[Buchgedanken] Manuela Inusa: „Wintervanille“ (Kalifornische Träume 1)

In der letzten Zeit habe ich „Wintervanille“ von Manuela Inusa gelesen, den Auftaktroman ihrer dreibändigen (aber jeweils unabhängig voneinander lesbaren) Reihe „Kalifornische Träume“. Das Buch ist 2019 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH erschienen und dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares bei dem Bloggertreffen auf der Frankfurter Buchmesse. „Wintervanille“ ist das 7. Buch, das ich von Manuela lese, mit „Jane Austen bleibt zum Frühstück“ gelang ihr sogar der Sprung in meine Jahreshighlights 2016.

51KEGTXyJlL._SX332_BO1204203200_Mit viel Liebe führt Cecilia ihre Vanillefarm im kalifornischen Napa Valley. Sie handelt aber nicht nur mit dem Gewürz, sondern stellt auch leidenschaftlich gern köstliche Produkte damit her. Leider lässt ihre Passion Cecilia kaum Zeit für ihre beste Freundin Julia, geschweige denn für ein Liebesleben. Ein TV-Bericht über Cecilias Plantage und ihre besonderen Vanillekreationen weckt das Interesse von Richard Banks, dem Inhaber eines luxuriösen Hotels, der sie prompt einlädt, dort an einem Gewürzseminar teilzunehmen und selbst Vorträge zu halten. Cecilia ist begeistert, denn das Resort liegt am verschneiten Lake Tahoe – die perfekte Gelegenheit, echte Winterstimmung zu erleben! Sie ahnt nicht, dass Richard nicht nur ihre Vanillekekse zuckersüß findet …

„Wintervanille“ ist ein Feel-Good-Liebesroman, der perfekt zur anbrechenden Weihnachtszeit passt. Mit viel Gefühl, aber auch einer gehörigen Portion Humor schenkt Manuela Inusa den Lesern einige unbeschwerte Lesestunden. Dabei umschifft sie größtenteils schwere Themen, die nur am Rand in der Kindheit der jeweiligen Charaktere auftauchen. Hier hätten durchaus noch einige äußere Konflikte zu den Beziehungsdramen der Protagonisten hinzustoßen können, um die, genrebedingt teils vorhersehbare, Handlung noch runder, noch spannender zu halten.

Das Setting hingegen ist – erwartbar – brillant. Das sonnige Napa Valley, die verschneite Gegend des Lake Tahoe und das ganz eigene Flair von San Francisco – Kalifornien bietet dem Leser atemberaubend schöne Regionen und sorgt dafür, dass dieser sich an das andere Ende der Welt träumen kann.

Die einzelnen Charaktere entwickeln sich durchaus im Roman auch weiter, sind mir aber etwas zu glatt geraten und hätten noch die ein oder andere Schwäche, die ein oder andere dunkle Seite vertragen können, um dem Leser eine noch bessere Identifikation zu ermöglichen.

Die Buchgestaltung überzeugt dafür auf ganzer Linie. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet und das wunderschöne Cover ist mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Titelbild passt gut zur Geschichte, und erschafft zusammen mit den Folgebänden ein einheitliches, rundes Gesamtbild mit Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Wintervanille“ ist ein überzeugender Feel-Good-Roman, der ideal zur Weihnachtszeit passt und mit einem grandiosen Setting brilliert, auch wenn ich mir etwas mehr Ecken und Kanten bei der Handlung und den Protagonisten gewünscht hätte. Für Liebhaber des Genres dennoch bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] Emily Bold: „UNSTERBLICH mein“ (The Curse 1)

Vor kurzem habe ich „UNSTERBLICH mein“, den ersten Band der Neuauflage von Emily Bolds „The Curse“-Reihe gelesen. Das Buch ist in der vorliegenden Ausgabe 2019 bei Planet! in der Thienemann-Esslinger GmbH erschienen und mein Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!). Die Erstveröffentlichung erfolgte 2011 im Selfpublishing. Das Buch ist dem Genre Young-Adult Romantasy zuzurechnen.

51iiBRSCUmL._SX336_BO1204203200_Um ihre Geografie-Kenntnisse aufzubessern, verbringt Samantha ihre Ferien in Schottland. Kaum bei ihrer Gastfamilie angekommen, wird sie von den Sagen und Mythen des Landes in den Bann gezogen. Genau wie von dem geheimnisvollen Payton, der ein düsteres Geheimnis zu verbergen scheint. Payton ist über zweihundert Jahre alt, für immer gefangen im Körper eines Neunzehnjährigen und dazu verflucht, keine Emotionen zu empfinden – bis er Sam begegnet, die ihn endlich wieder etwas fühlen lässt. Doch mit jedem Schritt in Paytons Richtung rückt Sam einer grausamen Wahrheit näher, die in den Wirren der Zeit versteckt ist.

