[Buchgedanken] Bianca Iosivoni: „Soul Mates: Flüstern des Lichts“ (Soul Mates 1)

In den letzten Tagen habe ich Bianca Iosivonis „Soul Mates“-Dilogie regelrecht verschlungen. Und auch wenn dies eigentlich schon alles aussagt, möchte ich Euch die beiden Bücher trotzdem noch näher vorstellen. Den Anfang macht heute der erste Band „Soul Mates: Flüstern des Lichts“. Der Roman ist 2017 im Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH erschienen und dem Genre Young-Adult-Romantasy zuzurechnen.

Er sieht das Dunkle in ihrer Schönheit.41BYYx2hIPL._SX332_BO1204203200_
Sie sieht das Schöne in seiner Dunkelheit.
Zwei Seelen – für immer verbunden.
Doch im Kampf zwischen Licht und Schatten bedeutet ihre Liebe den Tod.

Wer ist der attraktive Typ mit der düster-gefährlichen Ausstrahlung, der Rayne abends auf der Straße vor einem Angreifer rettet? Wider Willen fühlt sich Rayne zu dem undurchschaubaren Colt hingezogen, und auch er sucht ihre Nähe. Immer wieder. Denn die beiden sind Seelenpartner. Doch die Licht- und Schattenwelt ist im Aufruhr, und während Colt auf der Seite der Lichtseelen steht, weiß Rayne nicht, zu wem sie gehört.

„Soul Mates: Flüstern des Lichts“ ist ein grandioser Auftakt einer spannungsgeladenen und emotionalen Dilogie. Direkt nach dem Lesen kam mir ein Vergleich in den Sinn – und ich hoffe, keine der Autorinnen, keines der Bücher, fühlt sich dadurch in irgendeiner Weise herabgewürdigt. „Soul Mates“ ist für mich das, was „Silberschwingen“ im Vorjahr war: Eine fast perfekte Young-Adult-Romantasy-Dilogie einer deutschen Autorin, ein bereits jetzt ziemlich sicheres Jahreshighlight.

Eingebettet in ein tolles amerikanisches Setting, beschreibt die Autorin den Konflikt zwischen Licht und Dunkelheit, zwischen Gut und Böse, auch wenn die Seiten nicht immer so klar verteilt zu sein scheinen. Dabei wird der Spannungsbogen die ganze Zeit gehalten und der Leser durch immer wieder auftretende unerwartete Wendungen und Spannungsspitzen auf eine Gefühlsachterbahn geschickt. Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut und flüssig lesen und zieht den Leser in das Buch, sodass er es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Gut gefällt mir, dass man als Leser zusammen mit Rayne die Welt der Licht-, Dunkel- und Nebelseelen kennenlernt, da sie ebenfalls neu und unerwartet in den Konflikt eintaucht. Ohnehin kann man sich gut mit ihr identifizieren, was nicht nur an dem Traumjob in der Buchhandlung liegt, sondern vor allem auch an der perfekt-gewählten, einzelnen Ich-Erzählperspektive, die für ein durchgängiges Kopfkino sorgt.

Der Roman überzeugt ebenfalls durch die Charaktergestaltung. Die einzelnen Figuren sind – sowohl was die Protagonisten, als auch die Nebencharaktere angeht – dreidimensional und vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen und entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter. Einziges, kleines Manko aus meiner Sicht: Ein etwas zu offenes Ende, ein etwas zu heftiger Cliffhanger.

Die Buchgestaltung ist exzellent, Lektorat und Korrektorat haben sehr sauber gearbeitet. Der Buchsatz ist sehr schön – und hält sich, überraschend, an die alte Regel/Tradition, jedes Kapitel auf einer ungeraden Seite zu beginnen, was in der heutigen Zeit sehr selten  geworden ist, ich aber sehr schätze. Das Cover des Buches ist traumhaft, sehr hochwertig und mit ausklappbaren, farbigen Coverinnenseiten versehen. Das Motiv ist ein wahrer Eyecatcher und bildet eine gelungene Einheit mit Band 2, sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert.

Mein Fazit? „Soul Mates: Flüstern des Lichts“ ist ein rundum gelungener Auftakt in eine tolle Young-Adult-Romantasy-Dilogie, die bereits früh im Jahr große Chancen hat, in meine Jahreshighlights einzuziehen. Der Roman überzeugt durch plastische Charaktere, ein gelungenes Setting und eine spannende Handlung, sodass man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. Für Genreliebhaber unbedingt zu empfehlen!

