[Jahresrückblick] Blogstatistik 2019

Bevor ich in den nächsten Tagen zu den deutlich interessanteren Jahresrückblicken als Leser und Autor komme, heute erstmal das schnöde Zahlenwerk – meine Blogstatistiken.

Auch in diesem Jahr habe ich die Loveletter-Convention, die Leipziger Buchmesse, das Lit.Love-Lesefestival, die Frankfurter Buchmesse und die Litblog-Convention besucht, mich vernetzt und viele neue Leute kennengelernt. Stolz bin ich darauf, dass immer mehr Autoren auch über meinen Blog, der immer noch zu den kleineren Buchblogs gehört, stolpern, und mich aktiv ansprechen.

Doch nun erstmal zu den nackten Zahlen und Daten.

  • Aufrufe: 4.587 (Vorjahr: 4.226) – Steigerung um 8,5%
  • Besucher: 2.565 (Vorjahr: 2.462) – Steigerung um 4,2%
  • Gefällt-mir-Klicks (WordPress): – 624 (Vorjahr: 779) – Rückgang um 19,9%
  • Kommentare (WordPress): 72 (Vorjahr: 110) – Rückgang um 34,5%
  • WordPress-Follower: 122 (Vorjahr: 108) – Steigerung um 13,0%
  • Facebook-Follower: 388 (Vorjahr: 332) – Steigerung um 16,9%
  • Instagram-Follower: 135 (im letzten Jahr noch ncht erfasst)

Bis auf den Rückgang der Kommentare und Likes hier auf WordPress (der allerdings stark mit teils fehlerhafter Funktionalität und abgemeldeten Konten im Zuge der DSGVO zusammenhängt – hier muss ich mich im Laufe des Jahres mal an die Überarbeitung setzen), sind das tolle Zahlen. Nochmal vielen, vielen Dank für jeden einzelnen Leser, auf dass im nächsten Jahr die 5.000 Aufrufe geknackt werden 🙂

Der erfolgreichste Blogbeitrag war in diesem Jahr erstmals eine Rezension – und zwar die zu „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ von Ava Reed. Ich glaube, es ist kein großer Spoiler, wenn ich bereits jetzt ankündige, dass es zu diesem Buch bald in einigen Tagen noch einmal etwas von mir zu lesen gibt :).

Und jetzt seid ihr gefragt. Was gefällt Euch? Was fehlt Euch? Wovon wollt Ihr mehr? Rein damit in die Kommentare :).

[Buchgedanken] Anna Eichenbach: „Wellensang: Eine Limfjord-Saga“

Vor Weihnachten habe ich Anna Eichenbachs Debütroman „Wellensang: Eine Limfjord-Saga“ gelesen. Das Buch ist 2019 im Burgenwelt Verlag erschienen und dem Genre „Historische Romane“ zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin (bloggt auf „Welt aus Tinte und Papier„) für das Leseexemplar.

51CdHi3PcLL._SX335_BO1204203200_Ende des 8. Jahrhunderts in Nordjütland: Als Zeichen der Freundschaft zwischen Dorsteinn und Limgard wird die Jarlstochter Turid in die alte Heimat ihrer Mutter gesandt. Nur widerwillig verzichtet sie dort auf ihre gewohnten Freiheiten. Im Dorf zu bleiben und zu weben, während die Männer auf Raubzug ziehen, widerspricht gänzlich dem Leben, das sie vom Hof ihres Vaters kennt. Dennoch zögert sie, als sich ihr die Gelegenheit zur Rückkehr nach Hause bietet: Längst hält sie mehr in Limgard, als sie sich eingestehen möchte. Ausgerechnet die Limgarder Rorik und Svein, die einander näher stehen als Brüder, verlieben sich in Turid. Aus Gefährten werden Konkurrenten. Bis ihr gemeinsamer Freund Hakon sie zu einem anderen Abenteuer lockt. Angespornt durch Gerüchte über eine Insel voller Reichtümer, brechen die drei Männer an Bord der in die Jahre gekommenen Meereswolf zu einer Víking auf. Ihr Ziel: England – und ein Platz in den Liedern der Skalden. Doch die Unternehmung soll anders verlaufen, als erhofft …

„Wellensang“ ist ein gelungenes Debüt, das Hoffnung auf mehr erweckt. Der Roman bemüht sich, ein akkurates Portrait der damaligen Zeit zu zeichnen. Ohne zu glorifizieren, zeigt er auch die dunklen Seiten der Wikinger, die Normalität von Beutefrauen sowie die brutale Gewissenlosigkeit mit der gegen Einheimische vorgegangen wird. Dabei zeugen sowohl die Erzählsprache als auch die Handlung von Authentizität, von gelungener und ausgiebiger Recherche.