„UNSTERBLICH mein“ ist ein überaus gelungener Auftakt in die Geschichte um Sam und Payton. Eingebettet in das unglaublich schöne Setting der schottischen Highlands, behandelt das Buch in zwei Zeitebenen die großen Fragen des Lebens: Liebe und Tod, Treue und Verrat. Auch wenn die Handlung dabei teils vorhersehbar bleibt, wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten und der Leser so ans Buch gefesselt – auch durch die gelungene Wahl der Haupterzählperspektive, der ich-Perspektive von Sam, mit der man sich auf diese Weise gut identifizieren kann. Sofern die Autorin doch mal in eine andere Perspektive wechselt, werden diese in personaler Form erzählt.

Im Großen und Ganzen sind die Charaktere vielschichtig, dreidimensional angelegt und haben eigene Stärken und Schwächen, wenn sie sich teils auch irrational verhalten oder etwas schwer von Begriff sind :). Insbesondere Sam, entwickelt sich hier im Laufe des Buches weiter, und ich würde mich freuen, in den Nachfolgebänden vielleicht mehr über Ashley und Sean zu erfahren.

Emily Bolds Schreibstil ist flüssig, leicht lesbar, bildhaft und sehr einfühlsam, und bringt einem die Welt von Schottland nahe. Bereits mit der ersten Seite beginnt das Kopfkino zu laufen und zieht den Leser in die Handlung. Diese endet übrigens mit einem vernünftigen Abschluss – und nicht, wie derzeit in Mode, mit einem brutalen Cliffhanger. Danke daür! 🙂 So oder so lässt der Roman genug Raum und offene Fragen für die Nachfolgebände, die ich bereits kaum erwarten kann.

Die Buchgestaltung überzeugt auf ganzer Linie. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, und das Cover ist wunderschön anzusehen, hochwertig geprägt und mit ausklappbaren, ebenfalls geprägten Klappen versehen. Einziger Wermutstropfen: bei einer solch liebevollen und detaillierten Gestaltung hätte ich mir farbige Coverinnenseiten gewünscht, diese fehlen leider. Ein gälisches Wörterbuch und eine Dramatis Personae am Ende runden das dennoch fantastische Gesamtpaket ab.

Mein Fazit: „UNSTERBLICH mein“ ist ein überzeugender Young-Adult Romantasy Roman, der vor allem mit seinem tollen Setting und einer spannenden Handlung punkten kann, aber nicht ganz an die brillante „Silberschwingen“-Dilogie (Teil 1, Teil 2) heranreicht. Dennoch bin ich sehr auf die Nachfolgebände gespannt, und kann das Buch bedenkenlos jedem Leser des Genres ans Herz legen. Die vom Verlag vorgeschlagene Altersempfehlung würde ich allerdings minimal korrigieren und das Buch ab einem Alter von 13/14 empfehlen.

[Buchgedanken] Nina MacKay: „Black Forest High: Ghostseer“ (BFH 1)

Pünktlich zur Buchmesse – und direkt aus dem Zug – möchte ich Euch noch ein Buch vorstellen, das ich in den letzten Tagen gelesen habe. „Black Forest High: Ghostseer“ von Nina MacKay ist 2019 bei ivi erschienen, einem Imprint der Piper Verlag GmbH, und am ehesten dem Genre Low Fantasy zuzurechnen – auch wenn sich diese Klassifizierung mit den Folgebänden durchaus auch in Richtung Young-Adult-Romantasy verschieben könnte. Das mir vorliegende Exemplar entstammt bereits der zweiten Auflage (Glückwunsch!).

512BfMxVix2L._SX327_BO1204203200_Was, wenn die Auserwählte tot ist und du ihren Platz einnehmen musst? Die Black Forest High ist die Schule für Geisterjäger, Exorzisten und Geistermedien. Als Seven mit ihrem besten Freund, dem Geist Remi, die Schule zum ersten Mal betritt, macht sie das nicht nur bei den gutaussehenden Zwillingen Parker und Crowe interessanter als ein Geist mit zwei Köpfen. Neben ihrer Abneigung gegen den Unterricht im Exorzismus lässt Sevens Gerechtigkeitssinn sie schnell am Leitsatz der Black Forest High zweifeln: »Wer über die Toten herrscht, beherrscht auch die Lebenden«. Warum halten das alle für normal? Und warum verschwinden zahlreiche Schulabgänger spurlos? Zu allem Überfluss scheinen es sämtliche Poltergeister ausgerechnet auf sie abgesehen zu haben …

„Black Forest High: Ghostseer“ ist ein mehr als gelungener Auftakt in eine neue Buchreihe. Rasant und witzig, voller popkultureller Anspielungen, emotional und magisch – Nina MacKay sorgt dafür, dass man als Leser das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Unerwartete Wendungen und neue Erkenntnisse sorgen immer wieder für Überraschungen und Spannungsspitzen – auch wenn ich der Autorin den Cliffhanger am Ende etwas übel nehme :).