 

[Buchgedanken] Terry Brooks: „Die Erben von Shannara 3 – Elfenkönigin“ (Die Shannara Chroniken)

Schon vor einiger Zeit habe ich „Die Erben von Shannara 3 – Elfenkönigin“ gelesen. Das Buch ist in der mir vorliegenden Ausgabe 2018 bei Blanvalet erschienen, die deutsche Erstveröffentlichung erfolgte 1997 in zwei Bänden unter den Titeln „Die Elfenkönigin von Shannara“ und „Die Verfolgten von Shannara“. Die Originalausgabe wurde 1992 unter dem Titel „The Elf Queen of Shannara“ bei Ballantine, New York veröffentlicht. Der Roman ist mittlerweile der sechste neuaufgelegte Band aus dem Shannara-Universum und – wie auch die anderen Bücher – dem Genre der (dystopischen) High-Fantasy zuzuordnen. Die Rezensionen zu den Vorgängerbänden können hier abgerufen werden: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4, Band 5.

51-vtVVr5aL._SX332_BO1204203200_Die Aufgaben, die der Geist des Druiden Allanon den Nachfahren der Ohmsfords übertragen hat, erweisen sich als nahezu unerfüllbar. Walker Boh verliert auf der Suche nach dem schwarzen Elfenstein fast sein Leben, und Par und Coll Ohmsford wurden auf der Suche nach dem geheimnisumwobenen Schwert von Shannara voneinander getrennt. Währenddessen hat Wren Ohmsford endlich die verschollenen Elfen auf einer einsamen Insel entdeckt. Doch belagert von Dämonen ist auch die neue Heimat der Elfen dem Untergang geweiht. Lediglich die Prophezeiung einer Seherin vermag die Hoffnungen des einst so mächtigen Volkes noch am Leben zu erhalten.

„Elfenkönigin“ ist der dritte Band der „Erben von Shannara“-Reihe, und eingebettet in das große Epos um die Geschichte der Vier Lande und ihrer Völker. Das Buch setzt nahtlos an die Handlung des Vorgängerbandes an und liefert dem Leser genau das, was er erwartet. Terry Brooks hat mit dem Shannara-Universum großartige High-Fantasy geschaffen, die im Gesamten überzeugt. Stück für Stück, Buch für Buch erfährt man mehr über die Geschichte der Völker, über die Geschichte der Welt und der einzelnen Personen.

Da stört es kaum, dass aus meiner Sicht erneut die Schwerpunktsetzung etwas misslungen ist – was allerdings auch aufgrund der Fehler in den Vorgängerbänden nicht anders ging. Ich hätte mir etwas mehr Durchmischung, etwas mehr Par und Coll und Walker, etwas weniger Fixierung auf Wren Ohmsford und ihre Reise gewünscht. Nichtsdestotrotz ist „Elfenkönigin“ aus meiner Sicht besser als der Vorgänger, vielleicht der stärkste Band der „Erben“-Reihe. Er vervollständigt das Magiekonzept, erzählt die Geschichte des einst so mächtigen Volkes der Elfen und fügt den schillernden Gestalten auch Schwächen und negative Eigenschaften bei.

Gleichsam hat mich auch die Hauptprotagonistin Wren vollends überzeugt – als eine der besten Figuren der ganzen Romanreihe. Sie hat nicht nur Stärken und Schwächen und entwickelt sich weiter, Terry Brooks gelingt es auch, ihre Gefühle und Gedanken, ihre Zweifel, ihre Wut und Verlassenheit für den Leser greifbar und fühlbar zu machen.

Der Spannungsbogen wird die ganze Zeit gehalten, überraschende Wendungen und Spannungsspitzen sorgen für eine Achterbahnfahrt für den Leser. Neben dem Weltenbau überzeugen auch die Beschreibungen und das Setting , das mal wieder einen neuen, anderen Ort aus dem Shannara-Universum präsentiert.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß gut, das Cover hochwertig geprägt. Es fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungseffekt, ist zudem eines der besten Cover der bisherigen sechs Romane. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben ebenfalls sehr gut gearbeitet.