Das frühmittelalterliche, nordische Setting überzeugt ebenso wie die größtenteils gelungene Charakterentwicklung, auch wenn einige Entscheidungen der Protagonisten fragwürdig bleiben. Dabei entwickeln sich die Charaktere jedoch durchaus weiter – insbesondere Turid, die eine atypische, besonders starke Rolle als Frau einnimmt. Dadurch liegt der Roman voll im Trend der letzten Jahre – gefühlt kommt man kaum mehr ohne eine starke weibliche Hauptfigur aus, die die Geschlechtergrenzen sprengt.

Die Handlung ist spannend und voller unerwarteter Wendungen. Etwas schwer getan habe ich mich allerdings mit dem Zeitsprung mitten in der Handlung und der Schwerpunktsetzung – für mich nimmt der Handlungsstrang um Heather, so spannend er auch ist, zu viel Platz ein. Der Leser wird somit immer wieder aus der eigentlichen Geschichte gerissen. Zwar werden die Handlungsstränge zum Ende hin kunstvoll verwoben, dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Handlungsstrang in England zwar wichtig, schlichtweg aber deutlich untergeordnet ist.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, auch wenn ich nicht der Freund von Kapitelüberschriften bin. Dahingegen sorgen das Glossar und das historische Nachwort für einen runden Abschluss. Auch das Cover ist wirklich gelungen und sorgt für ein stimmiges Bild, lediglich die Cover-Rückseite ist etwas textlastig mit einem aus meiner Sicht zu langen Klappentext.

Mein Fazit? „Wellensang“ ist ein bravouröses Debüt, und damit definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin. Der Roman brilliert durch authentische Sprache, ein tolles Setting und eine spannende Handlung, lässt an kleinen Stellschrauben aber auch noch Luft nach oben. Für – erwachsene – Leser historischer Romane bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Emily Bold: „Hearts on Fire – Leo“ (HoF 5)

In den letzten Tagen habe ich „Hearts on Fire – Leo“ von Emily Bold gelesen, den abschließenden Band der fünfteiligen Serie um die Wache 21. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung einer wunderbaren Buchbox. „Hearts on Fire – Leo“ ist 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht worden und dem Genre Romance zuzuordnen. Die anderen vier Bände der Reihe wurden von Johanna Danninger, Greta Milán, Friedrich Kalpenstein und Frieda Lamberti verfasst. „Hearts on Fire – Leo“ ist bereits mein achtes Buch von Emily (und es warten noch einige andere), ihre Romane „Lichtblaue Sommernächte“ und die „Silberschwingen“-Dilogie (Band 1, Band 2) schafften es sogar in meine Jahreshighlights 2016 und 2018.

51qk4792x5L._SX337_BO1204203200_Bei seinen Kollegen der Wache 21 gilt der attraktive Leonhard Rindisbacher als Womanizer des Trupps. Der sportliche Blondschopf macht einen großen Bogen um feste Beziehungen, lässt aber ansonsten nichts anbrennen. Auch als Leo auf die ehrgeizige Journalistin Caro trifft, die leichtsinnigerweise an den Brandorten auftaucht, um über den Brandstifter zu berichten, der München seit geraumer Zeit in Angst und Schrecken versetzt, fliegen die Funken. Die Jagd nach der Story des Jahres bringt Caro dabei nicht nur dem verführerischen Leo näher, sondern weckt auch die Aufmerksamkeit des Feuerdämons und bringt sie in tödliche Gefahr …

