[Buchgedanken] Petra Schier: „Das Geheimnis des Pilgers“ (Pilger 2)

Zuletzt habe ich „Das Geheimnis des Pilgers“ von Petra Schier gelesen, nach „Das Kreuz des Pilgers“ der zweite Band ihrer mittelalterlichen Pilger-Trilogie. Das Buch ist 2022 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Koblenz 1379: Erst seit Kurzem trägt Conlin den Titel Graf vom Langenreth, der für ihn mehr Pflicht als Ehre bedeutet, denn nun ist es an ihm, den guten Ruf und den Wohlstand der Familie zu retten, die sein Bruder zugrunde gerichtet hat. Doch um als Händler von Sicherheiten erfolgreich zu sein, braucht er Kapital. Als ausgerechnet seine Verlobte Reinhild ihn finanziell unterstützen will und dann auch noch ihr lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt, droht die noch junge Liebe zu scheitern.

„Das Geheimnis des Pilgers“ seatzt die Handlung von „Das Kreuz des Pilgers“ nahtlos fort, ist aber auch als Standalone lesbar – wie von mir, da ich den ersten Band ebenfalls bislang nicht kenne. Zwar ist es anfangs etwas mühsam, aufgrund der vielen Figuren in die Geschichte zu finden, die Autorin unterstützt dabei jedoch durch ein der Handlung vorangestelltes Personenverzeichnis und durch in die Geschichte eingebaute Erklärungen zu den Ereignissen des ersten Bandes.

DIe Handlung insgesamt ist – eher – vernachlässigbar, so passiert über das ganze Buch hinweg wenig, teils mutet es als Kammerspiel an, bei dem vielmehr die Beziehungen zwischen den einzelnen Personen im Fokus stehen als äußere Einflüsse oder Ereignisse. Dennoch ist das Buch spannend und abwechslungsreich, auch wenn einige Entwicklungen nicht immer ganz logisch erscheinen.

Dahingegen überzeugt das Setting auf ganzer Linie. So entführt Petra Schier den Leser in ein Koblenz zur Zeit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, in eine beschauliche Stadt zwischen aufblühendem Handel und altem Landadel. Zwar wird Koblenz durchaus auch mal verlassen, aufgrund des insgesamt jedoch sehr beschränkten Handlungsraumes und der starken Konzentration auf die Stadt kann man sich dennoch gut dahin träumen – auch dank der dem Text vorgestellten Stadtkarte, auf der man aber noch weitere, für die Handlung zentrale, Handlungsorte hätte vermerken können.

Die einzelnen Figuren sind im wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei brillieren insbesondere Conlin und Reinhild, sowie Nebenollen wie Mariana, die nur zuletzt etwas schwächelt. Dahingegen bleiben Benedikt und Palmiro teils etwas blass und handeln nicht zwingend nachvollziehbar. Petra Schiers Schreibstil ist zudem leicht und flüssig lesbar und lässt das Kopfkino sofort anspringen.

DIe Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist mit dem Titelbild schön anzusehen und hochwertig gestaltet, auch wenn etwas der Bezug zur Handlung fehlt. Zusammen mit dem ersten Teil ergibt sich jedoch ein gutes Gesamtbild der Reihe mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit: „Das Geheimnis des Pilgers“ ist ein überzeugender historischer Roman, der vor allem aufgrund spannender Charaktere und einem tollen Setting punktet, dafür aber auch etwas Handlung vermissen lässt. Für Leser des Genres daher bedenkenlos zu empfehlen.

Von Zuckerstreuseln und brisanten Geheimnissen | Leserunden im Doppelpack

Vor kurzem erreichten mich diese beiden Bücher als Rezensionsexemplare im Rahmen von Leserunden auf Lovelybooks.de – vielen Dank dafür. „Das Geheimnis des Pilgers“ von Petra Schier (HarperCollins) ist dabei ein historischer Roman übers deutsche Mittelalter, „Zuckerstreusel zum Verlieben“ von Annette Böhler (Empire Verlag) eine süße Feel-Good-Lovestory. Eine tolle Abwechslung für die nächsten Tage – ich bin schon gespannt darauf, welches der Bücher mich mehr überzeugt.

Welches Genre lest Ihr am liebsten?

