[Buchgedanken] Nika S. Daveron: „Fine Line – Create Your Character“ (Fine Line 1)

In der letzten Zeit habe ich „Fine Line – Create Your Character“ von Nika S. Daveron gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Das Buch ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2019 im Selfpublishing erschienen, die Erstausgabe wurde 2015 veröffentlicht. „Fine Line – Create Your Character“ ist als Fantasy-Roman einzuordnen, kann aber auch mit Thriller-Elementen aufwarten.

41tLeXKYJxLElayne ist ganz besessen von dem Spiel Fine Line, einem eigentlich typischen Onlinespiel. Doch bald stellt sie fest, dass an Fine Line eigentlich gar nichts normal ist, nachdem sie der Gilde Xanadu beitritt. Denn die Gilde hat durch eine spezielle Technologie die Möglichkeit, in den Körper ihrer Avatare einzutauchen. Anfangs gefällt Elayne dieses phänomenale Spielgefühl, doch schon bald entbrennt ein Kampf um Leben und Tod, als jemand versucht, diese Technologie zu stehlen.

„Fine Line – Create Your Character“ ist der Auftakt zu einer Buchreihe um das Computerspiel „Fine Line“ und greift das klassische Motiv auf, dass Menschen mit ihren Avataren verschmelzen, wenn auch auf eher ungewohnte Weise über einen technischen Ansatz. Da es diesem – zumindest noch – an Plausibilität fehlt, ist „Fine Line“ als Fantasyroman und nicht als Science Fiction einzuordnen. Dies kann sich aber durchaus im Verlauf der Reihe noch drehen.

Die Handlung ist spannend und durch den Wechsel zwischen realer und fiktiver Welt abwechslungsreich. Zudem gelingt es Nika S. Daveron auch, durch unvorhergesehene Wendungen immer mal wieder an der Spannungsschraube zu drehen. Zwar bietet der Roman – wie üblich in einer Reihe – leider am Ende einen Cliffhanger, dieser ist erfrischenderweise aber sehr mild ausgeprägt. Dennoch kann der Roman nicht wirklich als Standalone gelesen werden, da zum Ende hin kaum Handlungsstränge ausreichend aufgelöst sind.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und flüssig lesen, ist vor allem authentisch an der Gamer-Szene orientiert, was für einen durchschnittlichen Leser allerdings auch erstmal eine Umstellung sein kann. Da jedoch Elayne auch erst in die Szene hineinwächst, werden Begriffe wie TeamSpeak und Tank geduldig erklärt, sodass der Leser mit ihr zusammen die Gamingwelt kennenlernen kann – was auch dadurch erleichtert wird, dass man aufgrund der Ich-Perspektive von Elayne sich gut mit ihr identifizieren kann.

Das Setting überzeugt im Wesentlichen, die einzelnen Welten im Spiel hätten allerdings noch bildgewaltiger beschrieben werden können, um den Leser noch mehr mit auf die Reise zu nehmen, um das Kopfkino zu erleichtern. Lobend erwähnen möchte ich zudem die Lösung, die die Autorin im Bereich der Triggerwarnung gewählt hat. Zwar bin ich weiterhin der Überzeugung, dass man in den meisten Fällen auf sie verzichten kann und vielmehr Hilfsangebote für Betroffene in den Mittelpunkt stellen sollte, aber mit einem Hinweis, dass man für mögliche Triggerwarnungen Kontakt mit der Autorin vorab aufnehmen soll, kann ich mich ebenfalls anfreunden.

Da relativ viele Charaktere in dem Roman angelegt und eingeführt werden, ist es nachvollziehbar, dass die Entwicklung der einzelnen Charaktere noch etwas im Hintergrund bleibt. Dies ist für eine Reihe aber nicht unüblich, und daher hoffe ich, dass in den nächsten Bänden die Motive, Stärken und Schwächen der vielen Charaktere noch stärker herausgearbeitet werden. Dass sich gerade Elayne hier teils auch unlogisch und nicht nachvollziehbar verhält, liegt nunmal auch an der Krankheit (über die man sicher in den Triggerwarnungen informiert worden wäre).

Die Buchgestaltung hat hingegen leichte Schwächen zu bieten. So sind dem Lektorat und Korrektorat kleinere Fehler durchgerutscht, die sich aber noch im Rahmen halten und den Lesefluss nicht beeinträchtigen. Der Buchsatz verzichtet leider auf die automatische Silbentrennung am Zeilenende, sodass ein uneinheitliches Zeilenbild entsteht. Das Cover passt gut zur Geschichte und bietet ein durchaus ansprechendes Titelbild. Farblich ist es jedoch eher unauffällig und relativ einfach gedruckt. Insgesamt ergibt es aber mit dem zweiten Teil ein einheitliches Reihenbild.

