[Buchgedanken] Isabel Kritzer: „California’s Next Magician“ (Next Magician 1)

Vor kurzem habe ich „California’s Next Magician“ gelesen, den Auftaktband der zauberhaften Next-Magician-Dilogie von Isabel Kritzer. Das Buch ist 2019 im Drachenmond Verlag erschienen, der Nachfolgeband „America’s Next Magician“ erscheint im März 2020 und ist bereits beim Verlag vorbestellbar.

25 Magicians. 5 magische Aufgaben.
Wer überlebt? Ein silberner Brief, der fünfundzwanzig Schicksale besiegelt. Eine neue Weltordnung, errichtet durch die Magie von vier Gilden. Ein Mädchen aus den Glastürmen, dessen Mut alles verändert.

51AjXFRDZCL._SX350_BO1204203200_Magische Aufgaben und starke Konkurrenten erwarten Josephine im Schloss, als ein Brief sie zur Teilnahme an der Regentschaftswahl Californias verpflichtet. Modernste Technik soll die dauerhafte Übertragung des Geschehens im Land gewährleisten und ein Abgesandter des Kaisers die Fairness wahren. Doch der momentane Regent denkt gar nicht daran, abzudanken. Während Josephine großes magisches Potenzial entwickelt, wird schnell klar: Es gibt kein Entkommen! Weder vor den Kameras und den gefährlichen Aufgaben der Wahl, noch vor den Mordanschlägen auf sie. Und schon gar keine Zukunft für ihre geheime Liebe – oder?

„California’s Next Magician“ erfüllt die hohen Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, völlig, ist aber auch perfekt auf meinen Lesegeschmack zugeschnitten. Als Mischung aus „Selection“ und „Tribute von Panem“, gewürzt mit einem Schuss Magie und garniert mit einer, allerdings etwas im Hintergrund stehenden, Liebesgeschichte, ist das Buch ein wahrer Pageturner und sorgt dafür, dass man es am liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.

Diese Kombination zeigt aber auch ein kleines Problem des Buches: eine Genrezuordnung fällt mir nicht leicht, deshalb habe ich sie auch oben unterlassen. So sind sowohl dystopische Anklänge, als auch Elemente der Urban Fantasy vorhanden – von Young-Adult-Romantasy ganz zu schweigen. Vielleicht könnte man sich auf „fantastisches Jugendbuch“ einigen, aber zum Glück muss ich diese Entscheidung ja nicht treffen :).

Die Handlung ist hochspannend, der Autorin gelingt es, mit mehreren unerwarteten Wendungen den Leser immer wieder im Unklaren zu lassen. Der Weltenbau überzeugt ebenfalls im Großen und Ganzen, wenn auch hier durchaus noch Lücken sind, die hoffentlich durch den Nachfolgeband geschlossen werden. Durch die (perfekte) Wahl der Erzählperspektive, einer Ich-Erzählung aus Sicht der Protagonistin, lernt der Leser mit ihr zusammen die Welt kennen, kann sich gut mit ihr identifizieren, leidet, lacht und verzweifelt mit ihr – ich bin immer noch leicht schockverliebt!

Die einzelnen Charaktere sind insgesamt vielschichtig und dreidimensional angelegt, haben Schwächen, Stärken, jeweils eigene Ziele und Motive – und entwickeln sich auch im Laufe der Handlung weiter. Dabei hoffe ich, in Band zwei vielleicht auch von einigen meiner bevorzugten Nebencharaktere (Majlin und Rayn) noch mehr zu lesen.

Als dystopisch-angehauchter Roman wartet „California’s Next Magician“ zudem mit einigen gesellschaftskritischen Elementen auf. Egal, ob es sich um das Thema Umweltschutz, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder um Fragen von autokratischen Herrschaftssystemen handelt, Isabel Kritzer gelingt es, ohne belehrend zu wirken, in Form einer fantastischen Geschichte eigene Meinungen und Überzeugungen zu vermitteln – vor dem Hintergrund eines anschaulichen, und wirklich brillanten Settings. Dabei ist der Schreibstil der Autorin leicht und flüssig lesbar, humorvoll und hochemotional.

Die Buchgestaltung ist – wie im Verlag üblich – überzeugend. Lektorat und Korrektorat haben im Wesentlichen sauber gearbeitet, der Buchsatz ist schön und wartet zudem mit einer Illustration, einer Weltkarte und einer Playlist auf. Das Cover hingegen ist brillant – ein wahrer Eyecatcher, ein wirkliches Meisterwerk von Covergott Alexander Kopainski, auf das auch eine meiner Stimmen im Lovelybook Leserpreis 2019 entfiel.

Mein Fazit? „California’s Next Magician“ ist ein überzeugender Auftakt in eine magische Dilogie, der vor allem durch eine spannende Handlung, tolle Charaktere und ein wunderschönes Setting brilliert. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen – ab dem vom Verlag empfohlenen Alter von 14.