Sowohl Setting, als auch Weltenbau überzeugen auf ganzer Linie. Die Gegensätze zwischen dem ländlichen Setting in Utah und der verwunschenen Schule im düsteren Schwarzwald werden klar und anschaulich beschrieben und erlauben es dem Leser, sich dorthin zu träumen. Der – bei einer Geschichte, die in der realen Welt spielt, nur in Grenzen mögliche – Weltenbau punktet vor allem mit dem (der Einfachheit halber mal so bezeichneten) Magiekonzept. Geister, Geistfähigkeiten, politische Strömungen werden eingeführt. Da man sie zusammen mit der Protagonistin Seven kennenlernt, ist es gar nicht wichtig, dass hier vereinzelte Puzzleteile noch fehlen, um ein wirklich schlüssiges und aussagekräftiges Bild zu schaffen. Ich bin mir sicher, dass sich dies nach und nach mit Fortsetzung der Reihe weiter aufbaut und vervollständigt.

Die Charaktere sind plastisch und dreidimensional gezeichnet. Sie haben Stärken, Schwächen, eigene Motive und Ziele. Dabei überzeugen auch – und gerade – die Nebencharaktere, insbesondere Varla. Gut gefällt mir in dem Zusammenhang auch die Wahl der Erzählperspektive, die es dem Leser ermöglicht, sich durch die Ich-Perspektive von Seven noch stärker mit ihr als Protagonistin zu identifizieren. Sofern doch andere Perspektiven notwendig für die Handlung waren, werden diese klar abgegrenzt, betitelt und in peronaler Erzählperspektive dargestellt.

Die Buchgestaltung ist phänomenal gelungen. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat überzeugen auf ganzer Linie. Das Cover ist hochwertig geprägt und besitzt ausklappbare, farbig Coverinnenseiten. Dabei wird das wunderschöne, blasse und mystische Titelbild auf den Innenseiten aufgegriffen und sorgt für einen tollen Gesamteindruck.

Mein Fazit? „Black Forest High: Ghostseer“ ist in in allen Punkten überzeugender Auftakt in eine neue – hoffentlich langlebige – Buchreihe um Geisterseher in der realen Welt. Dabei punktet der Roman vor allem mit tollen Charakteren, einer spannenden und witzigen Handlung und einem gelungenen Setting – und lässt dabei genug offene Fragen und Spielraum für die Folgebände. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – idealerweise erst ab 14 Jahren (wie auch vom Verlag empfohlen).

[Buchgedanken] Bianca Iosivoni: „Flying High“(Hailee & Chase 2)