[Buchgedanken] Ellie Mattes: „Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ (Milan 1)

Vor kurzem habe ich „Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ von Ellie Mattes gelesen. Das Buch ist 2022 bei Schneiderbuch in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und dem Genre Jugendbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Eine alte Legende der Huzulen erzählt vom Pferd mit den drei Herzen: Freundlich, schlau und mächtig leitet es seine Herde auch durch die wildesten Berglandschaften. Das klingt nach grenzenloser Freiheit und Abenteuer. Doch als die 12-jährige Mia genau so ein Wildpferd als Pflegepferd bekommt, entpuppt es sich als alles andere als das Traumpferd, das sie sich erhofft hat. Während ihre Freundinnen im Reitunterricht glänzen, muss Mia sich mit dem widerspenstigen Milan herumärgern, der so gar nichts von Dressur hält. Bei Ausritten allerdings ist Milan wie ausgewechselt, im Wald werden die beiden zum echten Team. Und langsam beginnt Mia zu verstehen, was Freiheit und Abenteuer für Milan wirklich bedeuten …

„Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ ist ein Jugendbuch für Leser ab 10 Jahren – und könnte eine Reihe an Pferderomanen begründen, auch wenn weitere Bände zumindest meines Wissens noch nicht angekündigt sind. Dabei wird das Buch sowohl aus Milans (Ich-Erzähler) als auch aus Mias Sicht (personaler Erzähler) erzählt. Auch die Erzählzeiten wechseln, während Mias Perspektive im Präteritum erzählt wird, wird Milans Sicht im Präsens dargestellt.

Damit sind wir auch schon beim größten Problem des Buches aus meiner Sicht: Milans Perspektive trägt wenig zur Handlung bei, ist zudem unlogisch und vermenschlicht. Glücklicherweise halten sich die Kapitel aus seiner Sicht in Grenzen, man hätte hier aber gut darauf verzichten können und stattdessen Mia eine Ich-Perspektive gönnen können, die es dem Leser ermöglicht hätte, sich noch stärker mit der Protagonistin zu identifizieren.

Denn die Handlung ist vom Grundsatz her interessant und altersgerecht, letzteres trifft auch auf den flüssig zu lesenden Schreibstil von Ellie Mattes zu. Lediglich den der Handlung vorangestellten Infodump hätte man sich sparen können (und müssen), werden die relevanten Informationen zu den Huzulen doch auch noch einmal im Verlauf der Handlung erklärt.

Neben dem dominanten Thema – es handelt sich ja schließlich um ein Pferdebuch – behandelt der Roman dabei auch weitere Themen in kindgerechter Weise, wie zum Beispiel Freundschaft, Neid, Krankheit und Abschied, ohne diese jedoch zu dominant werden zu lassen. Dadurch verbleibt das Buch zwar eher auf der seichten Seite, ist aber eine gelungene Feel-Good-Lektüre für Kinder und Pferdefreunde zwischendurch.

Die Buchgestaltung ist im Wesentlichen gelungen, dem Lektorat und Korrektorat sind nur Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht gravierend hemmen. Der Buchsatz ist wunderschön, das Covermotiv einnehmend. Zudem zieht sich das Titelmotiv über den gesamten Buchumschlag und sorgt so für ein tolles Gesamtbild, lediglich die Verzierungen am Schriftzug „Milan“ auf dem Titel hätte man sich für etwas mehr Klarheit und Struktur sparen können.

Mein Fazit: „Milan – Das Geheimnis der Wildpferde“ ist ein gelungener Pferderoman, der die Zielgruppe zufriedenstellen wird und mit einer tollen Handlung punktet, bei der Perspektivenauswahl aber auch erhebliche Schwächen besitzt. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 10 Jahren.

[Buchgedanken] Louis Bayard: „Der denkwürdige Fall des Mr Poe“

In der letzten Zeit habe ich „Der denkwürdige Fall des Mr Poe“ von Louis Bayard gelesen. Das Buch ist 2022 bei insel taschenbuch, Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG, erschienen, die Originalausgabe wurde 2006 unter dem Titel „The Pale Blue Eye“ bei William Morrow Paperbacks, einem Imprint von HarperCollins Publishers, LLC. veröffentlicht. Das Buch ist als historischer Kriminalroman einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Peter Knecht verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars auf der diesjährigen Buchmesse Popup in Leipzig.

