberung 1870.

Hierbei überzeugt der Roman vor allem durch brillante Charaktere. Diese sind – auch in den Nebenrollen – dreidimensional und plastisch angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Besonders überzeugt haben mich hier Nella, Albanese und Mamma Lucia, aber auch Melo und Ludovico glänzen auf ganzer Linie.

Die Handlung, die eine in Deutschland eher unterrepräsentierte Epoche beleuchtet, ist spannend, abwechslungsreich und wartet immer mal wieder mit unerwarteten Wendungen auf. Dabei gelingt es dem Autor, die Balance zwischen der historischen Entwicklung und den Einzelschicksalen zu wahren und den Leser an die Seiten zu fesseln.

Luca Di Fulvios Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, anschaulich, unterhaltsam, und wirft sofort das Kopfkino an. Da man sich zudem gut mit den Protagonisten identifizieren kann, möchte man das Buch am besten gar nicht mehr aus der Hand legen und immer tiefer in der Geschichte versinken.

Die Buchgestaltung ist in allen Aspekten gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher. Der Buchumschlag ist auf dem Cover und Buchrücken hochwertig geprägt und wartet mit farbigen, ausklappbaren Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Es war einmal in Italien“ ist ein rundum überzeugender historischer Roman, der vor allem mit seinem tollen Setting und wunderbaren Charakteren punkten kann. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und ein potentielles Jahreshighlight.

[Buchgedanken] Amy Harmon: „Making Faces“

In den letzten Tagen habe ich „Making Faces“ von Amy Harmon gelesen. Das Buch ist 2020 bei LYX in der Bastei Lübbe AG erschienen, die Erstveröffentlichung in Deutschland erfolgte 2013 unter dem Titel „Vor uns das Leben“ bei INK. Die englischsprachige Originalausgabe wurde 2013 unter dem Titel „Making Faces“ im Selfpublishing veröffentlicht. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Seit sie denken kann, ist Fern Taylor in Ambrose Young verliebt. Ambrose, der überall beliebt ist und so schön, dass ein unscheinbares Mädchen wie Fern niemals auch nur auf die Idee gekommen wäre, bei ihm eine Chance zu haben. Ihre Freizeit verbringt sie mit ihrem besten Freund Bailey, der an den Rollstuhl gefesselt ist, aber dennoch das Leben mit jeder Faser aufsaugen will. Eigentlich schien es ganz klar, was die Zukunft für sie bereithält. Bis zu dem Moment, als Ambrose Fern endlich »sieht«, aber so zerbrochen ist, dass sie nicht weiß, ob ihre Liebe genug sein wird …

„Making Faces“ ist … eine emotionale Urgewalt, ein Buch über Schönheit, Liebe und Trauer. Ein Buch zwischen Optimismus und Verzweiflung, ein Plädoyer für den unerschütterlichen Glauben an das Leben. Ich kann mich Colleen Hoover nur anschließen, die mit den Worten zitiert wird: „Ich liebe, liebe, liebe dieses Buch!“ – es hat mich, genau wie die Protagonisten, emotional gebrochen und zusammengekittet.

Eingebettet in das wunderschöne und idyllische Setting einer ländlichen Kleinstadt, erzählt Amy Harmon mehr als die Geschichte von Fern und Ambrose, sondern die Erlebnisse des ganzen Ortes, fängt kollektive Trauer und Freude, Stolz und Leid ein. Dabei balanciert der Roman – wenn man denn eine kritische Nadel im Heuhaufen der großen Gefühle finden will – ziemlich genau zwischen den Genres Young- und New Adult, was aber auch durch die für einen solchen Titel sehr ungewohnte Zeitspanne bedingt ist, über die sich die Geschichte erstreckt.

Die Handlung ist spannend, genrebedingt aber teils auch vorhersehbar. Mit schonungsloser Brutalität und Konsequenz lässt die Autorin den Leser zusammen mit den Figuren in eine Welt des Schmerzes eintauchen, und zaubert doch auch imer das ein oder andere Lächeln zwischen die Tränen.