Vor kurzem habe ich „Flying High“ von Bianca Iosivoni gelesen, den zweiten Teil ihrer phänomenal-erfolgreichen Dilogie um Hailee und Chase. Das Buch, das auch die vorderen Ränge der Spiegel-Bestsellerliste eroberte, ist 2019 beim LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Romance zuzuordnen. Meine Besprechung des Vorgängerbandes kann *hier* nachgelesen werden.

~~~~ Achtung. Die folgende Besprechung kann milde Spoiler zum Vorgängerband enthalten ~~~

518mtoB5MiL._SX312_BO1204203200_Hailee hatte ein Geheimnis. Ein dunkles Geheimnis, das niemand kannte und niemand erfahren sollte. Am allerwenigsten Chase, in den sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Hailee war klar, dass sie Chase verlieren würde. Sie wusste es von der ersten Sekunde an, als sie ihm gegenüberstand. Und doch hat er ihr Herz mit jedem Lächeln und jeder Berührung ein bisschen mehr erobert. Aber gibt es für sie beide überhaupt eine Chance? Oder müssen sie einsehen, dass manchmal nicht einmal die Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten?

„Flying High“ setzt die Handlung des Vorgängerbandes nahtlos fort und erlaubt dem Leser so, nicht nur erneut Zeit mit den Protagonisten Hailee und Chase, sondern auch mit liebgewonnenen Nebencharakteren wie Lexy zu verbringen. Und auch wenn das Buch einen so auf eine neue Reise, auf eine neue, emotionale Achterbahnfahrt mitnimt, fühlt es sich auch ein bisschen an wie das Gefühl, nach Hause zu kommen.

Die Handlung – wenn auch genrebedingt leicht vorhersehbar – ist dennoch spannend. Mit vielen unerwarteten Wendungen und neuen Entwicklungen gelingt es der Autorin, den Leser immer mal wieder in die Irre zu führen und das unweigerliche Ende hinauszuzögern. Unterstützt von Bianca Iosivonis flüssigen, authentischen und hochemotionalen Schreibstil wird der Leser so ans Buch gefesselt und möchte es nicht aus der Hand legen.

Doch wenn man „Flying High“ nur als Buch sieht, wird dies der Dilogie nicht gerecht. Es ist so viel mehr als das, es ist – wie auch die starken Jugendbücher von Ava Reed und Ulla Scheler – eine Ode an das Leben, ein Plädoyer dafür, niemals aufzugeben. Man lacht und weint, leidet und freut sich – vor allem mit Hailee, die man selbst beschützen und unterstützen möchte. Sicher bin ich nicht der Einzige, bei dem Hailee einen kleinen, besonderen Platz im Herzen erobert hat.

Doch nicht nur Hailee, auch die anderen Charaktere vermögen zu überzeugen – selbst Shaine zeigt ganz neue Seiten und eröffnet dem Leser so einen neuen Blickwinkel auf ihn. Natürlich ist auch das Setting wieder brillant und ermöglicht dem Leser, sich fortzuträumen.

Die Buchgestaltung ist erneut traumhaft. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz überzeugen auf ganzer Linie. Das Cover ist hochwertig geprägt, besitzt ausklappbare und farbige Coverinnenseiten – und ist ein absoluter Eyecatcher.

Mein Fazit? „Flying High“ ist ein mehr als gelungener Abschluss der New-Adult-Dilogie und stand zurecht auf den Bestsellerlisten. Ein traumhaftes Setting, tolle Charaktere und eine hochemotionale Handlung sorgen für ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Ein Buch, nicht nur für New-Adult-Fans – empfohlen ab 16.

 

[Buchgedanken] Stella Tack: „Kiss Me Once“

In der letzten Zeit habe ich „Kiss Me Once“ von Stella Tack gelesen. Der Roman ist 2019 im Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH erschienen und der erste reine Liebesroman der Autorin. Dabei fällt die Genrezuordnung nicht ganz leicht. So balanciert der Roman genau auf der Grenze von Young- zu New-Adult-Romance, für beides lassen sich gute Argumente finden. Während Alter und Tätigkeit der Protagonistin (erstes Studienjahr) klassisch für New-Adult sprechen, entspricht die Handlung eher der eines Young-Adult-Romanes – wie auch das Ausblenden bei der Sexszene zeigt.

513hSfAtLVL._SX337_BO1204203200_Nie hätte Ivy Redmond damit gerechnet, bereits am ersten Tag an der University of Central Florida ihrem Traumtypen über den Weg zu laufen. Ryan MacCain ist nicht nur frech, sexy und geheimnisvoll tätowiert, sondern bekommt im Wohnheim auch noch das Zimmer direkt neben ihr. Jeder Blick aus Ryans grünen Augen, jede zufällige Berührung bringt ihr Herz zum Stolpern. Doch genau wie Ivy ist Ryan nicht, wer er zu sein vorgibt. Denn Ivy ist als Tochter aus reichem Haus inkognito an der Uni. Und Ryan ist ihr Secret Bodyguard.

„Kiss Me Once“ hat mich begeistert und im Sturm erobert. Schon mit der ersten Seite war ich Ivy, und ihrer quirligen, süßen und unglaublich charmanten Art verfallen und habe das Buch inhaliert. Dabei ist es der Autorin gelungen, mich als Leser an die Seiten zu fesseln, mich aufgrund der spannenden und abwechslungsreichen – wenn auch genrebedingt leicht vorhersehbaren – Handlung nicht mehr loszulassen. Dabei überzeugt Stella Tack vor allem durch einen unglaublich frischen, humorvollen und authentischen Schreibstil, der den Protagonisten Leben einhaucht und ihnen einen unverwechselbaren Charakter, eine eigene Stimme gibt. Holy Moly war das gut!

