Ein Wochenende voller Hochspannung | Buchpost im Dreierpack

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein tolles Paket aus dem cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH mit tollen Jugendthrillern, die gemeinsam im Rahmen eines Lesewochenendes auf Lovelybooks.de gelesen werden – vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag! Im Paket: „The Inheritance Games“ von Jennifer Lynn Barnes, „You will be the death of me“ von Karen M. McManus und „Forever, Ida“ von Alex Pohl. Insbesondere auf „You will be the death of me“ bin ich schon sehr gespannt, da ich seit der FBM 2019, auf der ich die Autorin live erleben durfte, schon um ihre Bücher herumschleiche. Und „The Inheritance Games“ hatte mich spätestens seit dem wundervollen Cover. Ich hoffe, der Inhalt kann auch nur annähernd mithalten.

Lest Ihr ebenfalls Jugendthriller? Was könnt Ihr empfehlen?

[Buchgedanken] Markus Heitz: „Die Rückkehr der Zwerge 2“ (Zwerge 6.2)

Um den Jahreswechsel habe ich „Die Rückkehr der Zwerge 2“ von Markus Heitz gelesen, nach *Band 1* der zweite Teil der Dilogie „Die Rückkehr der Zwerge“, die zusammen den 6. Teil der Zwerge-Reihe darstellt. Das Buch ist 2021 im Knaur Verlag, einem Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG veröffentlicht worden und dem Genre High Fantasy zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

~~~ Achtung! Die folgende Rezension könnte milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

Goïmron, Zwerg und Gemmenschneider, hat sich mit einigen Gefährten auf die Suche nach dem legendären Helden Tungdil Goldhand gemacht – und ist dabei mitten hinein in das größte Abenteuer seines Lebens geraten. Denn das Geborgene Land muss sich einer übermächtigen Bedrohung aus Orks, Menschen und Albae stellen. Während die Zwerge und ihre Verbündeten unter Führung der zwergischen Kriegerin Gata die Festung Brigantia belagern, versucht die Albae-Hexe Ascatoîa im Gebiet der Wunder zwei Drachengeschwister mit magischen Mitteln unter ihren Einfluss zu zwingen. Sollte ihr das gelingen, bräche eine finstere Zeit im Geborgenen Land an. Nur Goïmron, in dem unerwartete Kräfte schlummern, ist vielleicht in der Lage, das Schlimmste noch zu verhindern. Dabei braucht er unbedingt die Hilfe seiner Freunde und eines geheimnisvollen Artefakts, mit dem ausschließlich er kommunizieren kann. Aber was vermag das Artefakt noch anzurichten – und lässt es sich dauerhaft kontrollieren?

„Die Rückkehr der Zwerge 2“ knüpft nahtlos an die Handlung des ersten Bandes an und führt diese fort. Man folgt den Geschichten der altbekannten Charaktere, lernt aber auch neue kennen, sodass sich die Masse an Handlungssträngen eher erweitert, als zum Ende des Buches hin kleiner zu werden. Und – der einzige, größere Kritikpunkt am Buch bzw. der Dilogie – davon werden zu wenige aufgelöst, viele Handlungsstränge bleiben offen und sorgen dafür, dass man etwas unbefriedigt zurück bleibt.

Abgesehen davon ist die Handlung sehr abwechslungsreich und spannend, weiterhin sehr fragmentarisch und durch die velen Wechsel entschleunigt. Durch den – natürlich bei dem Reihentitel sinnigen – Fokus auf den Handlungsstrang um Goïmron, dauert es teilweise sehr lang, bis andere Handlungsstränge wieder aufgegriffen werden. So geht einer der interessantesten, der um Stémna, zum Beispiel völlig unter.

Der Weltenbau und das Setting bleiben weiterhin die Highlights des Romanes, man reist an bislang unbekannte Ecken der Reiche und lernt so nach und nach mehr über die Hintergründe der gesamten Welt von Markus Heitz kennen. Auch wenn es etwas dauert, bis man die ganzen Orte, Reiche und Völker zuordnen kann, bekommt man doch irgendwann einen guten, stimmigen Überblick.

Die einzelnen Charaktere werden im Wesentlichen konsequent weiterentwickelt. Neben Stémna, Klaey, Rodana, Xanomir und Brûgar, die ich bereits in Buch 1 als stärkste Charaktere erwähnt habe und die weiterhin überzeugen, begeistert mich in Band 2 zusätzlich Gata, die sich gut entwickelt hat. Goïmron bleibt weiterhin etwas blass – und auch von Goldhand hätte ich mir etwas mehr erwartet.