„Hearts on Fire – Leo“ ist – wie auch so vom Verlag beworben – unabhängig von den anderen Bänden der Reihe lesbar. Die Geschichte, insbesondere die Love Story, ist in sich abgeschlossen, allerdings sind durchaus – was in Bezug auf die handelnden Personen auch gar nicht anders geht – Querverbindungen und Bezüge zu den vorherigen Bänden vorhanden, mit denen man sich auch spoilern könnte. Daher würde ich schon empfehlen, wenn möglich, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Das Setting in der Münchener Feuerwache mit den einzelnen Brandorten ist stimmig und zeugt von umfassender Recherche, zu der die Autorin auch im Rahmen der Danksagung etwas berichtet. Zudem ist die Handlung spannend und rasant, zugleich aber auch witzig und emotional – Emily Bold nimmt den Leser mit auf eine Gefühlsachterbahn, die ihn an das Buch fesselt. Dabei sorgt auch der flüssige, leichte und humorvolle Schreibstil der Autorin dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Das Buch wird aus den personalen Erzählperspektiven von Leo und Caro erzählt. Auch wenn ich mir eine Ich-Perspektive gewünscht hätte, ist man dennoch nah genug an den Protagonisten, um zu ihnen eine Bindung aufzubauen, sich mit ihnen identifizieren zu können. Dabei entwickeln sie sich auch im Laufe der Zeit weiter, haben Stärken und Schwächen und sind vielschichtig angelegt. Durch die anderen Bände der Reihe hat man zudem die Möglichkeit, über einige der interessanten Nebencharaktere mehr zu erfahren.

Naturgemäß treten in einem Buch über eine Feuerwache im Einsatz auch schwere Themen auf. Der Autorin gelingt es jedoch, diese nicht überhand nehmen zu lassen. So wird die Balance gut gehalten und der Fokus nie von der Liebesgeschichte weggerückt, obwohl in diesem Teil die alle Bände umfassende Kriminalgeschichte ihren Höhepunkt findet.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Satz haben sauber gearbeitet und das Cover ist farblich wunderschön und passt sich gut in das Gesamtgefüge der Reihe ein, das einen hohen Wiedererkennungswert und ein einheitliches Gesamtbild bietet.

Mein Fazit? „Hearts on Fire: Leo“ ist ein in allen Punkten überzeugender Liebesroman, der vor allem durch seine spannende und humorvolle Handlung und ein tolles Setting überzeugt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Standalone, allerdings würde ich den Lesern die ganze Serie in der richtigen Reihenfolge ans Herz legen.

[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Wintervanille“ (Kalifornische Träume 1)

In der letzten Zeit habe ich „Wintervanille“ von Manuela Inusa gelesen, den Auftaktroman ihrer dreibändigen (aber jeweils unabhängig voneinander lesbaren) Reihe „Kalifornische Träume“. Das Buch ist 2019 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bei dem Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse. „Wintervanille“ ist das 7. Buch, das ich von Manuela lese, mit „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ gelang ihr sogar der Sprung in meine Jahreshighlights 2016.

51KEGTXyJlL._SX332_BO1204203200_Mit viel Liebe führt Cecilia ihre Vanillefarm im kalifornischen Napa Valley. Sie handelt aber nicht nur mit dem Gewürz, sondern stellt auch leidenschaftlich gern köstliche Produkte damit her. Leider lässt ihre Passion Cecilia kaum Zeit für ihre beste Freundin Julia, geschweige denn für ein Liebesleben. Ein TV-Bericht über Cecilias Plantage und ihre besonderen Vanillekreationen weckt das Interesse von Richard Banks, dem Inhaber eines luxuriösen Hotels, der sie prompt einlädt, dort an einem Gewürzseminar teilzunehmen und selbst Vorträge zu halten. Cecilia ist begeistert, denn das Resort liegt am verschneiten Lake Tahoe – die perfekte Gelegenheit, echte Winterstimmung zu erleben! Sie ahnt nicht, dass Richard nicht nur ihre Vanillekekse zuckersüß findet …

„Wintervanille“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der perfekt zur anbrechenden Weihnachtszeit passt. Mit viel Gefühl, aber auch einer gehörigen Portion Humor schenkt Manuela Inusa den Lesern einige unbeschwerte Lesestunden. Dabei umschifft sie größtenteils schwere Themen, die nur am Rand in der Kindheit der jeweiligen Charaktere auftauchen. Hier hätten durchaus noch einige äußere Konflikte zu den Beziehungsdramen der Protagonisten hinzustoßen können, um die, genrebedingt teils vorhersehbare, Handlung noch runder, noch spannender zu halten.

Das Setting hingegen ist – erwartbar – brillant. Das sonnige Napa Valley, die verschneite Gegend des Lake Tahoe und das ganz eigene Flair von San Francisco – Kalifornien bietet dem Leser atemberaubend schöne Regionen und sorgt dafür, dass dieser sich an das andere Ende der Welt träumen kann.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich durchaus im Roman auch weiter, sind mir aber etwas zu glatt geraten und hätten noch die ein oder andere Schwäche, die ein oder andere dunkle Seite vertragen können, um dem Leser eine noch bessere Identifikation zu ermöglichen.