Mein Fazit: „Fine Line – Create Your Character“ ist ein im Wesentlichen gelungener Auftakt in die phantastische Buchreihe über das Computerspiel „Fine Line“. Der Roman punktet im Wesentlichen mit einer spannenden Handlung und einer authentischen Sprache, kleinere Schwächen in der Logik, Charakterentwicklung und Buchgestaltung fallen dagegen nicht so sehr ins Gewicht. Für Liebhaber des Genres oder von Rollenspielen bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Ava Reed: „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ (Ashes 1)

In den letzten Tagen habe ich den ersten Band der „Ashes and Souls“-Dilogie von Ava Reed gelesen. „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ erschien 2019 als Hardcover in der Loewe Verlag GmbH und ist dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen.

51IniBPiJsL._SX351_BO1204203200_Eine Liebe zwischen Tod und Unsterblichkeit

Prag wird die goldene Stadt genannt, doch Mila sieht dort unendlich viel grau. Denn sie hat eine besondere Fähigkeit: Sie kann den Tod vorhersehen. Menschen, die bald sterben werden, verlieren in Milas Augen jegliche Farbe. Verzweifelt versucht sie, diesen Fluch loszuwerden, und gerät dabei in den Kampf zwischen Licht und Dunkelheit. Schnell findet sie heraus, dass Himmel und Hölle ganz anders sind, als sie es sich vorgestellt hat. Für welche Seite wird Mila sich entscheiden?

„Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ ist ein beeindruckender Auftakt in eine phänomenale Dilogie, angesiedelt an der Grenze vom fantastischen Jugendbuch hin zu Young-Adult Romantasy, wobei die doch präsente Liebesgeschichte für mich den Ausschlag zu letzterer Genrezuordnung gab. Erzählt in mehreren personalen Erzählperspektiven und vor dem Hintergrund eines fabelhaften Settings in der Stadt Prag schafft die Autorin ein bildgewaltiges Werk, das nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch Grau in allen Schattierungen kennt.

Hierbei punktet das Buch vor allem auch dank seinen Charakteren. Dabei überzeugen nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern auch die Nebencharaktere, sind vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Stärken, Schwächen, eigene Ziele und Motive. Neben Mila bin ich besonders von Reia und Zech – und natürlich von Mim und Pan angetan (ich meine, wer liebt sie nicht?!).

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, auch wenn die Handlung teils vorhersehbar ist. Zwar endet das Buch in einem Cliffhanger, dieser ist aber erstaunlich moderat. Insgesamt sorgt er jedoch dafür, dass man Teil 1 keinesfalls als Standalone lesen kann – was man aber nach der wirklich tollen Lektüre auch nicht möchte.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und flüssig lesen – und ist bildhaft, sodass das Kopfkino sofort anspringt. Trotz der personalen Erzählperspektive gelingt es Ava zudem, zwischen dem Leser und den Protagonisten, insbesondere zu Mila, ein Band aufzubauen, man leidet, lacht und weint mit ihr, sodass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls überragend, Lektorat, Satz und Korrektorat haben sauber gearbeitet. Beim Cover hat sich Covergott Alexander Kopainski mal wieder selbst übetroffen und ein wunderschönes Titelbild gezaubert, das zudem hochwertig geprägt ist. Lediglich unter dem Schutzumschlag kommt das Buch etwas eintönig daher.

Mein Fazit? „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“ ist ein wundervoller Reihenauftakt, der vor allem dank seiner tollen Charaktere und eines wunderschönen Settings punkten kann und viele Fragen für den Folgeband offenlässt. Für Genreleser bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14 Jahren. Wenn der Folgeband, der bereits auf meinem SuB liegt, das Niveau halten kann, ist der Dilogie die Aufnahme in meine Jahreshighlights wohl nicht zu nehmen.

[Buchgedanken] Beatrix Gurian: „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“

Vor dem Aufbruch nach Leipzig habe ich „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“ von Beatrix Gurian gelesen. Das Buch ist 2019 in der Arena Verlag GmbH erschienen und dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen. Normalerweise wäre dies hier meine Rezension, die ich traditionell auf der Leipziger Buchmesse schreibe. Aufgrund des Veranstaltungsausfalls erfolgt die Besprechung heute allerdings aus dem Hotel.