Dabei sind die Charaktere, mit denen man sich problemlos identifizieren kann, mit denen man leidet, lacht und weint, dreidimensional angelegt, haben alle Stärken, Schwächen – und vor allem eigene Probleme. Neben den Protagonisten Ambrose und Fern, die mir ausnahmsweise beide echt gut gefallen, überzeugen hier vor allem Rita, Joshua Taylor und Mike Sheen.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Der Buchsatz ist sauber, dem Lektorat und Korrektorat sind nur kleine Fehler durchgerutscht, sieht man mal von dem einen riesigen Fauxpas ab, auf der Coverrückseite den Titel der alten Ausgabe falsch geschrieben zu haben („Vor und das Leben“ anstelle von „Vor uns das Leben“) – das darf nicht passieren! Abgesehen davon ist der Buchumschlag wunderschön und hochwertig geprägt und bietet farbige, ausklappbare Coverinnenseiten.

Mein Fazit? „Making Faces“ ist ein in allen Facetten überzeugender Roman an der Grenze zwischen New- und Young Adult, der mit großen Gefühlen und einer sehr berührenden, intensiven Handlung punkten kann. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – und ein potentieller Kandidat für die Jahreshighlights.

[Buchgedanken] Lilly Bernstein: „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“

In den letzten Tagen habe ich „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ von Lilly Bernstein, einem offenen Pseudonym der Autorin Lioba Werrelmann gelesen. Der Roman ist 2020 als Ullstein Taschenbuch der Ullstein Buchverlage GmbH erschienen und als historischer Roman / historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Köln, 1941. Anna wächst bei ihrer Tante Marie und ihrem Onkel Matthias auf, einem Bäckerehepaar. Das Mädchen liebt die Backstube über alles, besonders den großen Ofen aus Vulkanstein. Doch mit dem Krieg kommt das Unglück: Matthias wird eingezogen und die Bäckerei bei Luftangriffen zerstört. Während Köln in Trümmern liegt und vom kältesten Winter des Jahrhunderts heimgesucht wird, schließt Anna sich in ihrer Not einer Schwarzmarktbande an und steigt zur gewieftesten Kohlediebin der Stadt auf. Als sie am wenigsten damit rechnet, verliebt sie sich – eine verbotene Liebe mit gefährlichen Folgen. Von Kälte, Hunger und Neidern bedroht, halten Anna und ihre Tante verzweifelt an dem Traum fest, die Bäckerei wiederaufzubauen. Und an der Hoffnung, dass die Männer, die sie lieben, irgendwann zu ihnen zurückkehren.

Mit „Trümmermädchen“ legt Lilly Bernstein einen sehr atmosphärischen Roman vor, der in einem beklemmenden, aber sehr guten Setting das Köln zur Kriegs- und Nachkriegszeit porträtiert. Dabei gelingt es der Autorin, die Entbehrungen, die Verzweiflung und Ohnmacht der Bevölkerung greifbar, glaubhaft zu machen.

Die Handlung ist dabei über weite Strecken spannend, teils aber auch vorhersehbar und wirkt zuweilen konstruiert, was dem Mitfiebern mit den Protagonisten allerdings keinen Abbruch tut. Dabei gelingt es der Autorin, sich geschickt durch die Genres zu navigieren und einen historischen Roman vorzulegen, der aufgrund der kurzen erzählten Zeit nicht ganz Familiensaga, nicht ganz Schicksalsroman ist.

Die Protagonisten überzeugen im Wesentlichen, sind dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen, eigene Ziele und Motive. Insbesondere die Nebenrollen wie Hilde und Agnes glänzen hier, aber auch Anna gelingt es, den Roman auf eigenen Schultern zu tragen, während Marie etwas blass bleibt.

Lilly Bernsteins Schreibstil ist unaufgeregt und lässt sich leicht und flüssig lesen. Sie beschreibt nüchtern und präzise und ermöglicht es dem Leser, direkt ein Bild vor Augen zu haben, das das Kopfkino anlaufen lässt – auch wenn die auktoriale Erzählperspektive etwas Distanz zu den Charakteren schafft. Hier hätte man durchaus vielleicht noch etwas nachsteuern können.

Die Buchgestaltung ist sehr gut gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist wunderschön und zieht sich als Gesamtbild über den kompletten Buchumschlag, der zudem auf dem Titelbild, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt ist. Lediglich die Coverinnenseiten hätte man, wenn man sie schon farbig gestaltet, besser nutzen können.