Die Buchgestaltung überzeugt dafür auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet und das wunderschöne Cover ist mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild passt gut zur Geschichte, und erschafft zusammen mit den Folgebänden ein einheitliches, rundes Gesamtbild mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Wintervanille“ ist ein überzeugender Feel-Good-Roman, der ideal zur Weihnachtszeit passt und mit einem grandiosen Setting brilliert, auch wenn ich mir etwas mehr Ecken und Kanten bei der Handlung und den Protagonisten gewünscht hätte. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Olivia Kleinknecht: „Der Regisseur“

In der letzten Zeit habe ich „Der Regisseur“ von Olivia Kleinknecht gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Das Buch ist in der vorliegenden Ausgabe 2019 im Selfpublishing erschienen und am ehesten dem Genre Thriller zuzurechnen.

41wuxnSsFnLDer Regisseur Vittorio Angelotti ist ein Machtmensch, der ohne Skrupel manipuliert und erpresst. Gerade das übt auf andere einen morbiden Reiz aus. Liegt im Leiden nicht die wahre Lust? Er inszeniert sein Leben wie seine Filme. Ihn interessiert nur eins: sein erotisches Vergnügen, die Suche nach dem ultimativen Glückskick. Doch dann überschreitet Angelotti bei seinem »Spiel« die Grenze zum Verbrechen und gerät in eine Mordintrige. Hält er wirklich noch alle Fäden in der Hand? Oder ist er vom Handelnden längst zum Spielball geworden?

„Der Regisseur“ ist ein etwas anderes Buch. Szenisch aufgebaut, verzichtet es auf die Einteilung in Kapitel oder andere konventionelle Sinnabschnitte, und reiht dahingegen kurze, fragmentarische Szenen/Schnitte aneinander – wie einzelne Cuts im Film. Dadurch wird die Handlung sehr schnelllebig, es fällt aber aufgrund den raschen Sprüngen auch nicht ganz einfach, den einzelnen Charakterern immer zu folgen.

Die Handlung ist morbide, ekelhaft und verstörend – und passt daher gut ins Gesamtbild. Die vielen einzelnen Handlungsstränge werden schlussendlich gut zusammengeführt und aufgelöst, der Spannungsbogen durchaus die größte Zeit gehalten. Etwas ermüdend sind lediglich die leicht zu lang geratenen, eingestreuten Szenen aus Angelottis „Il Papa“.

Die einzelnen Charaktere zeigen verschiedenste Facetten, entwickeln sich aber nur am Rande weiter. Etwas schade fand ich dabei, dass Mia, eine der faszinierendsten Personen, nur so wenig Auftrittszeit bekam. Dahingegen überzeugt das Setting auf ganzer Linie und zeigt Rom sowohl von seinen schönen, als auch von seinen schlechten Seiten.

Die Buchgestaltung kann mit der durchaus überzeugenden Handlung nicht ganz mithalten. Während das Cover noch gelungen ist und gut die Stimmung des Buches aufgreift, sind Lektorat, Korrektorat und Buchsatz doch einige Schnitzer unterlaufen. Die Fehlerquote hält sich dabei noch in einem tolerablen Rahmen und beeinträchtigt den Lesefluss nicht wesentlich, die teils unterschiedlichen Zeilenabstände irritieren jedoch.

Mein Fazit? „Der Regisseur“ ist ein im Großen und Ganzen guter und verstörender Thriller, der vor allem durch sein Setting und seine spannende Handlung überzeugt, aber auch leichte Schwächen in der Verarbeitung aufweist. Für Liebhaber des Genres dennoch zu empfehlen, allerdings nicht unter 18 Jahren.

