[Buchgedanken] Charlotte von Feyerabend: „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ (LSF 1)

In der letzten Zeit habe ich auch „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ von Charlotte von Feyerabend gelesen. Das Buch ist 2026 im Droemer Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. In einer Zeit, in der die Brüder Grimm Märchen sammeln und Frauen als nette Staffage gelten, regt sich Widerstand. In funkelnden Ballsälen und geheimnisvollen Salons gründen Bettina von Arnim und Annette von Droste-Hülshoff die Liga der sagenhaften Frauenzimmer. Klug und unbeugsam kämpfen ihre Mitglieder für Gerechtigkeit und eine neue Ordnung. Ob mit Feder oder Schwert, darüber gehen die Meinungen auseinander. Als eine von ihnen unter rätselhaften Umständen stirbt, zerbricht das Bündnis beinahe. Zwischen gesellschaftlichem Glanz und tödlichen Geheimnissen steht mehr auf dem Spiel als der Erfolg der Liga. Wird es ihnen gelingen, ihre Feinde zu entlarven und den Funken einer Revolution zu entzünden?

„Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ ist der erste Band der neuen Reihe von Charlotte von Feyerabend, von der ich bereits „Seid nett aufeinander“ und „Liebesrausch“ gelesen habe. Doch während sich diese noch klar genretechnisch einordnen ließen, ist es bei diesem Buch gar nicht so einfach. Auf Verkaufsportalen aufgrund des alternativhistorischen Ansatzes teils als Science-Fiction eingruppiert, habe ich es dennoch als historischen Roman kategorisiert, da er zumindest eine mögliche, wenn auch unwahrscheinliche Historie abbildet – und sich größtenteils an Rechercheergebnisse hält.

Die Handlung ist durch die Erzählung in Episoden anfangs sehr fragmentarisch, später kristallisiert sich vor allem Annette als Zentrum der Geschichte heraus, sodass das Buch etwas stringenter erzählt wird. Dennoch verbleibt die Geschichte – als klassischer Auftaktband – noch sehr antiklimaktisch, endet mit einem Cliffhanger und ist durch die notwendige Exposition aller Personen teils etwas langatmig. Gleichzeitig bietet die Handlung aber ein immenses Potential, um in den Folgebänden richtig durchstarten zu können – ich bin gespannt.

Das Setting brilliert jedenfalls auf ganzer Linie. So entführt die Autorin die Leser:innen ins Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts, in ein Land unter napoleonischer Besatzung, in eine Zeit der beginnenden Industrialisierung und ersten, emanzipatorischen Bestrebungen. Dabei zeichnet Charlotte von Feyerabend nicht nur ein gelungenes Porträt der damaligen Zeit und springt durch – vornehmlich – norddeutsche Adelshäuser, sondern kreiert vielmehr einen Roman über eine sehr frühe Buchbubble und greift damit einen heutigen Trend auf, den sie in die Vergangenheit versetzt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Aufgrund der Vielzahl an Figuren sind zwar noch nicht alle wirklich greifbar, aber insbesondere Annette und Rahel können hier glänzen. Charlotte von Feyerabends Schreibstil lässt sich dabei wie üblich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen und zeugt zudem von einer guten und ausführlichen Recherche, selbst wenn der Roman ja als alternativhistorisch beworben wird.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat sind zwar Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss aber nicht schmälern, der Buchsatz ist ordentlich aber konservativ, insbesondere eingestreute Gedichte und Textpassagen hätte man durchaus innovativer setzen können. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv leider zum Buchrücken hin stark abgegrenzt, der Umschlag insgesamt eher eintönig. Das Covermotiv hingegen ist durchaus genretypisch und ansehnlich, auch die Typografie und das LSF-Logo überzeugen.

Mein Fazit? „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ ist der Beginn einer alternativhistorischen Buchreihe, der mit einem brillanten Setting überzeugt, in den nächsten Bänden aber in der Handlung noch etwas mehr Drama entwickeln darf. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

Frauen an die Macht | Lovelybooks-Buchpost

Auch diese beiden Bücher erreichten mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür! „Mathilde: Königin und Mutter“ ist ein im Selfpublishing über BoD veröffentlichter Roman von Johanna Marie Jakob über Mathilde von Nordhausen, während in „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ Charlotte von Feyerabend (Verlagsgruppe Droemer Knaur) eine alternative Historie schildert, nach der ein Zirkel von Frauen die Geschicke Deutschlands im 19. Jahrhundert steuerte, wobei sich der Roman dabei als Mischung aus „Bridgerton“ und „Kingsman“ darstellt. In jedem Fall stehen Frauen in den Mittelpunkten der Bücher – und sorgen als Macht- und Schaltzentralen für die Geschicke vieler – ich bin gespannt!