Mein Fazit? „Die Erben von Shannara 3 – Elfenkönigin“ ist, wie erwartet, gelungene High-Fantasy, ist Teil eines der wohl besten Buchuniversen, das je geschaffen wurde und das sich auch vor den Werken von Tolkien oder anderen Fantasy-Größen nicht verstecken muss. Tolle Charaktere, ein überzeugendes Setting und ein brillanter Weltenbau sorgen für Spannung beim Leser. Für Fantasyliebhaber bedenkenlos zu empfehlen – auf meinem SuB befinden sich daher bereits die nächsten drei Bände der Reihe.

In der nächsten Woche folgen dann voraussichtlich die Besprechungen zweier Rezensionsexemplare, die unterschiedlicher nicht sein könnten – seid gespannt! 🙂

[Buchgedanken] Nina MacKay: „Teenie Voodoo Queen“

Pünktlich zum ersten Advent habe ich eine neue Buchbesprechung für euch. In den letzten Tagen habe ich „Teenie Voodoo Queen“ von Nina MacKay gelesen. Das Buch ist 2018 bei ivi, einem Imprint der Piper Verlag GmbH, München, erschienen und dem Genre Young-Adult Urban-/Contemporary-Fantasy zuzurechnen. Es ist bereits mein drittes Buch der Autorin (zwei weitere liegen schon auf dem SuB), ihr Roman „Rotkäppchen und der Hipster-Wolf“ landete sogar auf Platz drei meiner Jahreshighlights 2017.

512fUoo2Bo2L._SX328_BO1204203200_Dawn Decent ist die wohl untalentierteste Hexe der Voodoo-Abendschule von New Orleans. Umso überraschter ist sie, als sie gemeinsam mit einer Mitschülerin ausgewählt wird, ihre Heimatstadt vor einer verheerenden Katastrophe zu retten. Zusammen mit einem Ex-Alligator und einem vorübergehend sterblichen Götterwesen stellt sie sich der Gefahr. Ein schier aussichtsloser Kampf, bei dem Dawn nicht nur ihr Leben, sondern auch ihr Herz riskiert.

„Teenie Voodoo Queen“ ist etwas ernster als die Märchenwald-Reihe. Auch wenn es natürlich ebenfalls humorvolle Stellen enthält, so steht doch der allumfassende Konflikt zwischen dem Guten und dem Bösen im Vordergrund. Obwohl dieser, existentielle, Konflikt zwischen der Rettung und Vernichtung eher ein Element in High-Fantasy-Romanen ist, gelingt es Nina MacKay, diesen in der realen, alltäglichen Welt zu verankern und in den Charakteren widerzuspiegeln. Dabei lernt der Leser nicht nur etwas über den Voodoo-Glauben, sondern taucht tief in das malerische Setting von New Orleans ein.

Auch wenn ich der Autorin das Ende bis in alle Ewigkeit übel nehmen werde (okay, zumindest solang, bis sie mich mit ihrem nächsten Buch besänftigt), überzeugt die Handlung doch insgesamt. Viele, teils krasse unerwartete Wendungen führen den Leser immer wieder in die Irre, und sorgen dafür, dass der Spannungsbogen dauerhaft hochgehalten wird.

Dabei lebt das Buch vor allem auch von seinen hochinteressanten Charakteren. Egal ob Protagonist oder Nebencharakter, egal ob Love Interest oder Antagonist, Nina MacKay versorgt alle mit Stärken und Schwächen, individuellen Motiven und Zielen. Durch die gewählte Haupterzählperspektive (Ich-Perspektive aus der Sicht von Dawn) gelingt es der Autorin, sie nah an den Leser zu bringen, der sich mit der Protagonistin identifizieren kann – auch wenn das einen ganz schön an die Frustrationsgrenze bringt, wenn sich mal wieder etwas in eine Zuckerrübe oder einen Frosch verwandelt :D. Andere notwendige Erzählstränge werden in personaler Erzählperspektive geschildert, wobei sie – sozusagen als Service für den Leser – mit der Person überschrieben sind, aus deren Sicht erzählt wird. Auf die ein oder andere Szene hätte man hierbei aber aus meiner Sicht auch gut verzichten können, um den Fluss der Handlung nicht allzusehr zu stoppen.

Die Buchgestaltung ist sehr gelungen. Das Buch ist toll gesetzt, Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls. Restlos begeistert bin ich allerdings von dem traumhaften Cover und dem tollen Buchrücken, die nicht nur wunderschön aussehen, sondern auch ganz leicht hochwertig geprägt sind und sich toll in der Hand anfühlen. Ein wahrer Eyecatcher – traumhaft!

