Vor kurzem habe ich auch „Herr Kuranaga“ von Günther Mayr gelesen. Das Buch ist 2022 im Carl Ueberreuter Verlag, Wien, veröffentlicht worden und als Kriminalroman einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Mysteriöse Erkrankungen nach Corona-Impfungen lassen einen Philosophie-Professor zum Detektiv werden: In Tateo Kuranaga vereinen sich die traditionsreichen Tugenden eines Samurai mit österreichischer Lebensart. Ein Vogel im Orchestergraben, eine japanische Kommissarin auf einem Wanderfalken und menschliche Originale aus beiden Kulturkreisen kreuzen seinen Weg. Ein außergewöhnlicher Kriminalfall, der mit Kreativität und viel Witz gelöst wird.
„Herr Kuranaga“ oder „Ein Samurai zwischen Sushi und Schweinebraten“ – so der Untertitel – ist ein Roman, der sich entgegen der oben so leicht getroffenen Einordnung wirklich schwer kategorisieren lässt. Zwar ist das Buch als Kriminalroman beworben (so auch auf dem Cover, daher habe ich das übernommen), man könnte aber genau so gut einen Thriller daraus machen, ist der hier behandelte „Kriminalfall“ doch hochpolitisch und kein klassisches Verbrechen. Gleichsam wäre es auch möglich, den Roman zur Gegenwartsliteratur zu zählen, liegt ein starker Fokus doch auf den kulturellen Unterschieden und den daraus resultierenden, witzigen Szenen.
Die Handlung ist durchaus spannend, wenn auch durch die allumfassenden Perspektiven nur teilweise überraschend. Zudem kommt sie nur relativ langsam in Schuss und ist insgesamt sehr ereignisarm. Wie oben bereits angedeutet, lebt die Handlung daher vor allem von den humorvollen Szenen, von den Abstrusitäten, den Eigenheiten der Figuren und den starken Überzeichnungen.
Das Setting hingegen kann natürlich punkten. So entführt der Autor den Leser nicht nur nach Wien sondern auch nach London und Japan, zeigt die Gegensätze der globalisierten Welt und einer einsamen japanischen Insel und spielt mit den unterschiedlichen Kulturen und kulturellen Verhaltensweisen – sehr amüsant. Der Lieblingsort hier ist klar: die „Eiserne Hand“, eine Wiener Wirtschaft am Naschmarkt, so skurril und eigen wie die Geschichte.
Die einzelnen Figuren sind aufgrund der Vielzahl an handelnden Personen und der gebotenen Kürze des Buches teils nur schematisch angelegt, können aber zum Teil dennoch punkten und haben durchaus Stärken und Schwächen. Hierbei überzeugen Sakura Kurosawa und Helmut Freisinger als wichtige Nebencharaktere am stärksten, während Tateo Kuranaga doch etwas blass verbleibt. Günther Mayrs Schreibstil ist dabei pointiert und gut lesbar und lässt das Kopfkino sofort anspringen.
Die Buchgestaltung ist solide. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist konservativ und etwas uninspiriert, aber fehlerfrei. Der Buchdeckel ist zwar auf dem Cover hochwertig geprägt und mit farbigen Coverinnenseiten versehen, insgesamt aber jedoch relativ eintönig und einfach gestaltet, sodass das Cover nicht wirklich überzeugen kann.
Mein Fazit? „Herr Kuranaga“ ist ein Kriminalroman, der vor allem durch seinen Humor und ein tolles Setting punkten kann, allerdings etwas ereignisarm und durchaus vorhersehbar daherkommt. Für Leser des Genres dennoch zu empfehlen – ab einem Lesealter von 14 Jahren.


In jeder Dunkelheit brennt ein Licht. Man muss es nur finden!


Seit dem Tod ihrer Zwillingsschwester Izzy hat Hannah ihre Sprache verloren. Als ihre Eltern keinen Ausweg mehr wissen, melden sie Hannah bei St. Anna an, einem Internat für Jugendliche in schwierigen Lagen. Zusammen mit Izzys Kater Mo, den Hannah als letzte Verbindung zum alten Leben mit ins Vorbereitungscamp geschmuggelt hat, trifft sie dort auf Levi, der sofort von dem geheimnisvollen Mädchen fasziniert ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich ihre Stimme zu hören.