51OfU-Y8zsL._SX354_BO1204203200_Sechs Tänzer gehen auf den Ball ihrer Träume. Fünf haben die Chance auf das große Glück. Einer bezahlt dafür mit seinem Leben …

Als Amy die Einladung für den sagenumwobenen Alabasterball in den Händen hält, glaubt sie, ihrem Ziel einen Schritt näher zu sein. Sie möchte Ballkönigin werden. Vor allem aber muss sie dort, auf der abgelegenen Insel Kallystoga, ihre Schwester finden, die vor einem Jahr an der märchenhaften Ballnacht teilnahm – und nie wieder zurückkam. Doch mit jedem Tanz, den Amy auf Kallystoga tanzt, deckt sie ein neues Geheimnis auf. Ein Geheimnis, das nicht nur den Ball selbst infrage stellt, sondern auch ihre Gefühle zu dem attraktiven Matt, der ihr Herz wie kein anderer zum Schmelzen bringt …

„Alabasterball“ von Beatrix Gurian ist ein solides Buch für jugendliche Leser, das sein enormes Potential leider nicht gänzlich ausschöpft. Nach der wahnsinnig interessanten und genialen Grundprämisse hätte hier das Potential für ein Jahreshighlight bestanden, zurück bleibt immerhin ein durchaus lesenswertes Buch. Etwas vermessen ist daher auch der im Werbetext gezogene Vergleich zu „Rubinrot“ und „Selection“, die beide zu den absoluten Meisterwerken des Genres gehören.

Nichtsdestotrotz kann „Alabasterball“ mit einem wunderschönen Setting punkten. Die Insel Kallystoga, das Anwesen der Strandhams – Beatrix Gurian erschafft malerische Bilder, die es dem Leser erlauben, sich ebenfalls auf die Insel zu träumen. Zudem ist die Handlung spannend und – das muss man der Autorin zugutehalten – abwechslungsreich und teils unvorhersehbar. Allerdings wird dabei die Handlung gleichsam immer abgedrehter und wirrer, überladener und wartet mit Logiklücken auf.

Auch die Charaktere bleiben teils etwas blass, insgesamt sind sie aber sympathisch und man kann sich gut mit ihnen identifizieren, insbesondere auch mit den Nebenfiguren Millie, Lilja und Ryan. Diese entwickeln sich durchaus auch weiter. Zudem ist erkennbar, dass die Autorin versucht hat, allen Figuren eigene Motive und Ziele, eigene Stärken und Schwächen zu geben.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht und flüssig lesen und sorgt dafür, dass das Kopfkino sofort anspringt. Punktuell hätte ich mir allerdings noch genauere Beschreibungen gewünscht, um die sehr visuelle Handlung des traumhaften Balles noch stärker zu untermalen.

Die Buchgestaltung hingegen vermag auf ganzer Linie zu überzeugen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, und das Cover aus der Schmiede des Covergottes Alexander Kopainski ist ein wahrer Eyecatcher und der Hauptgrund, warum mir das Buch überhaupt ins Auge gefallen ist.

Mein Fazit? „Alabasterball: Der Fluch der letzten Küsse“ ist ein gutes Buch, das durch ein traumhaftes Setting und eine tolle Grundprämisse glänzt, sein Potential aber leider nicht ganz ausschöpft. Für Leser ab 12 dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNVERGÄNGLICH wir“ (The Curse 3)