Sehnsüchtig erwartete Buchpost

Gestern, pünktlich vor der heutigen Abreise nach München, erreichte mich eine neue Buchpost, die ich schon fieberhaft erwartet hatte. Vielen Dank an die liebe Anna von „Welt aus Tinte und Papier“ für die Übersendung ihres Debütromans „Wellensang“, der vor wenigen Tagen im Burgenwelt Verlag erschienen ist. Ich bin schon ganz gespannt auf die Geschichte und kann es kaum erwarten, das Buch zu lesen! Und vielen Dank auch für die Luftpolsterfolie – so macht Auspacken Spaß! 🙂

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[Buchgedanken] Anna Fischer: „Herz im Schneegestöber“

In der letzten Zeit habe ich „Herz im Schneegestöber“ von Anna Fischer gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares. Das Buch ist 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. erschienen und dem Genre Liebesroman zuzurechnen. Das Buch ist der vierte Band der – nicht zusammenhängenden und jeweils eigenständig lesbaren – Herz-Romane von Anna Fischer. Bereits erschienen sind: „Herz in Reparatur“, „Herz sucht Callboy“ und „Herz trifft Prinz“.

51t357jQSkLWie jedes Jahr will Umweltaktivistin Josie Weihnachten bei ihrer Familie in den USA verbringen. Auf dem Weg dorthin macht sie unfreiwillig Bekanntschaft mit dem gut aussehenden, aber arroganten Finanzmanager Adam Harper. Sehr schnell prallen ihre Weltanschauungen aufeinander. Dann legt auch noch ein Jahrhundert-Schneesturm den gesamten Flugverkehr lahm. Weil Josie es zu Weihnachten nach Hause schaffen und Adam zu seinem wichtigen Geschäftstermin kommen will, schließt das ungleiche Paar notgedrungen Waffenstillstand und begibt sich auf einen abenteuerlichen Roadtrip. Und plötzlich kommen bei beiden wider Erwarten mitten im Schneegestöber Frühlingsgefühle auf …

„Herz im Schneegestöber“ ist der ideale Begleiter für die anbrechende Weihnachtszeit. Ein Feel-Good-Roman mit Tiefgang, der sich nicht scheut, auch schwierige Themen anzusprechen. Dabei verliert er jedoch nie den auf die Beziehung der Protagonisten gerichteten Fokus. Auch wenn mir das Buch dabei an manchen Stellen fast zu moralisch, fast zu belehrend daherkommt, ist es doch wichtig, gerade in der heutigen Zeit, über das Thema Umwelt zu schreiben – elegant verpackt in der Figur von Josie – und alternative Lebensentwürfe aufzuzeigen.

Dagegen punktet der Roman vor allem durch das malerische Setting. So erlaubt es das Buch dem Leser, durch Nordamerika zu reisen, verschiedenste Städte, Plätze und Menschen kennenzulernen. So abstrus die Wendungen teils auch sein mögen, so gelungen porträtiert die Autorin die Begleiter, die Josie und Adam auf ihrer Reise treffen – sinnbildlich für die vielschichtige Gesellschaft.

Die Figuren der Handlung sind mehrdimensional angelegt und entwickeln sich konsequent weiter. Auch wenn mir das fast zu schnell geht, ist dies im Zweifel der Extremsituation geschuldet – und dem erwartbaren Ende, auf das der Roman unweigerlich zusteuern muss. Insbesondere gefallen mir daher die Nebenfiguren, die mit viel Liebe zum Detail dargestellt werden.

Die Buchgestaltung überzeugt weitgehend. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Auch das Cover und der Buchrücken sind schön angesehen, wenn mir auch erneut etwas der Bezug zur Handlung fehlt, auf die man hier noch stärker hätte eingehen können. Insgesamt fügt sich das Cover jedoch gut in die Reihe ein und sorgt somit für einen hohen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Herz im Schneegestöber“ ist ein gelungener Liebesroman – und ein idealer Begleiter für die Weihnachtszeit. Dabei kann das Buch vor allem mit einem zauberhaften Setting punkten, das es dem Leser ermöglicht, sich wegzuträumen. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNSTERBLICH mein“ (The Curse 1)

Vor kurzem habe ich „UNSTERBLICH mein“, den ersten Band der Neuauflage von Emily Bolds „The Curse“-Reihe gelesen. Das Buch ist in der vorliegenden Ausgabe 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger GmbH erschienen und mein Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!). Die Erstveröffentlichung erfolgte 2011 im Selfpublishing. Das Buch ist dem Genre Young-Adult Romantasy zuzurechnen.