Die Buchgestaltung ist erneut auf ganzer Linie gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Titel und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Cover bildet mit Teil 1 ein zusammenhängendes Titelbild und sorgt so für einen gelungenen Gesamteindruck der Reihe.

Mein Fazit? „Die Rückkehr der Zwerge 2“ führt die Dilogie zu einem würdigen Abschluss und sorgt für eine gelungene Rückkehr in die Welt der Zwerge. Dabei brilliert das Buch dank toller Charaktere und einem gelungenen Setting, löst aber leider zu wenige Handlungsstränge auf. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen – aber nicht losgelöst vom ersten Band.

Das Jahr neigt sich dem Ende …

… und so bleibt mir nur, Euch allen einen guten Ausklang und tollen Rutsch in ein – hoffentlich wunderbares – neues Jahr zu wünschen. Auf dass wir uns 2022 endlich wieder vermehrt persönlich treffen können. Bis dahin: bleibt gesund! Die letzten Stunden des Jahres verbringe ich übrigens teilweise mit „Die Rückkehr der Zwerge 2“ von Markus Heitz. Welches Buch begleitet Euch übr den Jahreswechsel?

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[Buchgedanken] Markus Heitz: „Die Rückkehr der Zwerge 1“ (Zwerge 6.1)

In der letzten Zeit habe ich den ersten Band der Dilogie „Die Rückkehr der Zwerge“ von Markus Heitz gelesen, die zusammen Teil 6 der Buchreihe um die Zwerge darstellt. Das Buch ist 2021 im Knaur Verlag, einem Imprint der Droemer Knaur GmbH & Co. KG, erschienen und dem Genre High Fantasy zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Hunderte Zyklen vergingen im Geborgenen Land. Der Zwerg Goïmron arbeitet als Gemmenschnitzer in der Stadt Malleniaswacht. Ihn faszinieren vor allem die alten Zeiten, die großen Zeiten der fünf Zwerge-Stämme, und so sucht er auf den Märkten immer wieder nach Aufzeichnungen und Artefakten, die ihm Hinweise auf die stolze Geschichte geben.
Dabei gerät Goïmron überraschend an ein Buch, das handschriftlich und auf Zwergisch verfasst wurde. Aufgrund der Fülle von Details gibt es keinerlei Zweifel: Das Buch muss vom heldenhaften Tungdil Goldhand selbst stammen – doch der gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem verheerenden Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Aber der letzte Eintrag ist nicht lange her – wie kann das sein? Als Goïmron sich nichtsahnend auf die Suche nach dem legendären Zwerg macht, geraten er und seine Gefährtentruppe schon bald mitten hinein in uralte Intrigen und brutale Machtkämpfe von skrupellosen Menschen, geheimnisvollen Albae – und Drachen!

„Die Rückkehr der Zwerge 1“ führt den Leser zurück in die Welt der Zwerge, Menschen, Elben, Orks und Albae, Eine Welt, die jahrelang die deutsche Fantasy geprägt – und mich auch in Jugendjahren verzaubert – hat. Umso erfreuter bin ich, endlich wieder in altbekannte Gefilde zurückzukehren. Dabei ist „Die Rückkehr der Zwerge“ auch gut ohne Vorkenntnisse lesbar – schließlich fehlen mir auch einige der Teile -, aber nicht als Standalone ohne den zweiten Band der Dilogie, da wesentliche Handlungsstränge nicht aufgelöst werden, vielmehr der (durchaus gewollte) Eindruck entsteht, es handle sich bei Teil 1 und 2 um ein einziges Buch, das wegen der Länge in zwei Hälften gesplittet wurde.

So endet der erste Band auch in einem – etwas unschönen – Cliffhanger, hier hätte man ggf. besser stoppen können. Abgesehen davon ist die Handlung spannend, abwechslungsreich, aber auch sehr fragmentarisch, da so viele Handlungsstränge angelegt werden, dass durchaus einige (Lese-)Zeit vergeht, bevor man zu einem zurückkehrt – was es einem oftmals schwer macht, den Überblick über alles zu wahren. Auch sind leider relevante Handlungsorte nicht auf der wunderschönen Karte eingezeichnet.

Der Weltenbau hingegen überzeugt im Großen und Ganzen. Die geschichtlichen Hintergründe und politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten werden immer mal wieder in kleinen Dosierungen in die Handlung eingeflochten, sodass man nach und nach einen Überblick gewinnt – auch wenn man von den ausführlichen Dramatis Personae und Begriffserklärungen vor der Geschichte etwas erschlagen wird. Markus Heitz‘ Schreibstil ist dabei (erwartbar) leicht und flüssig lesbar – lediglich die teils exotischen Namen führen anfangs bei Häufung zu kleineren Abstrichen in der Lesbarkeit.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen ordentlich ausgearbeitet, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Besonders überzeugen hier Stémna, Klaey und Rodana, während bei den Zwergen am ehesten noch Brûgar und Xanomir in eher kleineren Rollen brillieren.