Das wunderbare Setting, das spürbare Knistern zwischen den Protagonisten und die einfühlsamen romantischen Szenen steuern das ihrige zu dem wirklich gelungenen Roman bei. Dabei sind nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Nebencharaktere wie Jeff und Alex dreidimensional und plastisch angelegt, haben eigene Stärken und Schwächen. Zu schade, dass das Buch als Einzelband geplant ist – hier ist noch so viel Potential für weitere Abenteuer vorhanden.

Die Buchgestaltung steht dem zauberhaften Inhalt in nichts nach und überzeugt auf der ganzen Linie. Buchsatz, Lektorat und Korrektorat haben fehlerfrei gearbeitet und das Cover … ist ein absoluter Traum. Hochwertig geprägt, mit Klappen, farbigen Coverinnenseiten und einem brillanten, farblich und stilistisch stimmigen Titelbild sorgt es für einen Eyecatcher und bleibt nachhaltig in Erinnerung.

Da ich mit dem Schwärmen gar nicht mehr aufhören kann, hier auch ein Hauch von Kritik. Zwar hat die Autorin versucht, die gesellschaftlichen Unterschiede von arm zu reich, die Parallelwelten der Gesellschaft, deutlich zu machen, zum Beispiel anhand der Geschichte von Maria. Dies hätte allerdings im Universitätskontext noch verstärkt werden können. Der Student, der immer wegnickt, weil er drei Jobs hat, um die Studiengebühren zu bezahlen. Die Studentin, die nie abends weggehen kann, weil sie auf ihre kleine Schwester aufpassen muss und keinen Babysitter anstellen kann … Ivy hätte noch heftiger mit der Realität außerhalb ihrer Filterblase konfrontiert werden können, schockierend, nachdenkend – und nachhaltig prägend.

Abgesehen davon liegt mit „Kiss Me Once“ ein Roman vor, der mich restlos begeistert und euphorisiert zurücklässt, der sicher nicht mein letztes Buch der Autorin war. Ein potentielles Jahreshighlight – das seinen Platz in allen Jahren bislang sicher gehabt hätte, sich in diesem Jahr aber starker Konkurrenz erwehren muss.

Mein Fazit? „Kiss Me Once“ ist brillant, ein Romance-Roman, der an der Grenze von Young- zu New-Adult entlangstreift. Das Buch überzeugt restlos durch ein malerisches Setting, zauberhafte Protagonisten und eine frische, authentische Erzählsprache. Bedenkenlos und wärmstens zu empfehlen – für LeserInnen ab 15 Jahren.

[Buchgedanken] Bianca Iosivoni: „Falling Fast“ (Hailee & Chase 1)

In den letzten Tagen habe ich „Falling Fast“ von Bianca Iosivoni inhaliert, den ersten Band ihrer neuen New-Adult-Dilogie. Das Buch ist 2019 im LYX Verlag in der Bastei Lübbe AG erschienen, der zweite Band mit dem Titel „Flying High“ wurde vor wenigen Tagen am 29.07.2019 veröffentlicht.

41DWFBrNkALHailee DeLuca hat einen Plan: Die Zeit, in der sie sich zu Hause verkrochen und vor der Welt versteckt hat, ist vorbei. Sie will mutig sein und sich all die Dinge trauen, vor denen sie sich früher immer zu sehr gefürchtet hat. Doch dann lernt sie Chase Whittaker kennen – und weiß augenblicklich, dass sie ein Problem hat. Denn mit seiner charmanten Art weckt Chase Gefühle in ihr, die sie eigentlich niemals zulassen dürfte. Und nicht nur das. Er kommt damit ihrem dunkelsten Geheimnis viel zu nahe …

Nachdem ich von Biancas „Soul Mates“ Dilogie (Band 1, Band 2) regelrecht begeistert war, hat mich auch „Falling Fast“ nicht enttäuscht – und wäre auch ein sicheres Jahreshighlight, wenn ich Autoren mehrfach berücksichtigen würde.

„Falling Fast“ ist ein unglaublich berührender, gefühlvoller und intensiver Roman, der den Leser packt und nicht mehr loslässt, der ihn fasziniert, aber auch beunruhigt und verängstigt. Schwere Schicksale, schwierige Vergangenheiten – über der Handlung von „Falling Fast“ schwebt seit Beginn ein Damoklesschwert, das der Leser ahnt, aber das sich erst am Ende wirklich auflöst. Und was für ein Ende! Ein Cliffhanger so groß, dass es nicht mehr feierlich ist – mein einziger wirklicher Kritikpunkt am Buch. Er wird nur durch das Vorhandensein eines Nachfolgebandes etwas entschärft.

Doch auch wenn das Buch schwere Themen behandelt – und dies auch spätestens mit der Triggerwarnung (auf die man m.E.n. hätte verzichten können) jedem klar wird, verliert die Autorin nicht den Fokus auf die Liebesgeschichte, balanciert gekonnt auf der Klippe zum Schicksalsroman, ohne das New-Adult-Genre zu verlassen. „Falling Fast“ ist dabei mehr als nur ein reiner Liebesroman, es ist ein Plädoyer für die Freundschaft, für das Leben – und für das Ergreifen von Chancen, wenn sie sich bieten. Es ist ein Roadtrip der besonderen Art, ein Buch über Zufälle, über das Schicksal – und über das Leben, das gleichsam leuchtend hell und düster sein kann.

Ein brillantes amerikanisches Kleinstadtsetting, dreidimensionale Charaktere und ein bestechender Schreibstil sind nur einige der Erfolgsgaranten des Romanes, die ihn vollommen zu Recht auch jetzt wieder auf die Spiegel-Bestsellerliste gespült haben. „Falling Fast“ ist New-Adult in Reinform – und muss sich auch von internationalen Titeln nicht verstecken.