Über welche starke Frauenfigur würdet Ihr gern mehr lesen?

[Buchgedanken] Kristin MacIver: „Limerick Love. Win Your Heart“ (Limerick Love 2)

In den letzten Tagen habe ich auch „Limerick Love. Win Your Heart“ von Kristin MacIver gelesen. Das Buch ist 2026 im Knaur Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historische New Adult Romance einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Irland, 1462. Im Dorf ihrer Großmutter sucht Sláine Ó Meadhra nach einem Neuanfang. Stattdessen findet sie ihn: Callum. Doch ihr Freund aus Kindheitstagen hat eine mysteriöse Vergangenheit: Manche nennen ihn einen Piraten, andere einen Mörder. Er hält Sláine auf Abstand, so sehr sie auch seine Nähe sucht. Enttäuscht wendet sie sich dem charismatischen Rian zu und entdeckt an seiner Seite ihre Liebe zum Rudern. Doch ihr Herz schlägt bereits für Callum … Ein großes Ruderturnier wird schließlich zu Callums letzter Chance, seinen Namen reinzuwaschen. Aber skrupellose Gegner lassen ihm und Sláine nur eine Wahl: gemeinsam kämpfen – oder untergehen.

„Limerick Love. Win Your Heart“ ist der zweite Teil der „Limerick Love“-Dilogie, kann aber unabhängig vom ersten Band als Standalone gelesen werden, die Verknüpfungen sind eher gering, auch wenn die Protagonistin bereits im ersten Band die Leser:innen begeisterte – in „Limerick Love. Break the Rules“ war Sláine meine Lieblingsfigur. Allerdings sehe ich diesen Band – im Gegensatz zum ersten Teil – nicht mehr wirklich als Sports Romance, spielt doch der Sport eher eine untergeordnete Rolle, ist mehr Mittel zum Zweck und keiner der Love Interests ist wirklich zentral involviert.

Dies ist allerdings der einzige wirkliche Wermutstropfen, denn die Handlung ist sonst hochspannend und abwechslungsreich und sorgt so dafür, dass das Buch sich zu einem absoluten Pageturner entwickelt, der selbst am Ende überzeugt, das zwar genretypisch happy, aber nicht kitschig rosarot ist. Zugleich werden – trotz des historischen Settings – auch gesellschaftlich relevante Themen eingebaut, die doch zeigen, dass wir uns in einigen Bereichen gar nicht so weit entwickelt haben, wie wir es gern glauben würden. Erzählt wird das Buch hierbei aus Sláines Ich-Perspektive.

Das Setting überzeugt naturgemäß auf ganzer Linie. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins Irland des 15. Jahrhunderts. Und auch wenn dieses Mal nicht der Konflikt zwischen den Gaelic Irish und den Anglo-Irish im Zentrum der Handlung steht, finden sich doch genug Themenfelder, auf denen sich Kristin MacIver mit ihren Figuren tummeln kann – erneut glänzt hier auch die Recherche, auch wenn sicherlich zugunsten der Lesbarkeit auf das ein oder andere historische Detail verzichtet wurde.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei brillieren neben Sláine insbesondere wichtige Nebenfiguren wie Maeve und Oisín, während lediglich Callum fast etwas zu gebrochen für den „broken hero“ ist. Kristin MacIvers Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen.

Die Buchgestaltung kann ebenfalls glänzen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist gelungen und stellt den Kapiteln jeweils kurze Zitate/Gedanken von Callum vorweg. Unterstützt wird die Handlung hierbei durch eine großformatige Illustration der Protagonist:innen in den Coverinnenseiten sowie ein Glossar und eine Aussprachehilfe. Der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, das Covermotiv passt gut zum ersten Teil und bildet einen einheitlichen Gesamteindruck der Reihe mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Limerick Love. Win Your Heart“ ist ein toller Abschluss der Dilogie, der sich zwar genremäßig durchaus vom ersten Band entfernt, dabei gleichsam aber ein Pageturner mit einer unglaublich spannenden Protagonistin verbleibt. Für Leser:innen des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen, ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

Liebe liegt in der Luft | Lovelybooks-Buchpost

Auch heute habe ich noch einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür! „Sommerwind in der Toskana“ ist dabei ein Liebesroman von Karin Seemayer (Aufbau Taschenbuch, Aufbau Verlage), während „Limerick Love. Win Your Heart“ eine in Irland spielende, historische Sports Romance von Kristin MacIver ist (Knaur Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG). Beide Romane drehen sich trotz der unterschiedlichen Zeiten und Settings um das selbe Thema – die Liebe. Könnte es schöneres geben?