51iiBRSCUmL._SX336_BO1204203200_Um ihre Geografie-Kenntnisse aufzubessern, verbringt Samantha ihre Ferien in Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Genau wie von dem geheimnisvollen Payton, der ein düsteres Geheimnis zu verbergen scheint. Payton ist über zweihundert Jahre alt, für immer gefangen im Körper eines Neunzehnjährigen und dazu verflucht, keine Emotionen zu empfinden – bis er Sam begegnet, die ihn endlich wieder etwas fühlen lässt. Doch mit jedem Schritt in Paytons Richtung rückt Sam einer grausamen Wahrheit näher, die in den Wirren der Zeit versteckt ist.

„UNSTERBLICH mein“ ist ein überaus gelungener Auftakt in die Geschichte um Sam und Payton. Eingebettet in das unglaublich schöne Setting der schottischen Highlands, behandelt das Buch in zwei Zeitebenen die großen Fragen des Lebens: Liebe und Tod, Treue und Verrat. Auch wenn die Handlung dabei teils vorhersehbar bleibt, wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten und der Leser so ans Buch gefesselt – auch durch die gelungene Wahl der Haupterzählperspektive, der ich-Perspektive von Sam, mit der man sich auf diese Weise gut identifizieren kann. Sofern die Autorin doch mal in eine andere Perspektive wechselt, werden diese in personaler Form erzählt.

Im Großen und Ganzen sind die Charaktere vielschichtig, dreidimensional angelegt und haben eigene Stärken und Schwächen, wenn sie sich teils auch irrational verhalten oder etwas schwer von Begriff sind :). Insbesondere Sam, entwickelt sich hier im Laufe des Buches weiter, und ich würde mich freuen, in den Nachfolgebänden vielleicht mehr über Ashley und Sean zu erfahren.

Emily Bolds Schreibstil ist flüssig, leicht lesbar, bildhaft und sehr einfühlsam, und bringt einem die Welt von Schottland nahe. Bereits mit der ersten Seite beginnt das Kopfkino zu laufen und zieht den Leser in die Handlung. Diese endet übrigens mit einem vernünftigen Abschluss – und nicht, wie derzeit in Mode, mit einem brutalen Cliffhanger. Danke daür! 🙂 So oder so lässt der Roman genug Raum und offene Fragen für die Nachfolgebände, die ich bereits kaum erwarten kann.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und das Cover ist wunderschön anzusehen, hochwertig geprägt und mit ausklappbaren, ebenfalls geprägten Klappen versehen. Einziger Wermutstropfen: bei einer solch liebevollen und detaillierten Gestaltung hätte ich mir farbige Coverinnenseiten gewünscht, diese fehlen leider. Ein gälisches Wörterbuch und eine Dramatis Personae am Ende runden das dennoch fantastische Gesamtpaket ab.

Mein Fazit: „UNSTERBLICH mein“ ist ein überzeugender Young-Adult Romantasy Roman, der vor allem mit seinem tollen Setting und einer spannenden Handlung punkten kann, aber nicht ganz an die brillante „Silberschwingen“-Dilogie (Teil 1, Teil 2) heranreicht. Dennoch bin ich sehr auf die Nachfolgebände gespannt, und kann das Buch bedenkenlos jedem Leser des Genres ans Herz legen. Die vom Verlag vorgeschlagene Altersempfehlung würde ich allerdings minimal korrigieren und das Buch ab einem Alter von 13/14 empfehlen.

Bildungsurlaub an der Nordsee

20190916_184449Bereits vor einigen Wochen, Mitte September, begab ich mich für eine knappe Woche an die Nordsee – genauer gesagt nach Seefeld, idyllisch am Jadebusen gelegen. Dort verbrachte ich den mir gesetzlich zustehenden Bildungsurlaub für 2019 (einen Dank an dieser Stelle an die Gesetzgeber!). Auf dem Plan stand ein Kurs zum Thema: „Kreatives Schreiben als Quelle der Kraft und Inspiration für Alltag und Beruf“. Und auch wenn das Programm insgesamt etwas zu stark esoterisch angehaucht war, gab es doch einige tolle Begegnungen und Bekannschaften, Inspirationen und Impulse. Neben diversen Elfchen schrieb ich dort unter anderem meine Kurzgeschichte für den diesjährigen lit.Love-Schreibwettbewerb und einige weitere, kurze, fast fragmentarische Texte. Sicherlich nicht mein letzter Bildungsurlaub – auch für das nächste Jahr ist bereits ein Kurs zum kreativen Schreiben – allerdings zur Abwechslung woanders – fest angedacht.