Mein Fazit? „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ ist ein sehr starker historischer Roman, der vor allem durch ein tolles Setting und eine atmosphärische Geschichte punktet. Leichte Schwächen in der Handlung schmälern dabei das Lesevergnügen in keinster Weise. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen!

[Buchgedanken] Ellin Carsta: „Das Unrecht der Väter“ (Die Falkenbach-Saga 1)

Dieses Wochenende habe ich im Rahmen einer Leserunde „Das Unrecht der Väter“, den ersten Band der Falkenbach-Saga von Ellin Carsta gelesen. Das Buch ist 2020 bei Tinte & Feder, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und als historische Familiensaga einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und lovelybooks.de für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Bernried am Starnberger See, 1936: Paul-Friedrich von Falkenbach und die Brüder Lehmann stehen für Erfolg. Während die Söhne der Lehmanns bereits in deren Firmen eingestiegen sind, kann sich Gustav von Falkenbach nur schwer vorstellen, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, schließlich steht er kurz davor, sein Medizinstudium abzuschließen. Auch seine Schwester Wilhelmine ist dabei, ihren eigenen Weg zu finden und sich eine politische Meinung zu bilden, während die Nazis im Land und im Umfeld der Familien immer mehr an Einfluss gewinnen. Als die Tochter eines Kriegskameraden auf Gut Falkenbach auftaucht, um Fragen zum rätselhaften Tod ihres Vaters zu stellen, versuchen die drei Männer alles, um ein altes Geheimnis verborgen zu halten.

„Das Unrecht der Väter“ ist ein historischer Roman, der vor allem durch ein tolles und authentisches Setting zu überzeugen vermag. So porträtiert er die Geschicke einiger Familien vor dem Hintergrund des aufziehenden Nationalsozialismus und illustriert die Bedeutung der Familie und die Rolle der Frau zu dieser Zeit.

Die Handlung ist, wenn auch teils vorhersehbar, größtenteils spannend und fesselt den Leser an die Seiten. Dabei ist allerdings zu beachten, dass quasi keiner der relevanten Handlungsstränge im Verlauf der Geschichte aufgelöst wird, „Das Unrecht der Väter“ daher leider nicht als Standalone lesbar ist. Zudem wartet der Epilog noch mit einem, etwas unnötigen, zusätzlichen Cliffhanger auf — man hätte ihn gut als Prolog für den Folgeband verwenden können, der mehr Sinn gemacht hätte, als der etwas unsinnige Prolog dieses Bandes.

Dagegen vermögen die Charaktere durchweg zu überzeugen. Auch wenn durch die Vorstellung so vieler Charaktere diese natürlich noch nicht in allen Facetten ausgearbeitet sind, zeigen sie doch Stärken und Schwächen, haben eigene Ziele und Motive. Insbesondere Erna und Irma überzeugen, aber auch Wilhelmine bringt sich zu guter letzt noch in Stellung für eine hoffentlich wichtige Rolle im Folgeband.

Ellin Carstas Schreibstil ist unaufgeregt, sachlich und lässt sich gut und flüssig lesen. Dass man am Anfang etwas schwer ins Buch kommt, ist nicht dem Schreibstil geschuldet, sondern der Fülle an Personen, die anfangs volle Aufmerksamkeit fordert.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, wenn sich mir auch der Sinn der Zitate über den einzelnen Kapiteln nicht erschließt. Der Buchumschlag ist wunderschön und ergibt über Buchrücken und Coverrückseite ein tolles Gesamtbild.

Mein Fazit: „Das Unrecht der Väter“ ist ein im Wesentlichen gelungener Roman, der durch tolle Charaktere und ein zauberhaftes, authentisches Setting brilliert, leider aber keinerlei Handlungsstränge auflöst und daher nicht als Standalone gelesen werden kann. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Eva-Isabel Schmid: „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ (Paracelsus 1)

Vor kurzem habe ich „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“, den ersten Band einer Dilogie über den berühmten Arzt, von Eva-Isabel Schmid gelesen. Das Buch ist 2020 in der Piper Verlag GmbH erschienen und als historischer Roman zu klassifizieren. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die vermittelnde Agentur Literaturtest für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Basel im Spätmittelalter auf dem Sprung zur Renaissance. Der junge Medizinstudent Paracelsus und sein Freund Caspar erhalten von der katholischen Kirche eine Sondergenehmigung zum Sezieren von Leichen. Zu nur einem Zweck: Sie sollen die Existenz der menschlichen Seele beweisen. Als der grausame neue Bischof die Macht erlangt, werden die beiden der Ketzerei beschuldigt. Ihre Forschung wird verboten. Während Caspar sein Leben nun der Medizin widmet, wendet sich der ehrgeizige Paracelsus dem Okkultismus zu. Die zwei Freunde finden sich gefangen in einem Netz aus Inquisition, politischen Intrigen und einem blutigen Bürgerkrieg.

„Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ ist ein gelungenes Debüt, ein guter Auftakt in eine Dilogie mit vielen Stärken und nur einigen Schwächen. Dabei brilliert der Roman vor allem durch ein tolles und authentisches Setting der spätmittelalterlichen Stadt Basel, das das Kopfkino sofort anlaufen lässt.

Gewöhnungsbedürftig hingegen ist der Schreibstil der Autorin, der sich ohne weiteres gut lesen lässt, jedoch sehr von der Aneinanderreihung kurzer Sätze dominiert wird, was bei Kämpfen durchaus seinen Charme hat, bei Beschreibungen jedoch etwas fremd anmutet.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich und setzt sich aus mehreren Handlungssträngen zusammen. Jedoch habe ich mich selbst ertappt, gedanklich viel mehr Fokus auf den Handlungsstrang von Jacob und der Stadt zu legen, viel mehr Interesse an der Zerrissenheit Basels als an Paracelsus‘ Suche nach der unsterblichen Seele zu zeigen.

Ein weiterer Lichtblick des Romanes sind die tollen Nebencharaktere, insbesondere Jacob und Laurencz sind echte Sympathieträger und treiben die Handlung voran, aber auch Simon ist faszinierend und bietet Potential für eine tolle Rolle im zweiten Band der Dilogie. Lediglich mit Paracelsus bin ich (noch) nicht so recht warmgeworden.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Der Buchumschlag vermag allerdings nicht zu überzeugen. Während das Covermotiv noch ganz ansehnlich – wenn auch kein Eyecatcher – ist, sind Buchrücken und Coverrückseite einfarbig, wirken lieblos und ergeben keinen einheitlichen Buchumschlag, was ich bei einem Roman in dem Preissegment schon erwartet hätte – genau wie eine hochwertige Prägung auf dem Cover. Abschließend hätte man auch über eine Karte im Innenteil oder eine Auflistung der Dramatis Personae nachdenken können.

Mein Fazit? „Paracelsus – Auf der Suche nach der unsterblichen Seele“ ist ein gelungenes Debüt, das vor allem durch ein wunderbares Setting und tolle Charaktere glänzt. Trotz kleinerer Schwächen bedenkenlos für Liebhaber historischer Romane zu empfehlen – ab 16 Jahren.

[Buchgedanken] Morgane Moncomble: „Bad At Love“

In den letzten Tagen habe ich „Bad At Love“ von Morgane Moncomble gelesen. Der Roman ist 2020 beim LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New Adult zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Als Azalées Mutter stirbt, bleibt ihr nichts anderes übrig: Sie muss nach vier Jahren zum ersten Mal in ihre Heimatstadt zurückkehren. Augenblicklich holen sie dort die schrecklichen Erinnerungen an ihre Vergangenheit ein. Doch nicht nur das: Azalée lernt auch ihren neuen Nachbarn Eden kennen. Er ist sexy und geheimnisvoll, und auch wenn sie sich geschworen hat, niemals Gefühle für einen Mann zu entwickeln, berührt er sie auf eine Weise, die ihre Welt mit jedem Tag ein bisschen mehr ins Wanken bringt …

„Bad At Love“ ist ehrlich, schockierend, brutal und unglaublich gefühlvoll. Und auch wenn ich mit der Form der (leicht spoilernden) Triggerwarnung nicht ganz glücklich bin – hätte man besser lösen können – ist sie in diesem Fall ausnahmsweise mal angebracht. Richtig und wichtig ist zudem, dass am Ende Hilfsangebote für Betroffene aufgeführt werden.

Auch wenn das Setting wunderbar, die Handlung spannend und teils überraschend ist, verblassen diese Punkte, denn das Buch lebt und fällt mit seinen Charakteren. Denn gerade bei solchen Hintergrundgeschichten ist es wichtig, dass die einzelnen Protagonisten glaubhaft sind. Und dies ist der Autorin auf ganzer Linie gelungen.