Habt Ihr bereits ein Buch der Autorinnen gelesen? Von Kristin ist das – wie man dem Bild entnehmen kann – ja nicht mein erstes Werk :).

[Buchgedanken] Kristin MacIver: „Limerick Love. Break the Rules“ (Limerick Love 1)

Vor kurzem habe ich auch „Limerick Love. Break the Rules“ von Kristin MacIver gelesen. Das Buch ist 2025 im Knaur Verlag in der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als Historical Romance einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die rebellische Lady Vivienne FitzGerald, genannt Viv, langweilt sich tödlich auf Limerick Castle, wo sie nicht mehr tun darf, als den Tag mit Sticken und Singen zu vertrödeln. Als Viv dann auch noch erfährt, dass sie in wenigen Wochen heiraten soll – den ebenso besitzergreifenden wie hochnäsigen Sir Liam – trifft sie eine verzweifelte Entscheidung: Wenigstens einmal im Leben will sie tun, wonach ihr Herz sich sehnt! Verkleidet als Junge schließt Viv sich dem Hurling-Team an. Trotz einiger Rückschläge beim Training entdeckt sie nicht nur ihre Begabung für den leidenschaftlichen Sport. Da ist auch ein verbotenes Kribbeln in ihrem Bauch, jedes Mal, wenn sie mit dem besten Hurling-Spieler Ruairí zusammen ist. Doch Ruairí und sie kommen aus verschiedenen Welten und ihre Familien spaltet eine Vergangenheit, die alles zerstören könnte …

„Limerick Love. Break the Rules“ ist der Auftaktband in die historische Sports Romance-Dilogie von Kristin MacIver, von der ich bislang auch die Celtic-Dreams-Trilogie kenne. Angesiedelt ist die Geschichte im Irland des 15. Jahrhunderts und wird aus der Ich-Perspektive von Viv erzählt. Dabei lässt sich die Geschichte relativ leicht kategorisieren, ist kein klassischer historischer Roman, auch kein historischer Liebesroman, sondern Historical Romance – mit allem, was das Genre so mit sich bringt, zum Beispiel spicy Szenen und eine Happy-End-Garantie. Darüber hinaus hätte man es auch noch als „Historical Sports Romance“ bezeichnen können, ich habe es aber bei der etwas allgemeinen Kategorisierung belassen, um das Genre nicht zu eng zu fassen.

Die Handlung ist spannend, kurzweilig und mit der ein oder anderen überraschenden Wendung versehen. Dabei mischt Kristin MacIver in altbekannter (und bewährter) Manier aus der Celtic Dreams Reihe eine freiheitsliebende Protagonistin mit einer spannenden Leidenschaft (hier das Hurling) und einer undenkbaren Liebesgeschichte zu einer wirklich toll lesbaren Geschichte, die viel Spaß macht und vor allem am Ende überzeugt – auch wenn das Konzept nicht allzu innovativ ist. Hierbei ist durchaus toll recherchiert worden – auch wenn sicherlich nicht alles historisch korrekt ist und sich sogar die ein oder andere moderne popkulturelle Anspielung findet.