Mein Fazit? „Teenie Voodoo Queen“ ist ein überzeugender Fantasy-Roman, der den Leser nicht nur an die Seiten fesselt, sondern ihm auch die geheimnisvolle Voodoo-Kultur etwas näherbringt. Für Liebhaber des Genres bedenkenlos zu empfehlen.

[Buchgedanken] Trudi Canavan: „Sonea – Die Hüterin“ (Sonea 1)

In der letzten Zeit habe ich „Sonea – Die Hüterin“ von Trudi Canavan gelesen. Bei dem Roman handelt es sich um den ersten Band der „Saga von Sonea“, die an die erfolgreiche Reihe „Die Gilde der Schwarzen Magier“ anknüpft. Auch das Prequel „Magie“ spielt in der gleichen Welt. „Sonea – Die Hüterin“ wurde in der mir vorliegenden Ausgabe 2013 bei Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, veröffentlicht, die Originalfassung unter dem Titel „The Traitor Spy 1: The Ambassador’s Mission“ erschien 2010 bei Orbit, einem Imprint von Little, Brown Book Group, einem Unternehmen von Hachette Livre UK, London. Das Buch ist dem Genre High Fantasy zuzuordnen.

51idiyeCDoL._SX332_BO1204203200_20 Jahre sind vergangen, seitdem die Gilde die Invasion der Ichani zurückschlagen konnte, zwanzig Jahre, die Sonea zur mächtigsten Magierin Kyralias haben werden lassen. Doch diese Macht hat ihren Preis. Überwacht von Schwarzmagier Kallen ist es Sonea nur erlaubt, die Gilde zu verlassen, um in den Hospitälern zu arbeiten. Als in Imardin ein Konflikt ausbricht, in den auch Magier verwickelt scheinen, gerät sie in die Zwickmühle. Greift sie ein, oder folgt sie den Regeln? Und dann ist da noch ihr Sohn Lorkin, der – um aus Soneas Schatten zu treten – sich als Gehilfe des Botschafters nach Sachaka begibt. Geradewegs in das Land der ehemaligen Feinde seiner Mutter.

„Sonea – Die Hüterin“ ist – erneut – High Fantasy der Spitzenklasse und zementiert Trudi Canavans Status als „Queen of High Fantasy“. Die Handlung spielt zwei Jahrzehnte nach dem Ende von „Die Meisterin“ und erlaubt dem Leser, viele bekannte und liebgewonnene Charaktere wiederzutreffen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Dabei gelingt es der Autorin die Balance zwischen den einzelnen Handlungssträngen zu wahren, beim Leser sowohl Nostalgie als auch Neugier zu wecken.

Die Handlung ist spannend und fesselnd – aber auch ein typischer Reihenauftakt. So werden viele Handlungsstränge angelegt, aber nur einige aufgelöst. Allzu starke Cliffhanger werden jedoch glücklicherweise vermieden. Auch bei den neuen Charakteren besteht noch Luft nach oben, aber sofern die Entwicklung in den Folgebänden konsequent vorangetrieben wird, ist dies zu verschmerzen. Die bekannten Charaktere aus der Vorgängertrilogie hingegen sind gut weiterentwickelt und zeigen, teils unerwartete, neue Charakterzüge.

Kernstück – und größte Stärke des Romanes – ist der brilliante, unvergleichlich-gute Weltenbau. Mit dem mittlerweile fünften Buch im Geschichten-Universum um die Länder Kyralia und Sachaka baut Trudi Canavan die Welt aus, entwickelt sie weiter. Politik, Magiekonzepte, Gesellschaftsstrukturen – alles unterliegt dem Wandel und fühlt sich natürlich und nicht konstruiert an.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß sehr sauber. Ein ordentliches Korrektorat und Lektorat und ein toller Satz runden das Buch ab. Das Coverist gut und hochwertig, fügt sich perfekt in die Reihe ein und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Auch wenn ich den gestalterischen Gedanken der Farbwechsel in den Roben auf dem Cover durchaus verstehe, habe ich damit inhaltlich leichte Probleme. Die abgebildete Magierin (Sonea?) trägt Rot, die Farbe der Krieger. Sonea trägt jedoch ausschließlich schwarze Roben, es gibt überhaupt keine weibliche Kriegerin, die bislang eine herausgehobene Rolle spielt.