1830: An der angesehenen West Point Academy wird ein junger Kadett tot aufgefunden – er wurde erhängt und sein Herz herausgeschnitten. Keinesfalls darf die Öffentlichkeit von dem grauenhaften Verbrechen erfahren, so beauftragt man Augustus Landor, einen ehemaligen New Yorker Polizeidetektiv, mit den Ermittlungen. Schon bald folgen weitere brutale Morde, und der Fall wird immer rätselhafter. Doch Landor erhält unerwartet Hilfe – von einem jungen Kadetten mit dunkler Vergangenheit, Hang zum Trinken und poetischen Ader: Edgar Allan Poe …

„Der denkwürdige Fall des Mr Poe“ ist ein historischer Kriminalroman, der den Leser in das Amerika des 19. Jahrhunderts versetzt, und der – mit Ausnahme des sechsmonatigen Zeitraums des letzten Kapitels und Prologs – insgesamt nur eine erzählte Zeit von zwei Monaten besitzt, deren Handlung sich kammerspielgleich auch räumlich begrenzt mit einem sehr engen Personenkreis abspielt.

Die Handlung insgesamt ist spannend und abwechslungsreich, wird in Berichtsform aus der Sicht von Gus Landor erzählt. Eingestreut sind zudem schriftlich abgefasste Berichte von Poe. Dem Autor gelingt es ferner, mit unerwarteten Wendungen den Leser gelegentlich aufs Glatteis zu führen, auch wenn Teile natürlich gleichsam vorhersehbar sind.

Das Setting hingegen vermag auf ganzer Linie zu überzeugen, entführt es den Leser doch an die geheimnisvolle und prestigeträchtige West Point Militärakademie, an die militärische Kaderschmiede einer noch jungen Nation. So ist „Der denkwürdige Fall des Mr Poe“ auch ein Buch der Gegensätze zwischen Dorfkneipe und Galadinner beim Gouverneur, zwischen Plebe und Kadetten der High Society, zwischen militärischer Disziplin und Okkultismus.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen insbesondere Nebencharaktere wie Thayer, Hitchcock und Artemus, während Poe etwas blass verbleibt. Louis Bayards Schreibstil lässt sich darüber hinaus flüssig und leicht lesen, das Kopfkino sofort anspringen.

Die Buchgestaltung ist größtenteils gelungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Umschlag ist auf Cover und Coverrückseite hochwertig geprägt und wartet mit Klappen auf. Das Covermotiv lässt hingegen etwas den Bezug zur Handlung vermissen und ist zwar schön aber unscheinbar, und wird auch am Übergang zum Buchrücken unterbrochen. Auch hätten die farbigen Coverinnenseiten noch gestaltet und, z.B., mit einer Karte des Handlungsortes versehen werden können.

Mein Fazit? „Der denkwürdige Fall des Mr Poe“ ist ein historischer Kriminalroman, der vor allem durch sein brillantes Setting und einige unerwartete Wendungen überzeugt. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab einem Lesealter von etwa 16 Jahren.

[Buchgedanken] Susanna Tamaro: „Geschichte einer großen Liebe“

Bevor ich mit meinen Berichten aus Leipzig weitermache, möchte ich Euch heute erst einmal „Geschichte einer großen Liebe“ von Susanna Tamaro vorstellen, das ich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen habe – vielen Dank dafür an HarperCollins, Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH, wo das Buch 2022 erschienen ist. Die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „Una grande storia d’amore“ bei Solferino veröffentlicht, für die Übersetzung zeichnet Barbara Kleiner verantwortlich. Das Buch ist der Gegenwartsliteratur zuzuordnen.

1978: Auf einer Überfahrt von Venedig nach Piräus begegnen sich Edith und Andrea; sie, die gerade Abitur gemacht hat, er, Kapitän des Schiffes. Andrea ist von Ediths rebellischer Art fasziniert. Er löst seine Verlobung. Doch Edith gibt ihm keinerlei Sicherheit, und als Andrea ihr einen Heiratsantrag macht, weist sie ihn schroff zurück. Ihre Wege trennen sich. Doch das unsichtbare Band des Lebens führt sie wieder zusammen. Jahre später begegnen sie sich erneut, zunächst verbunden durch eine innige Freundschaft, die bald in eine tiefe Liebe mündet. Eine Liebe, die unerwartetes Glück schenkt und ebenso einen traumatischen Schicksalsschlag verkraften muss.  