Das Setting ist gelungen. So entführt die Autorin ihre Leser:innen ins Irland in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, nach Limerick, in eine Stadt voller Konflikte zwischen den englischen Besatzern und der irischen Bevölkerung. Dabei werden vor allem die gesellschaftlichen Unterschiede in aller Deutlichkeit herausgearbeitet – und der Fokus auf Hurling als historischer Sportart gelegt (prägend für die Reihe, in Band 2 wird sich dann einem anderen historischen Sport gewidmet). Gern hätte ich mir noch zur Unterstützung des Settings eine Karte gewünscht – aber die großflächige Illustration in den Coverinnenseiten ist natürlich auch wunderschön anzusehen.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Sláine (als heimlicher Leser:innenliebling – und wundervollerweise die Protagonistin des Folgebandes), Martha und Hugh, während sich Sir Liam und Darragh etwas eindimensional verbleiben und Viv nicht immer nachvollziehbar handelt. Toll ist zudem, welche Wandlung Adeline hinlegt und sich ebenfalls zu einer Favoritin entwickelt. Kristin MacIvers Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen – die Waage ist hier sicherlich zugunsten der Lesbarkeit in Abwägung zur historischen Authentizität gekippt.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls im Wesentlichen. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich, die Geschichte wird mit einer vorangestellten wundervollen Playlist abgerundet. der Umschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Cover und gleich gestaltete Coverrückseite werden leider zum Buchrücken hin krass abgegrenzt, insgesamt sehen sie aber toll aus und bilden hoffentlich mit dem Folgeband ein tolles, einheitliches Reihenbild mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Limerick Love. Break the Rules“ ist eine wundervolle Historical Romance mit spannender Handlung, interessanten Themen und nur minimalen Schwächen, die hier kaum ins Gewicht fallen und Lust auf Band zwei machen. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem genreüblichen Lesealter von 16 Jahren.

Rezensionsexemplare im Doppelpack | Lovelybooks-Buchpost

Bevor es in Kürze mit weiteren Buchbesprechungen weitergeht, habe ich heute erst einmal zwei Neuzugänge für Euch, die mich vor kurzem im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreicht haben – vielen Dank dafür. „Limerick Love. Break the Rules“ ist der Auftaktband der historischen Sports Romance von Kristin MacIver aus dem Knaur Verlag (Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG), während Volker Gerling mit „Die Todesfalle“ (SAGA Egmont) in eine neue Reihe um die Investigativjournalistin Rachel Skalla und den Fallanalytiker Daniel Krampe startet. Hochspannung und ganz große Gefühle – ich freue mich schon darauf, beide Romane zu lesen.

Mögt Ihr historische Liebesromane?

[Buchgedanken] Charlotte von Feyerabend: „Liebesrausch: Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“

Vor kurzem habe ich auch „Liebesrausch: Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ von Charlotte von Feyerabend gelesen. Das Buch ist 2025 im Droemer Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als Romanbiografie einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars nach Rezensionsangebot durch die Autorin.

Paris, 1931. Als Anaïs Nin den zwölf Jahre älteren Henry Miller trifft, wird ein Feuer entfacht: Beide inspirieren sich nicht nur literarisch, zwischen ihnen brennt auch eine ungezügelte Leidenschaft. Das Leben mit allen Sinnen zu fassen, alle Schranken zu sprengen und dafür die perfekten Worte zu finden, das streben beide an – koste, was es wolle. Sie tanzen auf den rauschendsten Festen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Doch während sich Henry voll und ganz den Exzessen hingibt, führt Anaïs auch eine konventionelle Ehe mit Hugo, der sie über alles liebt und finanziell für sie und ihre Künstlerfreunde sorgt. Den emotionalen Spagat zwischen Hemmungslosigkeit und Konventionen kann Anaïs nur in ihren berühmt-berüchtigten Tagebüchern verarbeiten: Gehören Erotik und Sinnlichkeit in den Mittelpunkt des Lebens? Und darf man dafür die Menschen belügen, die einen lieben?

„Liebesrausch: Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ ist nach „Seid nett aufeinander“ meine zweite Romanbiografie von Charlotte von Feyerabend, die sich um Frauen der Geschichte dreht – in beiden Romanen jeweils um prägnante Figuren des 20. Jahrhunderts. In „Liebesrausch“ steht aber nicht nur Anaïs Nin im Mittelpunkt, sondern auch Henry Miller, sodass wir keine klassische Romanbiografie, sondern fast sogar einen historischen Liebesroman haben – was auch die beiden Erzählperspektiven verdeutlichen. Da allerdings nur Anaïs eine Ich-Perspektive erhalten hat – Henrys Sicht wird aus personaler Perspektive erzählt – kann man Anaïs schon als Hauptfigur des Buches sehen.

Die Geschichte begleitet Anaïs und Henry im Wesentlichen in der Zeit von 1931 bis 1936 – kleine Rückblenden in Anaïs‘ Vergangenheit ausgenommen. Leider wird das Buch zum Ende hin etwas hastig, endet relativ plötzlich und unerwartet. Dabei spielt die Handlung vor allem in Paris, auch bei Abwesenheiten einer der Protagonisten verbleibt die Perspektive oftmals bei der in Paris verbliebenen Person. Dadurch gelingt es Charlotte von Feyerabend, den Fokus auf die Künstler:innen-Szene im Paris der 1930er Jahre zu legen, eine Szene, die insbesondere bei Autor:innen so fernab vom heutigen Berufsbild ist, dass das teils abstrus anmutet.