Die Buchgestaltung ist auf ganzer Linie gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ordentlich gearbeitet, das Cover ist – gerade im Zusammenspiel mit Band II – ein wahrer Eyecatcher, der Buchumschlag insgesamt hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen – sehr edel!

Mein Fazit? „Die Rückkehr der Zwerge 1“ ist ein gelungener Auftakt in die Dilogie – und eine willkommene Rückkehr in die Welt der Zwerge, die durch eine abwechslungsreiche Handlung und einen tollen Weltenbau brilliert, vom Leser aber auch Aufmerksamkeit und viel Geduld verlangt. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos (auch als Reiheneinstieg) zu empfehlen – allerdings nicht als Standalone ohne Teil 2 lesbar.

Kalt, kälter, Kluftinger | Vorweihnachtliche doppelte Buchpost

Heute, am zweiten Weihnachtstag, möchte ich Euch die beiden Bücher zeigen, die mich kurz vor Weihnachten über Verlosungen auf Facebook und Lovelybooks.de erreichten – vielen Dank an die Glücksfee und den Ullstein Verlag sowie die S. Fischer Verlage. „Eiszeit für Beck“ von Tom Voss ist nach „Hundstage für Beck“ der zweite Teil der Krimi-Reihe um Ermittler Nick Beck und „Morgen, Klufti, wird’s was geben“ das Weihnachtsbuch um den berühmten Kommissar Kluftinger von Volker Klüpfel und Michael Kobr. Ich bin schon ganz auf die gänzlich verschiedenen Ermittler gespannt.

Habt Ihr Lieblingsfiguren aus Regionalkrimis? Welche Reihe könnt Ihr besonders empfehlen?

Frohe Weihnachten

Bevor es in den nächsten Tagen mit den Neuzugängen der letzten Zeit, Rezensionen und dem – immer noch versprochenen – Bericht von der Lit.Love Convention weitergeht, möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, Euch allen frohe Weihnachten zu wünschen. Genießt die Zeit, habt besinnliche Feiertage und kommt gut ins neue Jahr. Und – vor allem – bleibt gesund!

merry christmas sign
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[Buchgedanken] Alisa Kwitney: „ROGUE: UNBERÜHRT“ (Marvel | Heldinnen)

In der letzten Zeit habe ich „ROGUE: UNBERÜHRT“ von Alisa Kwitney gelesen, einen Roman der „Marvel | Heldinnen“ Reihe. Das Buch ist 2021 bei Cross Cult veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschien 2020 unter dem Titel „ROGUE: UNTOUCHED“ bei Aconyte Books, einem Imprint von Asmodee Entertainment Ltd. Für die Übersetzung zeichnet Stephanie Pannen verantwortlich, das Copyright liegt bei Marvel Publishing. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Das Leben der jungen Rogue ist alles andere als schön: sie lebt allein, hat einen furchtbaren Job in einem Diner und versteckt sich vor allen. Die Kräfte, die sie zu entwickeln begonnen hat, machen ihr Angst. Wenn der erste Kuss fast tötet, ist es schwer, irgendjemandem zu trauen – sogar dir selbst. Doch da tauchen zwei Personen auf, die ihr Leben für immer verändern könnten, und schließlich wird sie vor eine Wahl gestellt: Folgt sie einer geheimnisvollen Milliardärin, die angeblich auf der Suche nach begabten Praktikanten ist, oder dem attraktiven Falschspieler mit den unheimlichen roten Augen? Aber die beiden sind nicht die einzigen, die sie beobachten … Rogue muss die Mächte annehmen, die sie zu unterdrücken versucht, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen – bevor es jemand anders tut.

„ROGUE: UNBERÜHRT“ ist mein erstes Buch der „Marvel | Heldinnen“ Reihe und beleuchtet einen mir eher unbekannten Teil des Marvel-Universums, nämlich Charaktere aus X-Men – ich bin stärker in der Avengers/Shields Story verankert. Bereits die Genrezuordnung des Romans fällt mir dabei nicht ganz leicht, sofern man nicht das inflationär bei Filmen benannte Genre „Superhero“ akzeptiert. Ganz klassisch gesehen wäre „ROGUE: UNBERÜHRT“ sonst Urban Fantasy oder – im Gesamtzusammenhang mit anderen Marvel-Werken – eine Mischung aus Fantasy und Science-Fiction.