Nicht nur die drei fehlenden Titel meiner Ava-Reed-Buchsammlung, sondern auch der zweite Teil von Stefanie Hasses Reihe „BookElements“ und „
Dann ging aber auch bereits schon die Lesung los. Ava startete mit einer munteren Fragerunde zum Thema „Autor werden“, besprach unter anderem die Vorteile der einzelnen Veröffentlichungswege übers Selfpublishing und über Verlage, und redete auch über ihr eigenes Schreiben, ihren Werdegang und ihre Schreibroutinen (Deadlines :D). Besonders an der Lesung war, dass Avas Eltern zum ersten Mal als Gäste an einer ihrer Lesungen teilnahmen. Die Atmosphäre war entspannt, gelassen, fröhlich – einfach besonders und magisch. Ich glaube, ich habe noch nie eine Lesung erlebt, in der im Vorfeld so viel gelacht wurde. Ich durfte Ava ja bereits in Leipzig im Rahmen einer Lesung und Signierstunde kennenlernen. Sie ist genau so, wie man sie sich durch ihre Videos, Blog- und Facebookbeiträge vorstellt. Supersympathisch, locker – und sie nimmt sich viel Zeit für jeden ihrer Leser.
Als Ava begann, aus „Die Stille meiner Worte“ zu lesen, kehrte wahrlich Stille ein. Gefühlvoll, eindringlich las sie verschiedene Passagen aus dem Buch und verschaffte einen Überblick über die Figuren und ihre Motive. Dankenswerterweise las sie auch einige andere Passagen als in Leipzig, sodass es auch für mich neue Facetten zu entdecken gab – und ich lernte endlich Levi kennen, auf den ich mich im Buch besonders freue (dass nun sicherlich nicht mehr lange subbt). Im Anschluss an die Lesung nahm Ava sich viel Zeit um alle mitgebrachten und gekauften Bücher zu signieren, beantwortete geduldig Fragen und schoss mit jedem Erinnerungsfotos. Ein wirklich gelungener Abend – für jeden Beteiligten (und sicherlich auch für Thalia). Sollte unbedingt wiederholt werden!
Messesamstag. Trubel allenthalben – der vollste Messetag. Und doch waren die Gänge heute nicht so überfüllt wie in den letzten Jahren. Grund war die Wetterlage, die den Zug – und Flugverkehr zusammenbrechen ließ. Auch ich war im Nahverkehr betroffen, da ich nachts noch auf der Party der jungen Verlage war, und sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg immense Probleme hatte. Mit nur zwei Stunden Schlaf ging es dann auf die Messe, zum absoluten Highlight-Tag, ganz im Zeichen der Jugendbücher.
Den Anfang machte Ava Reed, die aus ihrem neuesten Ueberreuter-Jugendbuch „Die Stille meiner Worte“ las. Grandios, berührend und eindringlich. Ich kann es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Obwohl ich im Anschluss an die Lesung direkt zur Signierstunde ging – die erst eine halbe Stunde später beginnen sollte – fand ich mich schnell in der Mitte der Schlange wieder und musste etwa eine Stunde auf die ersehnte Signatur von Ava (und ein hübsches Magnetlesezeichen) warten – die Massen an Menschen hinter mir noch deutlich länger.
Scheler, die aus „Und wenn die Welt verbrennt“ las – ungewöhnlich, charismatisch und brilliant. 
Im Anschluss stand das alljährliche Anthologie-Autoren-Treffen beim Burgenwelt Verlag an. Bernd Schmitt und Alvar Borgan, beide aus „Auf düsteren Wegen“ (im Foto mit der Verlegerin Jana Hoffhenke), und Regine D. Ritter aus der Luther- und der Wellen-Anthologie sorgten für einen gelungenen und spaßigen Ausklang des Messetages.
Den dritten Platz meiner Jahreshighlights teilen sich
Auf dem Silberrang meiner Jahreshighlights befinden sich ebenfalls zwei Werke:
Doch nun *trommelwirbel* – die drei Bücher, die mich im letzten Jahr am stärksten beeindruckt haben. Zum einen – erwartungsgemäß –
und dem Einzelgänger, der bei McDonalds Burger brät. Es ist aber auch etwas die Geschichte von Phil, dem alten Mann, der für beide eine Art Rettungsanker und Halt ist. Nach seinem Tod hinterlässt er ihnen eine Liste mit zehn unerfüllten Wünschen, die sie zusammen erledigen sollen. Eine Reise, zwei unterschiedliche Charaktere, mehrere Kontinente und Länder. Und alles für das Leben. Doch gelingt es beiden, die Schatten der Vergangenheit wirklich abzuwerfen?