Die Buchgestaltung ist – wie erwartet – bestechend. Ein wunderschönes, hochwertig bedrucktes und traumhaft gestaltetes Cover mit farbigen und ausklappbaren Coverinnenseiten trägt genauso zum überzeugenden Gesamteindruck bei wie ein fehlerfreies Lektorat, Korrektorat und ein toller Buchsatz. Auch die dem Roman vorgeschaltete Playlist hilft, in die Grundstimmung der Geschichte einzutauchen.

Mein Fazit? „Falling Fast“ ist ein brillantes New-Adult-Buch und überzeugt vor allem durch ein tolles Setting, interessantes Charaktere und ganz große Gefühle. Trotz der schweren Themen fokussiert sich das Buch auf die Liebesgeschichte und zieht den Leser in die Seiten. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – trotz des etwas zu heftigen Cliffhangers am Ende.

[Buchgedanken] Mona Kasten: „Hope Again“ (Again 4)

In den letzten Tagen habe ich – passend zur Signierstunde vom letzten Samstag – „Hope Again“ von Mona Kasten gelesen, den vierten Band der sensationellen „Again“-Reihe. Das Buch ist 2019 im LYX Verlag in der Bastei Lübbe GmbH erschienen und dem Genre New-Adult Romance zuzurechnen. Meine Besprechungen zu den Vorgängerbänden finden sich hier („Begin Again“, „Trust Again“, „Feel Again“). Herzlichen Glückwunsch auch zu Platz 2 der Paperback-Spiegelbestsellerliste in der ersten Woche.

41VlcZa9QOL._SX312_BO1204203200_Sie wollte sich niemals verlieben – doch seine Worte verändern alles. Everly Penn hatte nie vor, sich zu verlieben – schon gar nicht in ihren Dozenten. Doch Nolan Gates ist charmant, intelligent und sexy, und er ist der Einzige, bei dem Everly die dunklen Gedanken vergessen kann, die sie jede Nacht wachhalten. Je näher sie Nolan kennenlernt, desto intensiver wird die Verbindung zwischen ihnen – und desto mehr wünscht sich Everly, die unsichtbare Grenze, die sie voneinander trennt, zu überschreiten. Was sie nicht ahnt: Hinter Nolans lebensbejahender Art und seiner ansteckenden Begeisterung für Literatur verbirgt sich ein Geheimnis. Und dieses Geheimnis könnte ihre Liebe zerstören, bevor sie überhaupt begonnen hat …

Mit „Hope Again“ legt Mona Kasten zum ersten Mal keine echte Fortsetzung der Again-Reihe im zeitlichen Sinne vor, da die Handlung teilweise parallel zum Vorgängerband „Feel Again“ spielt. Dennoch wird die Geschichte der (erweiterten) Freundesclique aus Woodshill weitergesponnen und vorangetrieben, der Leser trifft alle liebgewonnenen Protagonisten aus den Vorgängerbänden wieder.

„Hope Again“ ist – erneut – hochgradig emotional und intensiv, packt den Leser, zieht ihn ins Buch und lässt ihn nicht mehr los – auch begünstigt durch die gelungene Wahl der Erzählperspektive. Dabei sind – fast noch stärker als in den anderen Bänden – die Geschichte, die Handlungen der Protagonisten von ihrer Vergangenheit beeinflusst, die einen Schatten auf die Gegenwart wirft. Dabei gelingt es der Autorin jedoch, das Buch nicht zum Schicksalsroman abgleiten zu lassen, sondern den Fokus immer auf den Beziehungen der Protagonisten, sei es untereinander oder zu ihren Familien zu halten.

Das Setting ist erneut brillant, die Handlung spannend und voller überraschender Wendungen. Die Protagonisten sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, Motive und Ziele. Trotz des vielfach erzählten und tabuisierenden Grundplots überzeugt Mona Kasten dadurch, nicht zu klischeehaft zu werden, sondern diese auch durchaus einmal zu brechen. Dabei entwickeln sich die Protagonisten im Laufe des Romanes konsequent weiter – auch bei den Nebencharakteren. Insbesondere Blake hat mich hier überzeugt. Daher bin ich schon ganz gespannt darauf, wie Mona Kasten seine Geschichte im – im März erscheinenden – Nachfolger „Dream Again“ fortschreibt.

Die Buchgestaltung steht dem Inhalt in nichts nach. Das Cover ist hochwertig geprägt, besitzt farbige Coverinnenseiten, passt sich gut in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet und sorgen für ein rundes Gesamtpaket.

Mein Fazit? „Hope Again“ ist ein in Gänze überzeugender New-Adult Roman, der die Reihe nahtlos fortsetzt und den Grundstein für einen weiteren tollen Nachfolger legt. Ein malerisches Setting, brillante Charaktere und eine emotionale Achterbahnfahrt sorgen erneut für ein unglaubliches Lesevergnügen. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen und völlig zu recht ein deutschlandweites Phänomen. Mit jedem neuen Buch zementiert Mona Kasten ihren Platz im Olymp der deutschen New-Adult-Autoren. Beeindruckend.

[Buchgedanken] Anna Todd: „After Passion“ (After 1)

In der letzten Zeit habe ich – inspiriert vom damaligen Kinobesuch – „After Passion“ von Anna Todd gelesen, den ersten Band ihrer erfolgreichen New-Adult-Reihe. Das Buch ist 2015 im Wilhelm Heyne Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH veröffentlicht worden, die Originalausgabe erschein bei Gallery Books, Simon & Schuster, Inc., New York. Mein Exemplar entstammt aus der mittlerweile 18. Auflage (Glückwunsch!), der Roman ist dem Genre New-Adult-Romance zuzurechnen.