Die grundsätzlich spannende Handlung bleibt dabei etwas flach, hat gerade zum Ende des ersten Abschnitts hin auch einige Längen. Leider gelingt es der Autorin nie, den Leser kontinuierlich zu fesseln, sondern immer nur phasenweise, was auch daran liegt, dass Teile der Handlung durchaus vorhersehbar sind und kleinere Logiklücken ebenfalls vorhanden sind. Genau wie generell Lücken in der Handlung, was durch die (grundsätzlich perfekt gewählte) Erzählperspektive aus der Sicht von Anna Marie bedingt ist – hier hätte man vielleicht mit weiteren Perspektiven arbeiten können. Zudem spielt der Roman den größten Vorteil der Ich-Perspektive nur eingeschränkt aus, die den Leser ja nah an die Gedanken und Gefühle der Protagonistin bringen und eine Identifizierung mit ihr erleichtern soll. Und auch wenn Letzteres zwar geschieht, bleibt die Gefühlswelt der Protagonistin doch etwas eindimensional, ein Zögern, Hadern, Zweifeln im Umgang mit den Kräften, eine tiefe Reflektion lässt sie eher vermissen.

Abgesehen davon gefällt mir Anna Marie als Charakter wirklich gut, ist humorvoll und empathisch, hat Stärken und Schwächen. Auch Nebencharaktere wie Lucretia (die sich später als hier aus Spoilergründen nicht näher benannter Major Character der X-Men-Reihe zu erkennen gibt) und Rita überzeugen, während Remy etwas blass bleibt.

Das Setting des Buches hingegen brilliert auf ganzer Linie. Amerikanisches Kleinstadtflair, ein Diner, verlassene Herrenhäuser und eine umgebaute Ranch – Alisa Kwitney nimmt den Leser mit auf eine Reise in ländliche Regionen der USA fernab der Metropolen und erlaubt es dem Leser, sich in die Geschichte zu träumen – unterstützt davon, dass man ja auch grundsätzliche Vorstellungen vom Marvel-Kosmos an und für sich hat. Eine Einordnung in diesen ist jedoch nicht ganz einfach, zwar tauchen bekannte Charaktere auf (und andere, wie Black Widow werden benannt), eine abschließende Einordnung in die Zeitlinie – und ob sich das Buch überhaupt nahtlos einfügt – lässt sich jedoch nicht treffen.

Die Buchgestaltung ist im Großen und Ganzen gelungen. Lektorat und Korrektorat haben nur Kleinigkeiten durchrutschen lassen, der Buchsatz ist sauber – wenn man davon absieht, dass es anscheinend weder Satz, noch Lektorat oder Endkorrektur aufgefallen ist, dass das Kapitel 34 als Kapitel 32 betitelt wird (sollte nicht vorkommen …). Das Cover ist farblich sehr auffällig und genretypisch, insgesamt der Buchumschlag mit Klappen und Coverrückseite sehr schön und teils hochwertig geprägt. Allerdings hätte ich mir zur Abrundung des Gesamtbildes farbige Coverinnenseiten noch gewünscht.

Mein Fazit? „ROGUE: UNBERÜHRT“ ist ein grundsätzlich spannender Roman über eine Heldin aus dem Marvel-Universum, der mit einem tollen Setting glänzt, aber auch Schwächen in der Handlung aufweist. Für Comic-Liebhaber und Marvel-Fans bedenkenlos zu empfehlen, für Fantasyliebhaber außerhalb der Comicwelt nur bedingt – ab einem Lesealter von etwa 14 Jahren.

[Buchgedanken] Veronika Lackerbauer (Hrsg.): „Göttergarn“

In der letzten Zeit habe ich „Göttergarn“ gelesen, eine von Veronika Lackerbauer herausgegebene Anthologie, die 2021 im Leseratten Verlag erschienen und dem Genre der Funtastik zuzuordnen ist. Vielen Dank an dieser Stelle an die Herausgeberin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Donnerwetter – hier sind die Götter los! Egal ob im gelernten Job, als Imbissbudenbesitzer, Escape-Room-Betreiber, Kopfgeldjäger, im Baugewerbe oder im Gartencenter – hier wird gedonnert, geblitzt, geschnippt, getwittert oder mit einem Pfeil direkt ins Herz geschossen. Und nach Feierabend? Da wird natürlich feuchtfröhlich gefeiert und um die Vaterschaft gebuhlt. Und all jene, die vom fleißigen Feiern bereits urlaubsreif sind, sollten sich professionelle Hilfe suchen oder direkt für eine Patience in der Klapse einchecken. Aber gleich ob in der Himmelstraße, auf Erden, im untervermieteten Olymp oder im Weltraum – eins wollt ihr wirklich niemals – NIEMALS – erfahren: Was passiert, wenn die Götter ihren Löffel abgeben?