Generell ist das Leben von Anaïs und Henry geprägt von toxischen Beziehungen – auch die Affäre untereinander ist hier keine Ausnahme. Wie man im Nachwort erfährt, wird Anaïs Zeit ihres Lebens nicht aus diesem Schema ausbrechen können. Genau wie Henry Miller geht Charlotte von Feyerabend schonungslos mit der Sprache um, passt sich der Zeit und den handelnden Personen an – insgesamt zeugt das Buch nicht nur hier von einer gelungenen Recherche. So verbleibt das Buch spannend und abwechslungsreich und macht nicht nur Lust auf die Zeit, sondern vor allem auch darauf, vielleicht mal etwas von Anaïs oder Henry zu lesen.

Die Buchgestaltung ist überzeugend. Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich. Der Buchumschlag ist mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, die Geschichte wird durch ein Quellenverzeichnis, diverse Anmerkungen und ein Nachwort abgerundet. Das Covermotiv passt zur Handlung und ist durchaus ansehnlich und genretypisch, insbesondere die Farbkombination überzeugt. Leider wird es zum Buchrücken hin krass unterbrochen – und die Coverrückseite wirkt durch den langen Klappentext auch etwas überladen.

Mein Fazit? „Liebesrausch: Anaïs Nin und Henry Miller in Paris“ ist eine in weiten Teilen überzeugende Romanbiografie über zwei faszinierende Persönlichkeiten im Paris der 1930er, die vor allem durch das Setting, durch gelungene Recherche und die damit verbundene schonungslose Sprache punkten kann und dabei nur kleinere Schwächen aufweist. Für Leser:innen des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 16 Jahren.

Eine Reise durch Europa | Doppelte Buchpost

Bevor ich morgen wieder eine Rezension für Euch habe, möchte ich Euch heute zwei tolle Neuzugänge vorstellen. „Das vergessene Museum: Der Siegelwahrer von London“ von Andreas Suchanek (dtv Verlag) erreichte mich dabei als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de, „Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend (Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG) als Rezensionsexemplar nach Rezensionsangebot durch die Autorin – vielen Dank jeweils dafür. Beide Bücher nehmen die Leser:innen dabei mit auf eine Reise durch die europäischen Hauptstädte, entführt Andreas Suchaneks Urban-Fantasy-Roman die Leser:innen doch – wie der Titel verrät – nach London, während man in „Liebesrausch“ in das wilde Leben im Paris der 30er-Jahre eintaucht. Da ich beide Städte liebe, kann das nur toll werden!

In welche Stadt könnt Ihr – literarisch oder echt – immer wieder reisen?

[Buchgedanken] Iny Lorentz: „Ein verhängnisvolles Testament“

In der letzten Zeit habe ich auch „Ein verhängnisvolles Testament“ von Iny Lorentz gelesen. Das Buch ist 2025 im Knaur Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Der Südwesten Deutschlands, 1590. Elisabeth von Thannberg ist eben erst Witwe geworden, da droht der jungen Frau und ihren Töchtern auch noch der Verlust ihres ganzen Besitzes. Der Kurfürst von Trier pocht auf die Einhaltung eines alten Vertrages. Als Elisabeths Cousine Anna Aufzeichnungen in einem Kloster findet, flammt Hoffnung auf. Kann sie das Schicksal abwenden und den Kurfürsten und seine gierigen Begleiter in die Schranken weisen? Anna steht ein harter Kampf bevor, um Elisabeth die Heimat und ihr eigenes Glück zu retten.

„Ein verhängnisvolles Testament“ ist nicht mein erstes Buch des Autorenehepaars Iny Lorentz (Iny Klocke und Elmar Wohlrath), aber das erste, das ich hier rezensiere. Es handelt sich um einen Einzelband, der grundsätzlich Fortsetzungen oder weitere Geschichten um die Protagonist:innen nicht ausschließt. Dabei lässt sich das Buch – wie eigentlich alles von Iny Lorentz – klassisch als historischer Roman einordnen. Auch wenn sich durchaus Argumente für die Klassifizierung als historischer Liebesroman finden lassen, würde ich es dennoch bei der generellen Eingruppierung als historischer Roman belassen.