41bHN8VxJ6L._SX325_BO1204203200_Tessa Young ist attraktiv und klug. Und sie ist ein Good Girl. An ihrem ersten Tag an der Washington Central University trifft sie Hardin Scott. Er ist unverschämt und unberechenbar. Er ist ein Bad Guy. Er ist genau das Gegenteil von dem, was Tessa sich für ihr Leben wünscht. Und er ist sexy, gutaussehend und zieht Tessa magisch an. Sie kann nicht anders. Sie muss ihn einfach lieben. Und sie wird nie wieder die sein, die sie einmal war

Mich lässt die Lektüre von „After Passion“ etwas zwiegespalten zurück – wahrscheinlich bin ich auch mit zu hohen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Denn mit „After Passion“ legt die Autorin unzweifelhaft einen gelungenen und im Wesentlichen überzeugenden Roman vor, aufgrund des Hypes hätte ich allerdings mehr erwartet. So bleibt als erstes Fazit bereits festzuhalten, dass „After Passion“ vielleicht mit dafür gesorgt hat, das New-Adult-Genre in Deutschland zu etablieren, es mit der deutschsprachigen New-Adult-Elite um Mona Kasten und Laura Kneidl aber nicht mithalten kann, deren Bücher (z.B. „Trust Again“ oder „Berühre mich. Nicht.„) sich doch deutlich absetzen können.

„After Passion“ punktet – wie die meisten Bücher des Genres – zunächst mit einem tollen Setting. Ein Universitätswohnheim, ein Verbindungshaus, die Bibliothek, unberührte Natur oder auch ein Diner – der Roman versetzt einen in das amerikanische Lebensgefühl, lässt den Leser sich nach Washington träumen. Dabei verliert er sich jedoch nicht in den Klischees. Die Handlung – genrebedingt teils vorhersehbar – ist spannend, elektrisierend und lässt den Leser durch unerwartete Wendungen immer mal wieder wütend, verzweifelt und frustriert zurück – genau wie Tessa, mit der man sich sofort gut identifizieren kann. Kleinere Ungereimtheiten in der Handlung kann man dabei locker verzeihen, den großen Cliffhange am Ende eher nicht. Insgesamt kommen mir in der Handlung aber zu wenig Impulse von außerhalb. So spannend die Probleme sind, die die Protagonisten alle untereinander haben, gibt es doch sonst kaum Krisen, Konflikte in ihrem Leben – abgesehen von den obligatorischen Problemen in der Kindheit.

Die Figuren sind dreidimensional angelegt, haben Stärken und Schwächen – teils mehr, teils weniger. Doch hier stoße ich auch auf mein größtes Problem – Hardin. Ein interessanter Charakter, der mich jedoch etwas verzweifeln lässt. Mir ist klar, dass die Geschichte einen Bad Boy braucht, und auch so angelegt ist. Mir ist auch klar, dass das Love Interest gegensätzlich zu Tessa konzipiert wurde, um Konfliktpotential zu schaffen – sonst wäre die Geschichte auch langweilig. Und dennoch finde ich es wichtig, dem – wenn man so will – Antagonisten auch Züge zu geben, die ihn sympathisch werden lassen, die es dem Leser ermöglicht, ihm ein gutes Ende zu wünschen. Und das sehe ich nicht, kann mich persönlich nicht mit Hardin identifizieren – und, so sehr ich Tessa auch mag, habe ich mich beim Lesen ertappt, ihnen kein Happy End zu wünschen – schlicht weil Hardin es nicht verdient hat.

Anna Todds Schreibstil ist hochemotional und strotz vor Gefühlen, ist aber auch sehr direkt, gerade in den Dialogen – was zwar zum Charakter von Hardin passt, ihm jetzt allerdings auch keine Sympathiepunkte mehr bringt. So gefühlvoll das Buch auch ist, gerade in den (überraschend und fast zu zahlreichen) erotischen Szenen wird hier noch Potential verschenkt, hier ist eindeutig noch Luft nach oben.

Die Buchgestaltung überzeugt auf der ganzen Linie. Satz, Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, das wunderschöne Cover sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und passt sich gut in das Gesamtbild der Reihe ein. Es ist hochwertig geprägt und mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen.

Mein Fazit? „After Passion“ ist ein im Wesentlichen gelungener Reihenauftakt, der vor allem mit seinem Setting und einer spannenden, wenn auch sehr auf die Beziehungen unter den Protagonisten zentrierten, Handlung punkten kann, sein Potential aber bei weitem nicht ausschöpft. Für Leser des Genres, die von Cliffhangern und unsympathischen Bad Boys nicht abgeschreckt werden, bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Mona Kasten: „Feel Again“ (Again 3)

In der letzten Zeit habe ich „Feel Again“ von Mona Kasten gelesen, den dritten Roman ihrer erfolgreichen „Again“-Reihe. Das Buch ist 2017 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Romance zuzurechnen. Meine Besprechungen zu den ersten Teilen findet ihr hier (Band 1, Band 2), der erste Band sprang zudem auf Platz drei meiner Lesehighlights 2018.

41WQ2rq8V-L._SX312_BO1204203200_Sawyer Dixon ist jung, tough – und eine Außenseiterin. Seit dem Tod ihrer Eltern lässt sie niemanden an sich heran. Das ändert sich, als sie Isaac Grant kennenlernt. Mit seiner Nerd-Brille und den seltsamen Klamotten ist er eigentlich das genaue Gegenteil von Sawyers üblichem Beuteschema. Doch als Isaac, der es satthat, single zu sein, sie um Hilfe bittet, schließen die beiden einen Deal: Sawyer macht aus Isaac einen Bad Boy und darf dafür seine Entwicklung als Fotoprojekt für ihr Studium festhalten. Aber Sawyer hat nicht mit den intensiven Gefühlen gerechnet, die zwischen ihr und Isaac hochkochen …