In den letzten Tagen habe ich den finalen Band der „Curse“-Trilogie von Emily Bold gelesen. „UNVERGÄNGLICH wir“ erschien in der aktuellen Ausgabe 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger GmbH, die Erstausgabe wurde 2014 im Selfpublishing bei Books on Demand veröffentlicht. Das Buch ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen, meine Besprechung zu den Vorgängern findet ihr hier (Band 1, Band 2).

~~~ Achtung! Die nachfolgende Besprechung kann milde Spoiler zu den Vorgängerbänden enthalten ~~~

51PcUi8LD3L._SX342_BO1204203200_Sam will nur noch eines: ein normales Leben mit Payton führen. Doch das Schicksal macht ihr einmal mehr einen Strich durch die Rechnung. Nicht nur, dass Sam von einer Entdeckung erschüttert wird, die alles verändert, auch ihre Liebe muss einer harten Zerreißprobe standhalten: Weder sie noch Payton schaffen es, das Geschehene hinter sich zu lassen. Bald muss sich Sam der Frage stellen, erneut in die Vergangenheit zu reisen oder diese für immer ruhen zu lassen …

Auch der dritte, finale Band der Trilogie knüpft nahtlos an die Vorgängerbände an und schreibt die Handlung fort bzw. verändert diese. Und hier wären wir direkt wieder bei dem einzigen wirklichen Problem, das ich seit dem zweiten Teil mit der Reihe habe. Das Konzept der Zeitreisen, wie es hier angelegt ist, wirft – so man denn bei Zeitreisen wirklich davon sprechen kann – logische Ungereimtheiten auf. Dabei geht Emily Bold in diesem Buch sogar noch weiter und schreibt mit ihren Figuren nicht nur die Vergangenheit instant neu, sondern lässt auch noch Figuren auf ihr vergangenes Ich treffen – ein wahres Kuddelmuddel und schwerlichst erklärbar.

Abgesehen davon gelingt es der Autorin erneut, vor dem brillanten Setting der schottischen Highlands eine durchaus spannende, wenn auch teils vorhersehbare Geschichte zu schreiben, die man direkt durch die Augen von Sam erlebt. Dabei überrascht Emily damit, in diesem Band einen stärkeren Fokus auf die Antagonisten zu legen, die dadurch komplexer, menschlicher, ja sogar teils sympathischer werden.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht lesbar und lässt das Kopfkino sofort anspringen, sodass man als Leser an das Buch gefesselt wird. Man leidet, lacht und weint mit den Protagonisten, zu denen man sofort eine Bindung aufbaut. Und ja, manchmal möchte man sie auch schütteln.

Die Buchgestaltung ist – wie gewohnt – brillant. Lektorat, Korrektorat und Satz haben sauber gearbeitet, das Cover ist sehr hochwertig geprägt, wunderschön und mit Klappen versehen. Gebetsmühlenartig wiederhole ich aber auch, dass ich mir bei einem so hochwertigen Druck farbige Coverinnenseiten gewünscht hätte. Eine Dramatis Personae, ein gälisches Wörterbuch und eine Erklärung von Runensteinen sowie ein Nachwort der Autorin zum Thema Zeitreisen und Schicksal runden das tolle Gesamtbild ab.

Mein Fazit? „UNVERGÄNGLICH wir“ ist ein ohne Zweifel spannendes, hochemotionales Finale, das den Leser auf eine Gefühlsachterbahn mitnimmt, sodass er das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Kleinere Logikfehler sind dabei zu verschmerzen und mindern das Lesevergnügen nicht – für Leser des Genres bedenkenlos zu emfephlen, und etwa ab 14 Jahren.

Insgesamt hat die Autorin eine solide Trilogie geschaffen, die brillant anfängt und nur leicht nachlässt. Sie erzählt eine fantastische Liebesgeschichte mit starken Gefühlen, tollen Bildern und interessanten Charakteren. Das dabei teils die Logik etwas herunterfällt, kann vernachlässigt werden.

 

Rückblick Lesechallenges 2019

Lange habe ich es aufgeschoben, doch heute möchte ich endlich einen abschließenden Blick auf meine Lesechallenges 2019 werfen. Teilgenommen habe ich an zwei Aktionen:

Leider muss ich in diesem Jahr ein doch eher ernüchterndes Fazit ziehen. Während die erste Jahreshälfte wirklich gut lief, habe ich in der zweiten Jahreshälfte die Challenges kaum mehr bedient, da ich auch viele Rezensionsexemplare gelesen habe.

Doch nun zu den schnöden Fakten:

Für die Challenge „Ran an den SuB mit Ava“ habe ich 14 von 36 Bücher gelesen, beim Kunterbunten Bücherwahn 11 von 20 Aufgaben erfüllt. Alles in allem also ein eher maues Ergebnis, daher habe ich auch für 2020 keine Lesechallenge eingeplant. So gelingt es mir vielleicht, effektiv und sinnvoll den SuB etwas abzuarbeiten, der in diesem Jahr aufgrund der ausgefallenen Loveletter Convention prognostisch nicht so stark wächst. Aber in 2021 bin ich dann gern wieder dabei – denn gemeinsam lesen macht einfach mehr Spaß :).

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNENDLICH dein“ (The Curse 2)

In den letzten Tagen habe ich „UNENDLICH dein“ von Emily Bold gelesen, den zweiten, neuaufgelegten Band ihrer Trilogie „The Curse“. Das Buch wurde 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH veröffentlicht, die Originalausgabe erschien 2012. „UNENDLICH dein“ ist am ehesten dem Genre Young-Adult Romantasy zuzuordnen, die Besprechung des Vorgängerbandes kann *hier* abgerufen werden.