So ist Azalée stark und zerbrechlich, sarkastisch und verletzlich – ein unglaublich emotionaler Charakter, zu dem man als Leser sofort eine Bindung aufbaut, den man beschützen, lieben – und ihn die Vergangenheit vergessen lassen möchte. Aber auch Nebencharaktere wie Alec oder Alyssa überzeugen auf ganzer Linie.

Gleiches gilt für den Schreibstil der Autorin, der den Leser auf eine Reise in die Köpfe der Protagonisten mitnimmt, sie behutsam an schwierige Themen heranführt und das Kopfkino sofort anlaufen lässt. Dabei gelingt es Morgane Moncomble zudem, trotz der schwierigen Themen nie die Liebesgeschichte in den Hintergrund treten zu lassen, sodass der schwierige Balanceakt zwischen Schicksalsroman und New Adult brillant gelingt.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Der Buchsatz ist gelungen, Lektorat und Korrektorat sind nur kleine Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss nicht hemmen. Das Cover ist – wie der gesamte Buchumschlag, der mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten aufwartet – wunderschön und hochwertig geprägt. Ein wahrer Eyecatcher!

Mein Fazit? „Bad At Love“ ist ein wunderbar gefühlvoller New Adult Roman, der durch tolle Charaktere und einen unglaublich berührenden Schreibstil glänzt – ein potentielles Jahreshighlight! Für Leser, die auch mit düsteren Themen umgehen können, bedenkenlos zu empfehlen – aber nicht unter 17 Jahren.

[Buchgedanken] Sophie Martaler: „Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ (Gestüt 1)

In der letzten Zeit habe ich „Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ gelesen, den Auftaktband der „Gestüt“-Trilogie von Sophie Martaler. Das Buch ist 2020 im Wilhelm Goldmann Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre historischer Roman bzw. Familiensaga zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares über Lovelybooks.de.

1947: Als Elisabeth Clarkwell erfährt, dass sie ein Gestüt geerbt hat, fällt die junge Witwe aus allen Wolken. Ein Onkel hat ihr das Anwesen in der Lüneburger Heide vermacht – für Elisabeth, die nach dem Tod ihres Mannes hochverschuldet ist, ein Geschenk des Himmels. Doch um den Besitz verkaufen zu können, muss sie sich mit dem zweiten Erben einigen, Javier Castillo y Olivarez. Elisabeth reist nach Navarra, um ihn zu treffen. Doch Javier weigert sich, sie zu empfangen. Elisabeth ist überzeugt, dass Javiers Haltung mit dem Geheimnis ihrer Herkunft zusammenhängt – einer Geschichte, die 1889 mit zwei ungleichen Brüdern begann, die dieselbe Frau liebten …

„Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ ist ein klassischer Auftaktband einer Reihe. So werden über mehrere Zeitebenen hinweg Schauplätze und Charaktere vorgestellt, Handlungsstränge angelegt und viele Geheimnisse und offene Fragen aufgeworfen. Leider werden davon zum Ende hin nur sehr wenige aufgelöst, sodass der Einzelband keinen vernünftigen Abschluss hat und man „Das Gestüt“ daher eher nicht als Standalone lesen kann oder sollte.

Demgegenüber punktet das Buch mit einem wundervollen Setting, tollen Beschreibungen der Gestüte, Landschaften und Pferde. Man spürt auf jeder Seite des Buches direkt die Liebe der einzelnen Charaktere – und ich vermute auch der Autorin – zu den wunderschönen Tieren.

Die Handlung ist spannend und abwechslungsreich, und bietet – wie mittlerweile Standard – Handlungsstränge „upstairs“ und „downstairs“ an, also sowohl der Gutsherren als auch der Diener. Dabei wird auch auf die Probleme der damaligen Zeit Bezug genommen, die durchaus kritisch gewürdigt werden (Rolle der Frau, Tierquälerei etc.). Allerdings reißen zwei große Zeitsprünge im letzten Teil des Buches die Handlung sehr auseinander und sorgen für Verwirrung. Zudem ist auch die Schwerpunktsetzung der einzelnen Handlungsstränge nicht immer geglückt.