„Feel Again“ ist – wie die anderen Teile der Reihe – ein wahres Gefühlsfeuerwerk. Es ist allerdings auch viel mehr als ein Buch über die Liebe zwischen den Protagonisten, es ist eine Ode an die Familie – ein Plädoyer dafür, nicht zu vergessen, wo man herkommt, und in der Familie sein eigenes Zuhause zu finden.

Mona Kastens leichter und gefühlvoller Schreibstil zieht einen sofort in die Geschichte – unterstützt durch die perfekt gewählte Erzählperspektive, die es einem ermöglicht, sich mit den Protagonisten zu identifizieren. Das wunderschöne Setting und die spannende Handlung tun das Ihrige, um den Leser an die Buchseiten zu fesseln. Dabei gelingt es der Autorin, durch viele unerwartete Wendungen den Leser immer mal wieder in die Irre zu führen – auch wenn die generelle Handlung genrebedingt in Teilen durchaus vorhersehbar ist.

Die Charaktere sind vielschichtig und mehrdimensional angelegt, haben jeweils Stärken und Schwächen. Dabei ist es Mona Kasten gelungen, mit Isaac Grant mein bisheriges Lieblings-Love-Interest der Reihe zu schaffen – ein brillanter Charakter! Zudem sorgt das Buch für ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Protagonisten aus den ersten Büchern, deren Entwicklung man so als Leser verfolgen kann.

Die Buchgestaltung ist (wenig überraschend) in Gänze überzeugend – Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Das Cover fügt sich perfekt in die Reihe ein und besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Der gesamte Buchumschlag – auch Buchrücken und Coverrückseite – ist hochwertig geprägt, zudem verfügt der Umschlag über ausklappbare Broschuren und farbige Coverinnenseiten. Allerdings ist das Cover aus meiner Sicht bislang das schwächste der Reihe – dies ist aber Jammern auf einem sehr, sehr hohen Niveau und spricht mehr für die Brillanz der anderen Cover, als dass es eine Schwäche dieses Titels aufzeigen würde.

Mein Fazit? „Feel Again“ ist New-Adult in Reinform, überzeugt mit tollen Protagonisten, einer spannenden Handlung und großen Gefühlen – es ist daher kein Wunder, dass die Reihe in Kürze fortgesetzt wird. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

 

[Buchgedanken] April Dawson: „Up All Night“

In den letzten Tagen habe ich „Up All Night“ von April Dawson gelesen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung einiger Leseexemplare des Buches auf der diesjährigen Litblog-Convention. Das Buch ist 2019 bei LYX in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Romance zuzurechnen.

4102BaC4yJjLAls Taylor Jensen an ein und demselben Tag nicht nur ihren Job an einen Kollegen verliert, sondern auch ihren Freund beim Fremdgehen erwischt, hat sie von Männern erst einmal genug. Völlig verzweifelt läuft sie Daniel Grant in die Arme, der ihr ein Zimmer in seiner WG anbietet. Einst waren sie beste Freunde, aber ein männlicher Mitbewohner mit sexy Tattoos und einem unwiderstehlichen Lächeln ist das Letzte, was Tae jetzt gebrauchen kann. Doch Dan steht schon lange auf Männer, weshalb das heiße Prickeln zwischen ihnen nichts zu bedeuten hat – oder etwa doch?

„Up All Night“ von April Dawson ist eine Geschichte über einen Neuanfang, über Mut, Gefühle und Vertrauen – ein Buch über Freundschaft, zweite Chancen und bedingungslose Liebe.

Dabei punktet der Roman vor allem mit seinen Charakteren. Nicht nur die Protagonisten, auch die Nebencharaktere sind vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, eigene Ziele und Motive. Besonders begeistert bin ich dabei von Grace – und würde mich freuen, irgendwann auch mehr über sie zu lesen, auch wenn sich der nächste Band der Reihe vorerst um Addison drehen wird.

Auch wenn die Handlung genretypisch bedingt teilweise vorhersehbar ist, gelingt es April Dawson doch, den Leser durch einige unerwartete Wendungen immer mal wieder in die Irre zu führen und für Spannung zu sorgen. Zusammen mit dem gelungenen Setting ist es dabei vor allem der locker-leichte und flüssig zu lesende Schreibstil der Autorin, der den Leser an die Seiten fesselt und auch etwas Humor aufblitzen lässt. Dies wird noch durch die gelungene Wahl der Erzählperspektive unterstützt, die es dem Leser leichter macht, sicht mit den Protagonisten zu identifizieren, mit ihnen mitzuleiden und sich zu freuen.

Die Buchgestaltung überzeugt im Wesentlichen. Der Buchsatz ist gelungen, dem Lektorat und Korrektorat sind bis auf einen Bruch in der Perspektive und einen Fehler auf der Innenklappe des Covers sonst nur kleinere Fehler durchgerutscht, die den Lesefluss nicht beeinträchtigen. Das Cover ist ein wahrer Eyecatcher und leuchtet aufgrund der traumhaften Farbgebung. Eine hochwertige Prägung und farbige Coverinnenseiten runden das tolle Erscheinungsbild ab.

Mein Fazit? „Up All Night“ ist ein gelungener New-Adult-Roman, der vor allem durch seine Spannung und vielschichtigen Protagonisten glänzen kann. Kleinere Schwächen in der Buchgestaltung gehen dabei nicht zu Lasten des Leseflusses. Für Liebhaber des Genres ab 16 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.