Wenn es dem zweiten Band – den ich übrigens kaum noch erwarten kann – gelingt, letzte Lücken im Weltenbau zu schließen und die Handlung nahtlos und genauso spannend weiterzuführen, ist der Dilogie ein Platz in meinen Jahreshighlights 2020 bereits jetzt kaum zu nehmen.

 

Lovelybooks Leserpreis 2019 – Mein Voting Sheet

Noch bis morgen findet die Wahl des Lovelybooks-Leserpreises statt. Natürlich habe ich wieder an der Abstimmung teilgenommen und möchte Euch heute meinen Wahlzettel präsentieren, unter anderem mit Ava Reed (4 Stimmen), Bianca Iosivoni (4), Mona Kasten (2), Isabel Kritzer (2), Julia Adrian (2), Julia Engelmann (1) und Manuela Schörghofer (1)! Dabei fiel mir die Stimmabgabe bei den belletristischen Jugendbüchern und bei den Liebesromanen relativ einfach, am schwierigsten war es bei den fantastischen Jugendbüchern und den Buchcovern, da dort die Dichte an guten Werken in diesem Jahr extrem hoch war.

Doch nun zu den einzelnen Stimmen!

  • Bester Roman
    • Maja Lunde: „Die Letzten ihrer Art“
    • Hank Green: „Ein wirklich erstaunliches Ding“
    • Margaret Atwood: „Die Zeuginnen“
  • Bestes Buch im Genre „Krimi & Thriller“
    • Jussi Adler-Olsen: „Opfer 2117“
    • Nele Neuhaus: „Muttertag“
    • Isabel Kritzer: „CAPTUM: Born. Twice.“
  • Bestes Buch im Genre „Fantasy & Science Fiction“
    • Ben Aaronovitch: „Die Glocke von Whitechapel“
    • Jenny-Mai Nuyen: „Die Töchter von Ilian“
    • Jennifer L. Armentrout: „Brave – Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit“
  • Bestes belletristisches Jugendbuch
  • Bestes fantastisches Jugendbuch
    • Julia Adrian: „Winters zerbrechlicher Fluch“
    • Ava Reed: „Ashes and Souls – Schwingen aus Rauch und Gold“
    • Bianca Iosivoni: „Sturmtochter 3: Für immer vereint“
  • Bestes Bilderbuch
    • Michael Engler/Joelle Tourlonias: „Rocky Waschbär: Der Apfelkuchendieb“
    • Barbara van den Speulhof/Stephan Pricken: „Der Grolltroll Band 1“
    • Torben Kuhlmann: „Armstrong“
  • Bestes Kinderbuch
    • Catherine Doyle/Cornelia Haas: „Sturmwächter: Das Geheimnis von Arranmore“
    • Tanya Stewner/Claudia Carls: „Alea Aquarius 5: Die Botschaft des Regens“
    • Gebrüder Grimm/Poppy J. Anderson u.a. „Es war einmal – Neue und klassische Märchen“
  • Bester Liebesroman
  • Bester Erotikroman
    • E. L. James: „The Mister“
    • Jennifer L. Armentrout: „Golden Dynasty – Größer als Verlangen“
    • Jennifer L. Armentrout: „Golden Dynasty – Brennender als Sehnsucht“
  • Bester historischer Roman
  • Bestes Buch im Genre „Humor“
    • Friedrich Kalpenstein: „Inselhippies“
    • Anna Buchwinkel: „Nach dem Tod gleich links“
    • Dieter Nuhr: „Gut für dich!“
  • Bestes Buch im Genre „Sachbuch & Ratgeber“
    • Julia Engelmann: „Keine Ahnung, ob das richtig ist“
    • Christian Sepp: „Ludovika. Sisis Mutter und ihr Jahrhundert“
    • Huw Lewis-Jones: „Verrückt nach Karten“
  • Bestes Hörbuch
    • Bianca Iosivoni: „Falling Fast“
    • Mona Kasten: „Hope Again“
    • Laura Kneidl: „Someone New“
  • Bestes deutschsprachiges Debüt
    • Kathinka Engel: „Finde mich. Jetzt“
    • Kira Mohn: „Show me the Stars“
    • Lena Kiefer: „Ophelia Scale – Die Welt wird brennen“
  • Bester Buchtitel
    • Julia Adrian: „Winters zerbrechlicher Fluch“
    • Ava Reed: „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“
    • Meike Werkmeister: „Sterne sieht man nur im Dunkeln“
  • Bestes Buchcover
    • Ava Reed: „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“
    • Isabel Kritzer: „California’s next Magician“
    • Mara Erlbach: „Die Gabe des Winters“

Puh, das war ganz schön viel – für alle, die bis hierhin gelesen haben, gibt es als Belohnung hier die tollen Cover, für die ich gestimmt habe.

 

Für wen habt Ihr gevoted? Rein damit in die Kommentare!