„Geschichte einer großen Liebe“ ist mein erstes Buch von Susanna Tamaro. Es ist ein Roman, der zwischen Liebes- und Schicksalsroman pendelt, aufgrund des literarischen Anspruchs aber durchaus der Gegenwartsliteratur zugerechnet werden kann. Dabei besticht der Roman vor allem durch seine poetische Sprache.

Die Handlung ist sehr gefühlvoll und emotional, durch die Vorwegnahme des Endes jedoch auch sehr antiklimaktisch und vorhersehbar, kommt ohne größere Überraschungen aus. Zudem fällt auch der Einstieg in die Handlung schwer, ist am Anfang doch für einige Seiten unklar, wer die Geschichte erzählt.

Das Setting vermag hingegen auf ganzer Linie zu überzeugen. So entführt Susanna Tamaro den Leser in ein Italien zwischen 1950 und der Moderne, in ein Land zwischen Konservatismus und Hippie-Bewegung – und auf die hohe See zwischen Fährhäfen und Kreuzfahrten nach Bali.

Da die Geschichte ja aus Andreas Sicht in Rückblenden erzählt wird, ist es schwer, die Charaktere zu beurteilen, sind die Erinnerungen an diese doch durch die Sicht von Andrea verfälscht. Er hingegen ist emotional, handelt aber nicht immer nachvollziehbar – und ist daher perfekt in seiner Fehlerhaftigkeit. Susanna Tamaros Schreibstil lässt sich darüber hinaus einfach und flüssig lesen, lediglich die vielen Zeitsprünge sorgen gelegentlich für Verwirrung.

Die Buchgestaltung ist solide, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover ist schön, aber eher belanglos und austauschbar, der Buchumschlag insgesamt eher schlicht, genau wie das Buch unter dem Umschlag.

Mein Fazit? „Geschichte einer großen Liebe“ ist ein unglaublich poetischer und gefühlvoller aber auch antiklimaktischer Roman der Gegenwartsliteratur, der den Leser in das Italien der Moderne entführt. Für Liebhaber der Gegenwartsliteratur bedenkenlos zu empfehlen.

Von Liebe und Legenden | Doppelte Buchpost

In den letzten Tagen erreichten mich wieder zwei tolle Bücher, die ich Euch heute zeigen möchte. Die im Ravensburger Verlag erschienene, wunderschöne, limitierte und signierte, Edition mit Charakterkarten von „Legends Academy – Fluchbrecher“ von Nina MacKay habe ich mir selbst gegönnt, „Geschichte einer großen Liebe“ von Susanna Tamaro erreichte mich als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de – vielen Dank an dieser Stelle daher an HarperCollins, Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH.

Welches Buch habt Ihr Euch zuletzt gekauft?

[Buchgedanken] Manuela Schörghofer: „Das Spiel der Ketzerin“

Vor kurzem habe ich „Das Spiel der Ketzerin“ von Manuela Schörghofer gelesen, mein dritter Roman der Autorin nach „Die Klosterbraut“ und „Die Sündenbraut„. Das Buch ist 2021 bei HarperCollins in der Verlagsgruppe HarperCollins Deutschland GmbH erschienen und als historischer Roman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag und die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Rheinland im 13. Jahrhundert: Als ihr Vater in Ungnade fällt, entgeht die Grafentochter Alida von Erkenwald nur knapp einem Mordanschlag und muss vor ihrem Widersacher fliehen. Sie versteckt sich bei Salomon ben Isaak, einem Juden aus Coellen, der sie zu ihrem Schutz als seine Tochter ausgibt und ihr verspricht, ihr bei der Rettung ihres Vaters zu helfen. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise, doch ihre Verfolger sind ihr auf der Spur. Als Alida verbotene Gefühle für ihren Feind entwickelt, weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann …

„Das Spiel der Ketzerin“ entführt den Leser erneut ins deutsche Mittelalter, in eine Zeit voller Intrigen, Machtspiele und persönlicher Fehden, von denen der Roman einige enthält. Eingebettet in den historischen Konflikt zwischen Friedrich II. und Heinrich VII. erzählt die Autorin die Geschichte der fiktiven Adelsfamilie von Erkenwald und lässt den Leser mit den Figuren die politischen und religiösen Konflikte der Zeit entdecken.

Dabei brilliert der Roman vor allem durch sein gelungenes Setting – und eine sehr authentische Sprache, die von einer gewissenhaften Recherche zeugt. Auch wenn der Leser durch die vorangestellten Dramatis Personae, Orts- und Flussbezeichnungen, Glossar und Erklärung der historischen Begebenheiten fast etwas erschlagen wird (vielleicht hätte man die letzteren beiden ans Ende stellen können), ist es doch allemal besser, als ihn gänzlich allein zu lassen.