[Buchgedanken] Nina MacKay: „Black Forest High: Ghostseer“ (BFH 1)

Pünktlich zur Buchmesse – und direkt aus dem Zug – möchte ich Euch noch ein Buch vorstellen, das ich in den letzten Tagen gelesen habe. „Black Forest High: Ghostseer“ von Nina MacKay ist 2019 bei ivi erschienen, einem Imprint der Piper Verlag GmbH, und am ehesten dem Genre Low Fantasy zuzurechnen – auch wenn sich diese Klassifizierung mit den Folgebänden durchaus auch in Richtung Young-Adult-Romantasy verschieben könnte. Das mir vorliegende Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!).

512BfMxVix2L._SX327_BO1204203200_Was, wenn die Auserwählte tot ist und du ihren Platz einnehmen musst? Die Black Forest High ist die Schule für Geisterjäger, Exorzisten und Geistermedien. Als Seven mit ihrem besten Freund, dem Geist Remi, die Schule zum ersten Mal betritt, macht sie das nicht nur bei den gutaussehenden Zwillingen Parker und Crowe interessanter als ein Geist mit zwei Köpfen. Neben ihrer Abneigung gegen den Unterricht im Exorzismus lässt Sevens Gerechtigkeitssinn sie schnell am Leitsatz der Black Forest High zweifeln: »Wer über die Toten herrscht, beherrscht auch die Lebenden«. Warum halten das alle für normal? Und warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Zu allem Überfluss scheinen es sämtliche Poltergeister ausgerechnet auf sie abgesehen zu haben …

„Black Forest High: Ghostseer“ ist ein mehr als gelungener Auftakt in eine neue Buchreihe. Rasant und witzig, voller popkultureller Anspielungen, emotional und magisch – Nina MacKay sorgt dafür, dass man als Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Unerwartete Wendungen und neue Erkenntnisse sorgen immer wieder für Überraschungen und Spannungsspitzen – auch wenn ich der Autorin den Cliffhanger am Ende etwas übel nehme :).

Sowohl Setting, als auch Weltenbau überzeugen auf ganzer Linie. Die Gegensätze zwischen dem ländlichen Setting in Utah und der verwunschenen Schule im düsteren Schwarzwald werden klar und anschaulich beschrieben und erlauben es dem Leser, sich dorthin zu träumen. Der – bei einer Geschichte, die in der realen Welt spielt, nur in Grenzen mögliche – Weltenbau punktet vor allem mit dem (der Einfachheit halber mal so bezeichneten) Magiekonzept. Geister, Geistfähigkeiten, politische Strömungen werden eingeführt. Da man sie zusammen mit der Protagonistin Seven kennenlernt, ist es gar nicht wichtig, dass hier vereinzelte Puzzleteile noch fehlen, um ein wirklich schlüssiges und aussagekräftiges Bild zu schaffen. Ich bin mir sicher, dass sich dies nach und nach mit Fortsetzung der Reihe weiter aufbaut und vervollständigt.

Die Charaktere sind plastisch und dreidimensional gezeichnet. Sie haben Stärken, Schwächen, eigene Motive und Ziele. Dabei überzeugen auch – und gerade – die Nebencharaktere, insbesondere Varla. Gut gefällt mir in dem Zusammenhang auch die Wahl der Erzählperspektive, die es dem Leser ermöglicht, sich durch die Ich-Perspektive von Seven noch stärker mit ihr als Protagonistin zu identifizieren. Sofern doch andere Perspektiven notwendig für die Handlung waren, werden diese klar abgegrenzt, betitelt und in peronaler Erzählperspektive dargestellt.

Die Buchgestaltung ist phänomenal gelungen. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen auf ganzer Linie. Das Cover ist hochwertig geprägt und besitzt ausklappbare, farbig Coverinnenseiten. Dabei wird das wunderschöne, blasse und mystische Titelbild auf den Innenseiten aufgegriffen und sorgt für einen tollen Gesamteindruck.

Mein Fazit? „Black Forest High: Ghostseer“ ist in in allen Punkten überzeugender Auftakt in eine neue – hoffentlich langlebige – Buchreihe um Geisterseher in der realen Welt. Dabei punktet der Roman vor allem mit tollen Charakteren, einer spannenden und witzigen Handlung und einem gelungenen Setting – und lässt dabei genug offene Fragen und Spielraum für die Folgebände. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – idealerweise erst ab 14 Jahren (wie auch vom Verlag empfohlen).