Denn die Handlung bildet neben der vorhandenen Liebesgeschichte fast noch einen historischen Krimi ab, wird doch unentwegt ermittelt, intrigiert und – ja – es kommt auch zu Überfällen und Gewalt; also alles, was die Vergangenheit so üblicherweise zu bieten hatte. Dabei spielt der Roman überraschenderweise nicht im Mittelalter, sondern in der Renaissance am Ende des 16. Jahrhunderts. Insbesondere in der zweiten Hälfte des Romans gibt es kleinere Längen – und auch das Ende vermag nicht vollends zu überzeugen. Abgesehen davon ist die Handlung aber durchaus spannend und kurzweilig – sieht man mal von Annas eingestreuten Spottversen ab, auf die man gut und gern hätte verzichten können (zumindest in der Häufigkeit).

Das Setting ist gelungen. So entführen die Autoren ihre Leser:innen in den deutschen Südwesten, ins Grenzgebiet zwischen den Erzbistümern Trier und Köln und nehmen sie mit auf kleinere und mittlere Adelsgüter, ins berühmte Kloster Maria Laach und auf die ein oder andere Reise. Insbesondere vom Kloster hätte ich mir hier vielleicht noch etwas stärkere Beschreibungen gewünscht, alles in allem ist das Setting aber sehr greifbar. Eine profunde Recherche lässt sich dennoch erahnen – bei der Sprache ist die Abwägung zwischen historischer Authentizität und Lesbarkeit sicherlich zu letzterem gekippt.

Die einzelnen Figuren sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Hierbei überzeugen insbesondere wichtige Nebencharaktere wie Mathilde oder Philippa, während Anna und Hans teils nicht nachvollziehbar handeln und die Entwicklung von Elisabeth im letzten Drittel unglaubhaft erscheint. Iny Lorentz‘ Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, hätte aber – wie oben bereits angedeutet – teils durchaus mehr ausschmücken können.

Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat sind doch einiges durchgerutscht, der Buchsatz ist ordentlich und rundet die Geschichte durch eine hintangestellte Dramatis Personae ab, die ich viel lieber vorn gesehen hätte. Auch hätte ich mir eine Karte gewünscht. Der Umschlag ist auf dem Cover, dem Buchrücken und der Coverrückseite hochwertig geprägt sowie mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen, sodass ein edles Gesamtprodukt entstanden ist. Das Covermotiv wird auf dem Buchrücken nahtlos fortgesetzt, der leichte Bruch zur Coverrückseite irritiert dann jedoch. Insgesamt ist das Covermotiv, der Umschlag generell, sehr hübsch und durchaus ein Eyecatcher – und zeigt auch leichte Anklänge zur Handlung. Mir persönlich erscheint die Darstellung jedoch historisch für die Zeit – und die Geschichte – nicht ganz stimmig. Auch irritiert der Titel etwas, geht es doch zu keiner Zeit um ein „Testament“, sondern um einen geschlossenen Vertrag.

Mein Fazit? „Ein verhängnisvolles Testament“ ist ein kurzweiliger, abwechslungsreicher historischer Roman mit tollem Setting und bewährten Stärken, der zum Ende hin jedoch etwas abbaut und daher die Brillanz anderer Bücher von Iny Lorentz nicht erreicht. Für Leser:innen des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von 14 Jahren.

Von Neulingen und alten Meistern

Heute habe ich mal wieder einige Rezensionsexemplare für Euch, die mich vor kurzem im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank dafür. „Knallkrebse“ ist dabei der Debütroman von Christian Mitzenmacher aus der Frankfurter Verlagsanstalt und dreht sich um eine ungleiche Freundschaft, Verbundenheit und Verrat, während „Ein verhängnisvolles Testament“ das neue Werk des Autorenehepaars und Urgesteins des historischen Romans Iny Lorentz für die Verlagsgruppe Droemer Knaur ist – immer wieder schön, etwas von den beiden zu lesen. Iny Lorentz‘ Buch stellt dabei Anna und Elisabeth in den Vordergrund, zwei starke Frauen, die um das Erbe der Familie kämpfen. Gerechtigkeit und Freundschaft – zwei starke Themen, die hier von ganz unterschiedlichen Richtungen beleuchtet werden: Ich bin auf beide Bücher schon unglaublich gespannt.

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