Die Handlung der Geschichte ist spannend und kurzweilig, wenn auch in Teilen etwas vorhersehbar, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut, da es Manuela Schörghofer gelingt, immer mal wieder auch durch eine unerwartete Wendung die Erwartungen des Lesers zu durchbrechen. Zudem wird die Schwerpunktsetzung eingehalten, die Liebesgeschichte gut ausbalanciert, sodass hier gerade – nicht wie teils beworben – kein historischer Liebesroman vorliegt sondern ein historischer Roman.

Die einzelnen Charaktere sind im Wesentlichen vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Dabei überzeugen vor allem auch die Nebencharaktere wie Miriam und Dankwart, aber auch Konrad als Antagonist macht eine gute Figur, wenn auch seine Motivation lange unklar bleibt – ggf. hätte man die Ereignisse zwischen ihm und dem Grafen von Erkenwald als Prolog der Handlung voranstellen können.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, wenn man von der Informationsflut am Anfang absieht. Das Covermotiv zieht sich über den gesamten Buchumschlag, ist wunderschön anzusehen (bislang das beste der Autorin), leicht geprägt auf dem Titelbild und Buchrücken und wartet mit farbigen, informativen Coverinnenseiten auf.

Mein Fazit? „Das Spiel der Ketzerin“ ist ein gelungener historischer Roman, der vor allem durch sein tolles Setting und eine authentische Sprache punktet – wahrscheinlich das bislang beste Buch der Autorin, in jedem Fall aber das schönste. Für Liebhaber des Genres bedingungslos zu empfehlen.

Wunderschöne Buchpost | Historische Buchbox mit ganz viel Liebe

Vor kurzem erreichte mich eine tolle, mit viel Liebe verpackte, Buchbox von Manuela Schörghofer, die mir ihren neuesten Roman „Das Spiel der Ketzerin“ mit vielen tollen Goodies – Wellness für die Seele und den Körper – als Rezensionsexemplar zusandte. Vielen Dank dafür schon einmal an die Autorin und den Verlag HarperCollins.

„Das Spiel der Ketzerin“ ist nach „Die Klosterbraut“ und „Die Sündenbraut“ mein dritter historischer Roman von Manuela – und hat das Cover, das mir von allen drei Titeln am besten gefällt. Sieht es nicht toll aus? =)

Jetzt bin ich schon ganz gespannt darauf, erneut ins Mittelalter einzutauchen – und kann es kaum erwarten, bald mit dem Lesen zu beginnen!

[Buchgedanken] Anne Barns: „Eisblumenwinter“

In der letzten Zeit habe ich „Eisblumenwinter“ von Anne Barns gelesen. Das Buch ist 2020 bei HarperCollins in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und als Roman, der zwischen Familienroman, Inselroman, Gegenwartsliteratur und Liebesroman wandelt, zu klassifizieren. Es ist mein drittes Buch von der Autorin nach „Kirschkuchen am Meer“ und nach dem Kinderbuch „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ Vielen Dank auch an dieser Stelle an die Autorin für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Mit ihrer Karamellwerkstatt auf Rügen lebt Pia erfolgreich ihren Traum. Und doch ist sie nicht glücklich. Denn Paul, der Mann, den sie liebt, lebt gut fünfhundert Kilometer entfernt auf der Insel Juist. Als ihre Großmutter sie bittet, sie auf eine Reise zu den Orten ihrer Kindheit zu begleiten, sagt Pia zu. Eine Auszeit mit ihrer Oma ist genau das, was sie jetzt braucht. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Dabei entdecken sie eine Liebesgeschichte, die Zeit und Grenzen überdauert hat – und bis heute nachwirkt.

„Eisblumenwinter“ ist – wie es von Anne Barns zu erwarten war – romantisch, familiär und idyllisch; ein Roman, für die ganze Familie, geprägt von Gefühlen und Geheimnissen. Vor dem malerischen Setting der Ostsee erzählt die Autorin die Geschichte einer Familie, die sich verloren und gefunden hat – trotz der auch leicht angerissenen schweren Themen ein wahrer Feel-Good-Roman und idealer Urlaubsbegleiter.