Mein Fazit? „Sonea – Die Hüterin“ ist der gelungene Auftakt zur „Sage von Sonea“. Perfekter Weltenbau und eine spannende Handlung sorgen dafür, dass man die Folgebände kaum erwarten kann. Für Fans der High Fantasy ein absolutes Muss!

[Buchgedanken] Mona Kasten: „Begin Again“

In den letzten Tagen habe ich (endlich) „Begin Again“ von Mona Kasten gelesen, den Auftakt zu ihrer erfolgreichen „Again“-Reihe. Das Buch ist 2016 bei Lyx in der Bastei Lübbe AG erschienen und dem Genre New-Adult-Liebesroman zuzurechnen.

41RayocONLL._SX312_BO1204203200_Neuer Name, neue Stadt, neue Frisur – ein kompletter Neubeginn, fernab von ihrer dunklen Vergangenheit. Das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium gegen den Willen ihrer Eltern in die Kleinstadt Woodshill zieht. Damit ihr Traum nicht bereits zu Beginn scheitert, muss sie in eine Wohngemeinschaft mit Kaden White ziehen. Der Badboy ist zwar unfassbar attraktiv, aber mindestens genauso unausstehlich – und stellt direkt zu Beginn eine ganze Reihe an Regeln auf. Die wichtigste: Wir fangen nie etwas miteinander an. Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter Kadens grober Fassade viel mehr verbirgt, als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, umso schwerer fällt es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren.

Ich kann mir nicht erklären, weshalb es so lang gedauert hat, bis Monas Bücher sich in meinem SuB nach oben gekämpft haben – schließlich ist man in den letzten Monaten an Mona Kasten ja kaum vorbeigekommen, wenn man eine Buchhandlung betreten hat. Ihre „Save“-Reihe hat schließlich nicht nur die Herzen der Leser, sondern auch die Spiegel-Bestsellerlisten erobert, und Mona Kasten zu einer der gefragtesten Autorinnen des Genres gemacht. Umso froher bin ich darüber, dass ich nun endlich auch eines der Werke gelesen habe. Und – es hat sich gelohnt!

Schon mit Beginn des Werkes bin ich Allie komplett verfallen – ich meine, wer Taylor Swift liebt, hat bei mir als Taylor-Swift-Superfan ohnehin gewonnen. Aber auch abseits des grandiosen Musikgeschmacks hat sie mich als Protagonistin komplett beeindruckt. Sie zeigt Stärken und Schwächen, ist loyal, verletzlich, treu und – auf eine positive Weise – auch leicht verrückt. Man kann sich mit ihr identifizieren, leidet, lacht und weint mit ihr. Dies alles wird durch die gelungene Auswahl der Erzählperspektive perfekt unterstützt. Endlich mal ein Buch in dem Genre, das nur eine Ich-Perspektive nutzt! Trotz – oder gerade wegen – der fehlenden eigenen Erzählperspektive schafft die Autorin es, Kaden als Love Interest mysteriös zu gestalten – und ihn nur langsam, nach und nach dem Leser und Allie vorzustellen, was der Spannung zuträglich ist.

Auch wenn die Handlung genrespezifisch bedingt teils vorhersehbar ist, gelingt es Mona Kasten jedoch, durch mehrere unerwartete Wendungen den Leser immer mal wieder aufs Glatteis zu führen, immer neue Probleme und Konflikte zu kreieren, die sich aber in keinem Fall konstruiert, sondern immer natürlich anfühlen. Dadurch wird die Spannung dauerhaft gehalten. Auch das Setting vermag vollends zu überzeugen. Eine amerikanische Kleinstadt mit unberührter Natur – Mona Kasten schreibt nicht nur über Freiheit, man hat als Leser sogar den Eindruck, diese auch zu fühlen.

Angenehm überrascht bin ich auch davon, dass nur sporadisch erotische Passagen auftauchen, dem Buch die Schwerpunktsetzung gut gelingt. Das Knistern, die Anziehung ist spürbar und wird gut transportiert – übrigens nicht nur zwischen den Hauptprotagonisten. Der Autorin gelingt es, auch den Nebencharakteren eigene Motive und Handlungen, eigene Geschichten zu geben – hier sehe ich noch viel Potential für die Folgebände, und hoffe, dort noch mehr über Dawn und Spencer zu lesen.