[FBM2019] Messeausbeute

Ich war Euch hier noch die Fotos meiner Ausbeute der diesjährigen Frankfurter Buchmesse schuldig. Auf den Bildern finden sich (in dieser Reihenfolge) die Bücher, die ich dort gekauft habe, die Bücher, die ich zum Signieren mitgenommen habe, sowie Lese-/Rezensionsexemplare aus Bloggertreffen, Goodiebags und von Veranstaltungen. Zudem habe ich ein Bild der gesammelten Goodies gemacht, sowie ein Bild der Goodies, die ich verschenken/verlosen möchte :).

Auf dem ersten Bild befinden sich übrigens zwei Exemplare von „Winters zerbrechlicher Fluch“, da ich in naher Zukunft eines davon an Euch verlosen möchte – also bleibt wachsam :).

[FBM2019] Tag 1 – Von hoher Kultur und der ganz großen Politik

Gestern war es endlich soweit – die FBM öffnete ihre Pforten und, fast pünktlich, um kurz nach neun betrat auch ich das Messegelände. Nachdem ich mir die Presseinformationen abgeholt und meinen Laptop eingeschlossen hatte (auf dem ich vorbildlich während der Zugfahrt noch die Rezension zu Nina MacKays „Black Forest High: Ghostseer“ getippt hatte), begab ich mich auf Erkundungstour. Das gestrige Tagsprogramm war sehr kultur- und politiklastig, bevor es dann bis zum Sonntag Tag für Tag immer mehr in den Unterhaltungsbereich abgleitet.

20191016_110403Den Anfang machte, nach einer kurzen Tour durch Halle 3.0, Bundespräsident Joachim Gauck. Er stellte auf dem Blauen Sofa sein Buch „Toleranz: einfach schwer“ vor, sprach über seine Erlebnisse zur Zeit des Mauerfalls und das Konzept der auch kämpferischen Toleranz. Ein beeindruckender, intensiver Appell, für den er auch im Vorfeld viel Kritik eingesteckt hat, der aber – auch deswegen – umso wichtiger ist.

20191016_111732Im Anschluss ging es direkt für mich auf dem Blauen Sofa mit Sasa Stanisic weiter. Wer jetzt denkt, ich habe einfach sitzen bleiben können – liegt falsch. Denn beide Veranstaltungen waren, obwohl der Mittwoch der entspannteste Messetag ist, bereits so gut besucht, dass ich nur stehen konnte. Der frisch gekürte Träger des Deutschen Buchpreises las nicht nur aus seinem Buch „Herkunft“, sondern kritisierte auch wie bereits in seiner Preisträgerrede die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke.

20191016_144330Nach einer Mittagspause, in der ich zufällig auch Nora Bendzko traf und Halle 3.1 erkundete, setzte sich mein Tagesprogramm für zwei Veranstaltungen am Stand des Magazins „Der SPIEGEL“ fort. Den Anfang machte Denis Yücel, der sowohl sein Buch „Agentterrorist“ vorstellte, als auch über seine Zeit im türkischen Gefängnis sprach. Erstaunlicherweise ging er dabei kaum auf die aktuellen politischen Entwicklungen in der Region ein.

20191016_145508Direkt danach (dieses Mal konnte ich sitzen bleiben^^): Miku Sophie Kühmel mit ihrem Debütroman „Kintsugi“. Die junge Autorin stellte ihr Buch, ihr Kammerspiel über ein älteres, schwules Pärchen vor und las den unglaublich melodischen Anfang des Werkes. Das reichte bereits, um zu erkennen, dass sie dafür zurecht mit dem Aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres ausgezeichnet wurde – und ganz nebenbei auch auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand. Beeindruckend!

20191016_165651Nachdem ich mir im Anschluss „Californias Next Magician“ von Isabel Kritzer (ich bin so gespannt!) signieren ließ und mich kurz bei meiner neuen Verlagsheimat, dem Zeilengold Verlag, vorstellte, besuchte ich zum Tagesausklang den Ehrengast-Pavillon. Dort stellte auf der Hauptbühne Jo Nesbo seinen neuen Roman „Messer“ vor, und sprach auch über seine Musik – und über das Klettern, eines seiner größten Hobbies.

20191016_172048Bevor es in den gemütlichen Teil, zur Happy Hour dort, überging, las noch Jan Erik Vold einige Gedichte in deutscher, norwegischer und englischer Sprache, teils sehr bizarr, aber immer begleitet vom wunderschönen Harfenspiel von Ellen Bodtker. Nach der Happy Hour besuchte ich noch kurz meine Freunde beim Kunstanstifter Verlag, der dieses Jahr mit dem Verlagspreis gewürdigt wurde – und mehrfach für den Jugendliteraturpreis nominiert ist. Die Daumen sind gedrückt!

Nach dem kulturellen Programm steht heute etwas Entspannung an. Neben der Preisverleihung zum Storyteller Award freue ich mich vor allem darauf, Freunde und Bekannte zu treffen – und endlich „Winters zerbrechlicher Fluch“ von Julia Adrian in den Händen zu halten.