~~~ Die nachfolgende Besprechung kann Spoiler zum Vorgängerband enthalten! ~~~

51eooa05M6L._SX337_BO1204203200_Nachdem Vanoras Fluch gebrochen ist, sollte das Glück von Sam und Payton eigentlich perfekt sein. Wäre da nicht die Tatsache, dass die böse Hexe Nathaira mit ihrem letzten Atemzug Payton erneut einen Fluch aufbürdet: Da seine große Liebe Sam überlebt hat, soll er nun an ihrer Stelle sterben. Sam macht sich fieberhaft auf die Suche nach einer Lösung. Diese führt sie nicht nur zurück an den Ort, an dem alles begann, sie zeigt ihr auch, dass die Liebe über die Zeiten hinweg existiert …

„UNENDLICH dein“ schließt nahtlos an den Vorgängerband an und setzt die Handlung fort. Dabei trifft der Leser nicht nur altbekannte und geliebte Charaktere, sondern lernt auch neue Figuren kennen. Etwas schade fand ich allenfalls, dass sich meine Hoffnung, mehr von Ashley und Sean zu erfahren, handlungsbedingt nicht erfüllte. Aber es gibt ja noch Teil drei … 🙂

Durch die ideale Erzählperspektive (Ich-Erzählung aus Sicht von Sam mit eingestreuten weiteren personalen Erzählern) erfährt der Leser die Handlung aus erster Hand, kann sich gut mit Sam identifizieren, leidet, lacht und weint mit ihr. Auch wenn ihre Handlungen nicht immer ganz nachvollziehbar sind, entwickelt sich Sam dennoch im Verlauf der Geschichte weiter.

Insgesamt ist die Handlung durchaus auch spannend, obwohl teils vorhersehbar und ja bereits bekannt. Durch die eingestreute Zeitreise und die verschiedenen Zeilinien wird sie auch komplexer. Dabei gelingt es der Autorin, die einzelnen Handlungsstränge gut miteinander zu verknüpfen, auch wenn das Umschreiben der Vergangenheit mir doch etwas unlogisch erscheint.

Brillant hingegen ist das malerische und traumhafte Setting des Schottlands der Vergangenheit. Genauso gelungen: die versteckte Hommage an „Outlander“ im Text. Insgesamt kommt der zweite Teil jedoch nicht ganz an die annähernde Perfektion des ersten Bandes heran, der daher ja auch in den erweiterten Kreis meiner Jahreshighlights 2019 aufgenommen wurde.

Die Buchgestaltung überzeugt erneut auf ganzer Linie. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, zudem wird das Buch mit einem gälischen Wörterbuch und einer Dramatis Personae abgerundet. Das Cover ist wunderschön, ein wahrer Eyecatcher mit farbigen Klappen und hochwertig geprägt. Es passt sich gut in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Bei einem so wertigen Buch hätte ich mir allerdings noch farbige Coverinnenseiten gewünscht.

Mein Fazit: „UNENDLICH dein“ ist eine gelungene Fortsetzung der „The Curse“-Trilogie, die vor allem mit einem brillanten Setting punktet. Auch wenn die Handlung nicht ganz an Buch eins heranreicht, bietet sie viel Potential für den abschließenden Band der Reihe. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – in etwa ab 14 Jahren.

[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „California’s Next Magician“ (Next Magician 1)

Vor kurzem habe ich „California’s Next Magician“ gelesen, den Auftaktband der zauberhaften Next-Magician-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2019 im Drachenmond Verlag erschienen, der Nachfolgeband „America’s Next Magician“ erscheint im März 2020 und ist bereits beim Verlag vorbestellbar.

25 Magicians. 5 magische Aufgaben.
Wer überlebt? Ein silberner Brief, der fünfundzwanzig Schicksale besiegelt. Eine neue Weltordnung, errichtet durch die Magie von vier Gilden. Ein Mädchen aus den Glastürmen, dessen Mut alles verändert.

51AjXFRDZCL._SX350_BO1204203200_Magische Aufgaben und starke Konkurrenten erwarten Josephine im Schloss, als ein Brief sie zur Teilnahme an der Regentschaftswahl Californias verpflichtet. Modernste Technik soll die dauerhafte Übertragung des Geschehens im Land gewährleisten und ein Abgesandter des Kaisers die Fairness wahren. Doch der momentane Regent denkt gar nicht daran, abzudanken. Während Josephine großes magisches Potenzial entwickelt, wird schnell klar: Es gibt kein Entkommen! Weder vor den Kameras und den gefährlichen Aufgaben der Wahl, noch vor den Mordanschlägen auf sie. Und schon gar keine Zukunft für ihre geheime Liebe – oder?

„California’s Next Magician“ erfüllt die hohen Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, völlig, ist aber auch perfekt auf meinen Lesegeschmack zugeschnitten. Als Mischung aus „Selection“ und „Tribute von Panem“, gewürzt mit einem Schuss Magie und garniert mit einer, allerdings etwas im Hintergrund stehenden, Liebesgeschichte, ist das Buch ein wahrer Pageturner und sorgt dafür, dass man es am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.