„Göttergarn“ besteht aus 16 Geschichten, die hier als Funtastik zusammengefasst sind, insgesamt aber die ganze Bandbreite von Fantasy und Science-Fiction (eher in Gestalt von Space Opera) ausreizen. Dabei stammen die einzelnen Geschichten teils von bekannten, teils von unbekannten AutorInnen, eine ist auch von der Herausgeberin beigesteuert worden.

Wie in Anthologien üblich, schwankt die Qualität der Geschichten, wobei die einzelnen Titel schon im Durchschnitt eine gute Qualität haben. Nach oben brechen dabei für mich vor allem „Die 7 Plagen des Imhotep“ (Bianca M. Riescher) und „Die Feuersturm-Chroniken 5: Love, Axe und Rock’n Roll“ (Thomas Heidemann) aus, wobei bei zweiterer der Bezug zum Thema etwas zu leicht gerät, um die Spitze für sich zu erklimmen.

Am anderen Ende des Spektrums findet sich z.B. „Auch nur ein Mensch“ von Torsten Scheib wieder. Abgesehen davon, dass ich es ermüdend finde, wie penetrant auch in diesen Text die Abneigung des Autors gegen Coldplay hereingepresst wird, kam ich mit dem stakkatoartigen Monolog des Protagonisten nicht klar, der kurze Sätze in schneller Abfolge aneinanderreihte, was die Lesbarkeit arg beeinträchtigte.

Insgesamt sind die Geschichten kurzweilig und ein gelungener Zeitvertrieb, eine Anordnung abseits der alphabetischen Reihenfolge der Autoren hätte hier aber noch eine bessere Durchmischung, vielleicht einen größeren Bogen durch die einzelnen Pantheons schlagen – und den Leser mit starken Geschichten zu Beginn und zum Ende fesseln können, wie der opening und closing look einer Modenschau, die besonders nachhaltig im Gedächtnis bleiben.

Die Buchgestaltung ist Geschmackssache – mir ergeht es hier wie bei „Vikings of the Galaxy„. Lektorat und Korrektorat haben ordentlich gearbeitet und nur wenig durchrutschen lassen, der Satz ist, je nach Geschichte, im Wesentlichen noch als solide anzusehen. Die Vitae sind zwar dieses Mal frei von selbstgezeichneten Autorenportraits, aber immer noch … nunja, ich bin froh, dass ich keine solche Vita für mich verfassen muss. Auch im Götterglossar hätte ich mir etwas mehr Ernsthaftigkeit gewünscht – mit Ende der Geschichten hätte die Funtastik hier einem richtigen, erklärenden Glossar weichen können. Zudem muss ich – wie bei der letzten Anthologie – betonen, dass die letzte Seite mit den Kommata zum Selbsteinkleben in keinster Weise witzig ist, sondern weiterhin einer Bankrotterklärung des eigenen Lektorats und Korrektorats gleichkommt. Auch der Buchumschlag vermag im Gesamtbild nicht zu überzeugen, bietet aber immerhin starke Bezüge zu den enthalteten Geschichten, wirkt dadurch aber überladen.

Mein Fazit: „Göttergarn“ ist eine solide Anthologie mit phantastischen Geschichten, die abewechslungsreich und – im Durchschnitt – qualitativ hochwertig sind. Die unkonventionelle Buchgestaltung ist sicherlich nicht jedermanns Sache, für Liebhaber des Abstrusen aber definitiv zu empfehlen.

Superstars im Briefkasten | Doppelte Buchpost

Vor wenigen Tagen erreichte mich ein Paket der Verlagsgruppe Droemer Knaur mit zwei bzw. drei Rezensionsexemplaren – schon einmal vielen Dank dafür. Enthalten waren zum einen die Dilogie „Die Rückkehr der Zwerge“ eines der Superstars der deutschen Phantastik, Markus Heitz, zum anderen „Das Schwärmen von tausend Bienen“, der neunte Band von Diana Gabaldons weltbekannter Highland-Saga, einer meiner absoluten Lieblingsbuchreihen und schriftstellerischen Vorbilder. Ich kann es kaum erwarten, in die Welt der Zwerge und in die Geschichte von Jamie und Claire zurückzukehren. Das wird jeweils ein Fest! Ich bin jedenfalls bereit – je suis prest!

Sehen die Bücher nicht toll aus?