Die Charaktere werden gut entwickelt, haben alle Stärken und Schwächen, eigene Motive und Ziele. Wenn einige Handlungen nicht immer nachvollziehbar sind, muss auch berücksichtigt werden, dass aufgrund der Vielzahl an Personen diese noch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet sein können. Daher hoffe ich darauf, dass die Entwicklung in den nächsten Bänden konsequent vorangetrieben wird.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, wenn auch bei einigen Worten und Dialogen die historische Authentizität für mich zumindest fraglich ist. Der Buchsatz hingegen ist wunderschön, genau wie das Cover, das hochwertig geprägt ist und mit farblich tollen und ausklappbaren Coverinnenseiten aufwartet.

Mein Fazit? „Die Erben von Seydell – Das Gestüt“ ist ein im Wesentlichen gelungener Auftakt in eine Buchreihe, der mit einem tollen Setting und einer spannenden Handlung punktet, wenn auch einige Zeitsprünge für Verwirrung sorgen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone, da kaum Handungsstränge beendet werden.

[Buchgedanken] Luca Rohleder: „Die Suche nach Gott“

In der letzten Zeit habe ich „Die Suche nach Gott“ von Luca Rohleder gelesen. Das Buch ist 2020 in der dielus edition erschienen und wurde mir als unkorrigiertes Leseexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Nachdem ihre Hündin von einem LKW überfahren und ihr Internetbusiness lahmgelegt wurde, schlittert die Bloggerin Lucy in eine schwere Lebenskrise. Mithilfe der Wissenschaft macht sie sich auf eine abenteuerliche Suche nach Gott. Dabei lässt sie sich auf viele Gespräche und Liebesabenteuer mit Wissenschaftlern verschiedenster Disziplinen ein, mit deren Hilfe sie den physikalischen Beweis für die Existenz Gottes findet. Sie kommt dem geheimnisvollen Wirken göttlicher Spielregeln auf die Spur, und erkennt den höheren Sinn hinter allem. Und schließlich entdeckt sie am Ende ihrer Reise etwas, mit dem sie niemals gerechnet hätte …

„Die Suche nach Gott“ ist kein typischer Roman, vermischt er doch wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse mit einer fiktiven Handlung. Daher fällt es bereits schwer, überhaupt ein Genre festzulegen. Während das Buch online teils unter dem Label der Gegenwartsliteratur geführt wird sowie von mir bei der Vorstellung untechnisch als quantenphilosophischer Roman betitelt wurde, würde ich es nach der Lekture als Entwicklungsroman sehen, wobei aufgrund des Epiloges auch noch ein anderes Genre zur Auswahl stünde, das ich hier aber nicht erwähnen werde, um nicht zu spoilern.

Dabei balanciert das Buch die ganze Zeit auf der Grenze zwischen Wissenschaft und Esoterik, vermengt Wissen, Gefühle und Spiritualität. Und auch wenn die 10 Handlungsempfehlungen / „göttlichen“ Spielregeln – eine nette Anspielung auf die 10 Gebote – sicherlich teils ihre Berechtigung haben und auf viele Situationen anwendbar sind, ist die Allgemeingültigkeit, mit der diese propagiert werden, vielleicht etwas übertrieben. Auch finden Stimmen, die den teils durchaus diskutablen wissenschaftlichen Begründungen widersprechen, kaum Gehör – aber dies ist verschmerzbar, wenn man sich während des Lesens dauerhaft bewusst macht, dass es sich um meinen Roman und somit um Fiktion, und gerade keine wissenschaftliche Abhandlung oder ein Sachbuch, handelt.

Aussagen zum Setting, zum Spannungsbogen oder zur Handlung können vorliegend nicht getroffen werden, da – rein äußerlich – nicht viel passiert, sich das Buch auf Lucys Entwicklung, ihre Gedanken und Gefühle konzentriert. Hierbei muss man aber dem Autor zugute halten, dass das Ende sehr überraschend kam und gänzlich unerwartet war.

„Die Suche nach Gott“ ist ein bisschen wie „Sofies Welt“ für Erwachsene, bei dem an die Stelle der grundlegenden philosophischen Konzepte eine neue, wissenschaftlich angehauchte Philosophie tritt – ein Buch, das bildet und unterhält, und dabei die volle Aufmerksamkeit des Lesers fordert – mit einem ungeahnt hohen Erotikanteil.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen. Aussagen zum Korrektorat verbieten sich, da die Schlusskorrektur noch aussteht. Lektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, das Cover ist schlicht aber gelungen, der Buchrücken aus meiner Sicht etwas textlastig/überlastet.