Diese Kombination zeigt aber auch ein kleines Problem des Buches: eine Genrezuordnung fällt mir nicht leicht, deshalb habe ich sie auch oben unterlassen. So sind sowohl dystopische Anklänge, als auch Elemente der Urban Fantasy vorhanden – von Young-Adult-Romantasy ganz zu schweigen. Vielleicht könnte man sich auf „fantastisches Jugendbuch“ einigen, aber zum Glück muss ich diese Entscheidung ja nicht treffen :).

Die Handlung ist hochspannend, der Autorin gelingt es, mit mehreren unerwarteten Wendungen den Leser immer wieder im Unklaren zu lassen. Der Weltenbau überzeugt ebenfalls im Großen und Ganzen, wenn auch hier durchaus noch Lücken sind, die hoffentlich durch den Nachfolgeband geschlossen werden. Durch die (perfekte) Wahl der Erzählperspektive, einer Ich-Erzählung aus Sicht der Protagonistin, lernt der Leser mit ihr zusammen die Welt kennen, kann sich gut mit ihr identifizieren, leidet, lacht und verzweifelt mit ihr – ich bin immer noch leicht schockverliebt!

Die einzelnen Charaktere sind insgesamt vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Schwächen, Stärken, jeweils eigene Ziele und Motive – und entwickeln sich auch im Laufe der Handlung weiter. Dabei hoffe ich, in Band zwei vielleicht auch von einigen meiner bevorzugten Nebencharaktere (Majlin und Rayn) noch mehr zu lesen.

Als dystopisch-angehauchter Roman wartet „California’s Next Magician“ zudem mit einigen gesellschaftskritischen Elementen auf. Egal, ob es sich um das Thema Umweltschutz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder um Fragen von autokratischen Herrschaftssystemen handelt, Isabel Kritzer gelingt es, ohne belehrend zu wirken, in Form einer fantastischen Geschichte eigene Meinungen und Überzeugungen zu vermitteln – vor dem Hintergrund eines anschaulichen, und wirklich brillanten Settings. Dabei ist der Schreibstil der Autorin leicht und flüssig lesbar, humorvoll und hochemotional.

Die Buchgestaltung ist – wie im Verlag üblich – überzeugend. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön und wartet zudem mit einer Illustration, einer Weltkarte und einer Playlist auf. Das Cover hingegen ist brillant – ein wahrer Eyecatcher, ein wirkliches Meisterwerk von Covergott Alexander Kopainski, auf das auch eine meiner Stimmen im Lovelybook Leserpreis 2019 entfiel.

Mein Fazit? „California’s Next Magician“ ist ein überzeugender Auftakt in eine magische Dilogie, der vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein wunderschönes Setting brilliert. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14.

Wenn es dem zweiten Band – den ich übrigens kaum noch erwarten kann – gelingt, letzte Lücken im Weltenbau zu schließen und die Handlung nahtlos und genauso spannend weiterzuführen, ist der Dilogie ein Platz in meinen Jahreshighlights 2020 bereits jetzt kaum zu nehmen.

 

[Jahresrückblick] Blogstatistik 2019

Bevor ich in den nächsten Tagen zu den deutlich interessanteren Jahresrückblicken als Leser und Autor komme, heute erstmal das schnöde Zahlenwerk – meine Blogstatistiken.

Auch in diesem Jahr habe ich die Loveletter-Convention, die Leipziger Buchmesse, das Lit.Love-Lesefestival, die Frankfurter Buchmesse und die Litblog-Convention besucht, mich vernetzt und viele neue Leute kennengelernt. Stolz bin ich darauf, dass immer mehr Autoren auch über meinen Blog, der immer noch zu den kleineren Buchblogs gehört, stolpern, und mich aktiv ansprechen.

Doch nun erstmal zu den nackten Zahlen und Daten.

  • Aufrufe: 4.587 (Vorjahr: 4.226) – Steigerung um 8,5%
  • Besucher: 2.565 (Vorjahr: 2.462) – Steigerung um 4,2%
  • Gefällt-mir-Klicks (WordPress): – 624 (Vorjahr: 779) – Rückgang um 19,9%
  • Kommentare (WordPress): 72 (Vorjahr: 110) – Rückgang um 34,5%
  • WordPress-Follower: 122 (Vorjahr: 108) – Steigerung um 13,0%
  • Facebook-Follower: 388 (Vorjahr: 332) – Steigerung um 16,9%
  • Instagram-Follower: 135 (im letzten Jahr noch ncht erfasst)