Dabei trifft der Leser, der mit den anderen Inseromanen von Anne Barns vertraut ist, bekannte Charaktere wieder, lernt aber auch neue spannende Figuren kennen. Dabei werden die einzelnen Leben der Personen immer weiter verknüpft, bis am Ende ein familiäres Kokon entsteht – mit Happy-End-Garantie.

Die Handlung ist spannend und immer mal wieder aufgrund unerwarteter Wendungen überraschend, aber insgesamt doch sehr harmonisch. Etwas mehr Konflikt hätte hier noch für Würze sorgen können, gleichsam aber auch etwas die durchgängige Feel-Good-Stimmung vielleicht beeinträchtigt.

Die Buchgestaltung ist ebenfalls gelungen. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover entspringt einer neuen Edition, die auch alle anderen Anne Barns Bücher erhalten. Und auch wenn die alten Cover einzeln isoliert schöner aussahen, sorgt das neue doch für einen einheitlichen Gesamteindruck, einen hohen Wiedererkennungswert und hebt sich von den doch sehr üblichen Covern ab. Abgerundet wird das schöne Buch natülich erneut mit einer Rezeptsammlung, die an die Geschichte angehängt ist.

Mein Fazit: „Eisblumenwinter“ von Anne Barns ist ein idealer Feel-Good-Roman für entspannte Urlaubstage am Meer, der vor allem durch Harmonie und ein wunderschönes Setting punktet. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Anne Barns/Christin-Marie Below: „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ (Mirella 1)

In der letzten Zeit habe ich „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ von Anne Barns und Christin-Marie Below gelesen. Das Buch, der erste Teil der Mirella-Manusch-Reihe, ist 2020 bei Schneiderbuch in der HarperCollins Germany GmbH erschienen und dem Genre fantastisches Kinderbuch zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag und die Autorinnen für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Mein Name ist Mirella, Mirella Manusch. Ich bin fast zehn Jahre alt und habe gerade erst einen neuen Eckzahn bekommen. Seitdem weiß ich: Ich bin ein Vampirmädchen. Ja, echt! Wenn die Sonne untergegangen ist, kann ich mich in eine Fledermaus verwandeln und fliegen. Außerdem habe ich einen eigenen Beschützer, meinen Kater Langstrumpf, der eigentlich Lancelot heißt. Und das Allercoolste: Ich kann die Sprache der Tiere verstehen, von Kleinkram wie Spinnen und Motten mal abgesehen. Abgefahren, oder? So kommt es auch, dass ich die Sorgen der Tiere in unserem Zoo kennenlerne. Ist doch klar, dass ich da helfen will, oder? Nur das mit der Geheimhaltung ist manchmal verflixt kompliziert …

„Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein Kinderbuch, das gute Laune versprüht. Mit kindgerechter Sprache gelingt es den beiden Autorinnen (übrigens Mutter und Tochter) Bilder in die Köpfe der Leser zu zaubern und ihnen Mirella, aus deren Sicht das Buch erzählt ist, näherzubringen. Dabei glänzt das Buch vor allem durch die tollen Charaktere, allen voran Langstrumpf/Sir Lancelot, und natürlich Mirella, die in dieser kurzen Zeit bereits eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.

Die Handlung ist ebenfalls altersgerecht und spannend, bleibt aber insgesamt etwas zu seicht und kratzt nur an der Konfliktoberfläche. Dies liegt aber im Zweifel daran, dass durch die notwendige Charaktervorstellung schlicht im ersten Band etwas zu wenig Platz übrig blieb. Ich bin gespannt, ob die Folgebände hier etwas mehr in die Tiefe gehen und wichtige, aktuelle Fragen kindgerecht aufarbeiten.

Die Buchgestaltung hingegen ist absolut perfekt. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und der Buchsatz, mit teils schwarzen Seiten, ist ein wahrer Traum. Unterstützt wird der tolle Buchsatz durch wundervolle Illustrationen von Anastasia Braun. Das Cover ist wunderschön und ein wahrer Eyecatcher, hochwertig geprägt auf dem Titel und Buchrücken.

Mein Fazit? „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist ein wundervolles und wunderschönes Kinderbuch, das mit sympathischen Figuren, kindgerechter Sprache und einer tollen Aufmachung punktet. Für Kinder – ab dem vom Verlag vorgeschlagenen Alter von acht Jahren – bedenkenlos zu empfehlen.