Die Buchgestaltung ist erwartungsgemäß überzeugend, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet. Vollkommen begeistert bin ich jedoch von dem Cover – ein wahrer Eyecatcher, mit einer leichten und hochwertigen Prägung auf Cover, Buchrücken und Coverrückseite.

Mein Fazit? Mona Kasten gelingt mit „Begin Again“ ein in allen Punkten überzeugender New-Adult-Liebesroman, der vor allem durch tolle Protagonisten, ein wundervolles Setting und ein spürbares Prickeln begeistert. Ich kann die Folgebände kaum erwarten und schiele schon einmal perspektivisch auf die bald anstehenden Jahreshighlights – vielleicht komme ich nicht umhin, Mona dort ebenfalls ein Plätzchen einzuräumen.

 

[Buchgedanken] Stephan M. Rother: „Die Prophezeiung des magischen Steins“

In der letzten Woche habe ich Stephan M. Rothers „Die Prophezeiung des magischen Steins“ gelesen. Das Buch ist 2018 als Taschenbuch/Paperback bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH erschienen und dem Gerne High Fantasy zuzuordnen. Die mir vorliegende Ausgabe entstammt bereits der zweiten Auflage, und erreichte mich ungeplant als Rezensionsexemplar – vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Verlag, auch für die unkomplizierte und vorbildliche Kommunikation mit der Presseabteilung.

51-32NDWtWL._SX330_BO1204203200_Er ist ein Meisterwerk der alten Elben und eine der mächtigsten Schöpfungen ihrer Magie – seit hunderten von Jahren ruht der singende Stein und wartet auf den richtigen Moment. Bis er eines Tages Dafydd, Lehrling des Barden am Königshof von Güldenthal, zu seinem Träger erwählt. Doch wird es dem Jungen und seinen zauberhaften Gefährten gelingen, in Zeiten größter Not das Land vor dem Untergang zu retten? Und kann die Magie des Steins auch das persönliche Glück des jungen Barden beeinflussen? Denn trotz aller Standesunterschiede schlägt dessen Herz für Prinzessin Livia, die einzige Tochter des Königs von Güldenthal.

„Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein gelungener, wenn auch in der Handlung teils vorhersehbarer High-Fantasy-Roman, der auch Elemente der „Heroic Fantasy“ enthält. Trotz der absehbaren Grundhandlung schafft es der Autor, den Leser durch einige überraschende Wendungen doch noch in die Irre zu führen. Dabei wird der Spannungsbogen durchweg gehalten und durch kurzfristige Spannungsspitzen  unterstützt. Auch das Setting vermag zu überzeugen. Die malerischen Landschaftsbeschreibungen, die Welten der Elben, Zwerge, Menschen und Trolle, transportieren Bilder und ziehen den Leser in die Geschichte.

Der Roman kann zusätzliche Punkte durch den unverhofft auftretenen Humor sammeln. Sei es Fhargolfs gar eigentümliche Sprache, Morgats schrullige Art, oder auch die Maskerade der Markgräfin von Sanspareis – Stephan M. Rother gelingt es, den Leser auch neben der eigentlichen Handlung durchaus zu unterhalten.

Die Protagonisten sind dabei vielschichtig aufgebaut, haben Stärken und Schwächen – und entwickeln sich auch im Laufe der Zeit durchaus weiter. Allerdings fehlt es mir hier – der einzige große Kritikpunkt des Romans – gelegentlich an der Nachvollziehbarkeit der Handlungen der Charaktere. Deren Entscheidungen und Entwicklungen fühlen sich für mich teils unnatürlich an, konstruiert, um die gewünschte Handlung voranzubringen.

Die Buchgestaltung hingegen ist fabelhaft gelungen. Das Cover ist zauberhaft, hochwertig sowohl auf der Vorderseite als auch auf dem Buchrücken geprägt. Lektorat und Korrektorat überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie, lediglich beim – generell schönen – Buchsatz hätte ich mir eine Einteilung in Kapitel und eine Karte der Welt gewünscht. Etwas irritiert war ich auch davon, dass keine Danksagung aufgenommen wurde.

Mein Fazit? „Die Prophezeiung des magischen Steins“ ist ein spannender und humorvoller High-Fantasy-Roman. Auch wenn die Handlung teils vorhersehbar und die Charaktere gelegentlich konstruiert erscheinen, überzeugt die Geschichte insgesamt, auch durch das malerische Setting. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.