Bis auf den Rückgang der Kommentare und Likes hier auf WordPress (der allerdings stark mit teils fehlerhafter Funktionalität und abgemeldeten Konten im Zuge der DSGVO zusammenhängt – hier muss ich mich im Laufe des Jahres mal an die Überarbeitung setzen), sind das tolle Zahlen. Nochmal vielen, vielen Dank für jeden einzelnen Leser, auf dass im nächsten Jahr die 5.000 Aufrufe geknackt werden 🙂

Der erfolgreichste Blogbeitrag war in diesem Jahr erstmals eine Rezension – und zwar die zu „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ von Ava Reed. Ich glaube, es ist kein großer Spoiler, wenn ich bereits jetzt ankündige, dass es zu diesem Buch bald in einigen Tagen noch einmal etwas von mir zu lesen gibt :).

Und jetzt seid ihr gefragt. Was gefällt Euch? Was fehlt Euch? Wovon wollt Ihr mehr? Rein damit in die Kommentare :).

[Buchgedanken] Anna Eichenbach: „Wellensang: Eine Limfjord-Saga“

Vor Weihnachten habe ich Anna Eichenbachs Debütroman „Wellensang: Eine Limfjord-Saga“ gelesen. Das Buch ist 2019 im Burgenwelt Verlag erschienen und dem Genre „Historische Romane“ zuzurechnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an die Autorin (bloggt auf „Welt aus Tinte und Papier„) für das Leseexemplar.

51CdHi3PcLL._SX335_BO1204203200_Ende des 8. Jahrhunderts in Nordjütland: Als Zeichen der Freundschaft zwischen Dorsteinn und Limgard wird die Jarlstochter Turid in die alte Heimat ihrer Mutter gesandt. Nur widerwillig verzichtet sie dort auf ihre gewohnten Freiheiten. Im Dorf zu bleiben und zu weben, während die Männer auf Raubzug ziehen, widerspricht gänzlich dem Leben, das sie vom Hof ihres Vaters kennt. Dennoch zögert sie, als sich ihr die Gelegenheit zur Rückkehr nach Hause bietet: Längst hält sie mehr in Limgard, als sie sich eingestehen möchte. Ausgerechnet die Limgarder Rorik und Svein, die einander näher stehen als Brüder, verlieben sich in Turid. Aus Gefährten werden Konkurrenten. Bis ihr gemeinsamer Freund Hakon sie zu einem anderen Abenteuer lockt. Angespornt durch Gerüchte über eine Insel voller Reichtümer, brechen die drei Männer an Bord der in die Jahre gekommenen Meereswolf zu einer Víking auf. Ihr Ziel: England – und ein Platz in den Liedern der Skalden. Doch die Unternehmung soll anders verlaufen, als erhofft …

„Wellensang“ ist ein gelungenes Debüt, das Hoffnung auf mehr erweckt. Der Roman bemüht sich, ein akkurates Portrait der damaligen Zeit zu zeichnen. Ohne zu glorifizieren, zeigt er auch die dunklen Seiten der Wikinger, die Normalität von Beutefrauen sowie die brutale Gewissenlosigkeit mit der gegen Einheimische vorgegangen wird. Dabei zeugen sowohl die Erzählsprache als auch die Handlung von Authentizität, von gelungener und ausgiebiger Recherche.

Das frühmittelalterliche, nordische Setting überzeugt ebenso wie die größtenteils gelungene Charakterentwicklung, auch wenn einige Entscheidungen der Protagonisten fragwürdig bleiben. Dabei entwickeln sich die Charaktere jedoch durchaus weiter – insbesondere Turid, die eine atypische, besonders starke Rolle als Frau einnimmt. Dadurch liegt der Roman voll im Trend der letzten Jahre – gefühlt kommt man kaum mehr ohne eine starke weibliche Hauptfigur aus, die die Geschlechtergrenzen sprengt.

Die Handlung ist spannend und voller unerwarteter Wendungen. Etwas schwer getan habe ich mich allerdings mit dem Zeitsprung mitten in der Handlung und der Schwerpunktsetzung – für mich nimmt der Handlungsstrang um Heather, so spannend er auch ist, zu viel Platz ein. Der Leser wird somit immer wieder aus der eigentlichen Geschichte gerissen. Zwar werden die Handlungsstränge zum Ende hin kunstvoll verwoben, dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass der Handlungsstrang in England zwar wichtig, schlichtweg aber deutlich untergeordnet ist.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben größtenteils sauber gearbeitet, auch wenn ich nicht der Freund von Kapitelüberschriften bin. Dahingegen sorgen das Glossar und das historische Nachwort für einen runden Abschluss. Auch das Cover ist wirklich gelungen und sorgt für ein stimmiges Bild, lediglich die Cover-Rückseite ist etwas textlastig mit einem aus meiner Sicht zu langen Klappentext.