Mein Fazit: „Die Suche nach Gott“ ist – wenn man sich darauf einlässt – ein Roman, der einem auf durchaus unterhaltsame Weise wissenschaftliche und philosophische Ansätze vermittelt, die durchaus hilfreich sein können. Für Leser, denen die Fiktion der Handlung bewusst ist, und die sich offen, aber auch krtisch, damit auseinandersetzen wollen, bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 17.

[Buchgedanken] Olivia Monti: „Das Haus“

Vor kurzem habe ich „Das Haus“ von Olivia Monti gelesen, mein zweites Buch der Autorin nach dem unter ihrem Klarnamen geschriebenen Roman „Der Regisseur„. „Das Haus“ wurde 2020 im Selfpublishing veröffentlicht und ist als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle erneut an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Das Haus ist ein Gebäude voller winziger Mietwohnungen. Mit dem Tod des Medizinstudenten Enis Al Agha nimmt das Unheil seinen Lauf. Einer um den anderen Mieter wird tot aufgefunden oder verschwindet spurlos. Die pensionierte Schneiderin Frau Rauhaar ist sich sicher, es gibt einen einzigen Mörder und der wohnt im Haus. Die Parapsychologin Nadja Knoll ist anderer Meinung: Das Haus sei womöglich ein Unglückshaus, ein verfluchter Ort, das Haus selbst sei sozusagen schuld an den grausigen Geschehnissen. Niemand erkennt ein klares Muster hinter den horrenden Fällen. Die Polizei ist ratlos. Bis sie rein zufällig auf eine bedeutende Spur stößt. Viel zu spät …

„Das Haus“ ist – wie oben in der Genreeinteilung erwähnt – ein Kriminalroman. Darüber hinaus ist es aber ein Kammerspiel nach dem Vorbild von Agatha Christie, eine Mikrostudie der Gesellschaft – und eine parapsychologische Abhandlung.

Insgesamt hat der Roman Stärken und Schwächen – und lässt mich etwas ratlos zurück. Während es der Autorin gut gelingt, aktuelle geesellschaftliche Themen wie die Flüchtlingsaufnahme oder auch die Gefahr der Altersarmut und Vereinsamung gut in die Handlung zu integrieren, so geraten die Exkurse zum Gedächtnis von Gegenständen – so interessant sie grundsätzlich auch sind – teils zu lang und hemmen den Fluss, insbesondere, wenn seitens der Protagonistin nicht nur eigene Gedanken, sondern ausführlich die Erkenntnisse anderer Wissenschaftler vorgestellt werden. Aufgrund der Kürze des Buches kommen – bei einem so prägnanten Thema – dann auch die Täterpsychologie etwas kurz und das Ende sehr rasant.

Abgesehen von der etwas unglücklichen Schwerpunktsetzung ist die Handlung spannend – und der Autorin gelingt es, mit unerwarteten Wendungen den Leser immer mal wieder auf eine falsche Fährte zu führen. Die einzelnen Personen sind unterschiedlich und bilden im Haus einen Querschnitt der Gesellschaft ab. Dabei sind die Charaktere durchaus dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen. Insbesondere die Rauhaar als Hobbyermittlerin, Voyeurin und allwissende Nachbarin überzeugt hier und balanciert gekonnt auf dem Drahtseil zwischen Sympathie und Abneigung.

Die Buchgestaltung ist einfach, aber solide. Sehr ungewohnt und verwirrend ist allerdings, dass die Kapitel – obwohl nur elf – mitten auf der Seite beginnen und so kaum eine erkennbare Struktur besteht. Das Cover ist – wie auch der restliche Buchumschlag – sehr eintönig, passt aber zum Genre. Jedoch fehlt der Bezug zur Geschichte.

Mein Fazit: „Das Haus“ ist ein durchaus spannender Kriminalroman mit überzeugenden Protagonisten und einer tollen Prämisse. Mit weniger parapsychologischen Einschüben und einem stärkeren Fokus auf die zwischenmenschlichen Interaktionen wäre das Potential der Geschichte noch besser umgesetzt worden – für Leser des Genres aber dennoch zu empfehlen.