Mein Fazit? „Wellensang“ ist ein bravouröses Debüt, und damit definitiv nicht mein letztes Buch der Autorin. Der Roman brilliert durch authentische Sprache, ein tolles Setting und eine spannende Handlung, lässt an kleinen Stellschrauben aber auch noch Luft nach oben. Für – erwachsene – Leser historischer Romane bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Emily Bold: „Hearts on Fire – Leo“ (HoF 5)

In den letzten Tagen habe ich „Hearts on Fire – Leo“ von Emily Bold gelesen, den abschließenden Band der fünfteiligen Serie um die Wache 21. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung einer wunderbaren Buchbox. „Hearts on Fire – Leo“ ist 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht worden und dem Genre Romance zuzuordnen. Die anderen vier Bände der Reihe wurden von Johanna Danninger, Greta Milán, Friedrich Kalpenstein und Frieda Lamberti verfasst. „Hearts on Fire – Leo“ ist bereits mein achtes Buch von Emily (und es warten noch einige andere), ihre Romane „Lichtblaue Sommernächte“ und die „Silberschwingen“-Dilogie (Band 1, Band 2) schafften es sogar in meine Jahreshighlights 2016 und 2018.

51qk4792x5L._SX337_BO1204203200_Bei seinen Kollegen der Wache 21 gilt der attraktive Leonhard Rindisbacher als Womanizer des Trupps. Der sportliche Blondschopf macht einen großen Bogen um feste Beziehungen, lässt aber ansonsten nichts anbrennen. Auch als Leo auf die ehrgeizige Journalistin Caro trifft, die leichtsinnigerweise an den Brandorten auftaucht, um über den Brandstifter zu berichten, der München seit geraumer Zeit in Angst und Schrecken versetzt, fliegen die Funken. Die Jagd nach der Story des Jahres bringt Caro dabei nicht nur dem verführerischen Leo näher, sondern weckt auch die Aufmerksamkeit des Feuerdämons und bringt sie in tödliche Gefahr …

„Hearts on Fire – Leo“ ist – wie auch so vom Verlag beworben – unabhängig von den anderen Bänden der Reihe lesbar. Die Geschichte, insbesondere die Love Story, ist in sich abgeschlossen, allerdings sind durchaus – was in Bezug auf die handelnden Personen auch gar nicht anders geht – Querverbindungen und Bezüge zu den vorherigen Bänden vorhanden, mit denen man sich auch spoilern könnte. Daher würde ich schon empfehlen, wenn möglich, die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Das Setting in der Münchener Feuerwache mit den einzelnen Brandorten ist stimmig und zeugt von umfassender Recherche, zu der die Autorin auch im Rahmen der Danksagung etwas berichtet. Zudem ist die Handlung spannend und rasant, zugleich aber auch witzig und emotional – Emily Bold nimmt den Leser mit auf eine Gefühlsachterbahn, die ihn an das Buch fesselt. Dabei sorgt auch der flüssige, leichte und humorvolle Schreibstil der Autorin dafür, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Das Buch wird aus den personalen Erzählperspektiven von Leo und Caro erzählt. Auch wenn ich mir eine Ich-Perspektive gewünscht hätte, ist man dennoch nah genug an den Protagonisten, um zu ihnen eine Bindung aufzubauen, sich mit ihnen identifizieren zu können. Dabei entwickeln sie sich auch im Laufe der Zeit weiter, haben Stärken und Schwächen und sind vielschichtig angelegt. Durch die anderen Bände der Reihe hat man zudem die Möglichkeit, über einige der interessanten Nebencharaktere mehr zu erfahren.

Naturgemäß treten in einem Buch über eine Feuerwache im Einsatz auch schwere Themen auf. Der Autorin gelingt es jedoch, diese nicht überhand nehmen zu lassen. So wird die Balance gut gehalten und der Fokus nie von der Liebesgeschichte weggerückt, obwohl in diesem Teil die alle Bände umfassende Kriminalgeschichte ihren Höhepunkt findet.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Satz haben sauber gearbeitet und das Cover ist farblich wunderschön und passt sich gut in das Gesamtgefüge der Reihe ein, das einen hohen Wiedererkennungswert und ein einheitliches Gesamtbild bietet.

Mein Fazit? „Hearts on Fire: Leo“ ist ein in allen Punkten überzeugender Liebesroman, der vor allem durch seine spannende und humorvolle Handlung und ein tolles Setting überzeugt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – auch als Standalone, allerdings würde ich den Lesern die ganze Serie in der richtigen Reihenfolge ans Herz legen.