[Buchgedanken] A. B. Schuetze: „Steine aus Adanwe“

In den letzten Wochen habe ich im Anschluss an eine Buchverlosung das Buch „Steine aus Adanwe“ der Debütautorin A. B. Schuetze gelesen. Das Buch ist am ehesten dem Genre Low-Fantasy (mit leicht-erotischen Einschlägen) zuzuordnen, wurde 2016 im net-Verlag veröffentlicht und unter geschlossenem Pseudonym geschrieben.51h8hsmrisl-_sx314_bo1204203200_

Der Roman beschreibt die Geschichte der Innenarchitektin Corri, die den Auftrag bekommt, ein altes Patrizierhaus einzurichten. Nachdem sie den Auftrag angenommen hat, häufen sich mysteriöse Vorfälle in ihrem Umfeld, die sie gemeinsam mit ihren Freunden erkunden will. Immer wieder stehen dabei auch die geheimnisvollen Besitzer des Hauses im Mittelpunkt, die ein Geheimnis hüten, so alt wie die Welt. Doch plötzlich verschwindet Corri, und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Magie und Liebe, Freundschaft und Kameradschaft, Intrigen und Ränke – „Steine aus Adanwe“ entführt den Leser in spannende Welten.

Mit dem Roman schafft die Autorin ein, in Abstrichen, gelungenes Debüt. Der Grundgedanke der Geschichte über das Volk der Salwidizer und ihre Gefährten ist gut ausgearbeitet und hat die Chance, den Leser zu begeistern. Gleichzeitig öffnet er auch (zusammen mit dem offenen Ende) die Möglichkeit, Fortsetzungen und Vorgeschichten zu schreiben und die erschaffene Geschichte weiter auszubauen. Es gelingt der Autorin zudem, eine spannende Handlung aufzubauen und den Spannungsbogen größtenteils über die Geschichte hinweg zu halten.

Kleinere Schwächen sehe ich vorliegend in der Charaktergestaltung. Das Buch hat eine angenehme Länge – es werden jedoch sehr viele Charaktere vorgestellt, die die Handlung vorantreiben. Dadurch ist es naturgemäß schwer, die einzelnen Charaktere konsequent weiterzuentwickeln, so handeln sie aus meiner Sicht teils nicht nachvollziehbar und unlogisch. Dennoch fiebert man mit den einzelnen Protagonisten mit, sodass das nur ein kleiner Schönheitsfehler ist, der gegebenenfalls auch in Nachfolgebänden noch ausgemerzt werden kann.

Positiv möchte ich noch anmerken, dass das Buch, trotz einiger erotischer Szenen, den Schwerpunkt konsequent auf das phantastische Geschehen legt und nicht in die Gefahr gerät, das Genre zu verfehlen/wechseln. Das Cover ist sehr schön gestaltet und edel geprägt, der Satz ist in Ordnung. Was ich vermisse, war die Durchnummerierung der Kapitel, die lediglich mit einer Überschrift versehen waren – aber das ist nur Geschmackssache.

Leider liegt aus meiner Sicht sprachlich einiges im Argen – hier hat vor allem das Lektorat entweder nur oberflächlich gearbeitet oder gegebenenfalls hat auch das Wissen gefehlt. Beispielhaft schwankt das Buch von der Wortwahl her, auch in den einzelnen Charakteren, von unüblich und aus der Zeit gekommenen Worten zu moderner Sprache. Die Gedanken sind nicht immer gleich gekennzeichnet, und es werden exzessiv Auslassungszeichen verwendet. Wortwiederholungen und Fehler sind ebenfalls vorhanden, und die Regel „Show don’t tell“ wurde teils umgesetzt, teils sogar konterkariert indem zuerst die Handlung beschrieben, und dann nochmal identisch gezeigt wurde. Alles in allem leider der Lesefluss darunter schon etwas, sodass das Potential der guten Geschichte leider nicht vollends ausgeschöpft wurde. Ab und an hatte ich zudem das Gefühl, dass die Handlung zu sehr gesprungen ist und der rote Faden für einen kurzen Moment verloren ging.

Mein Fazit? „Steine aus Adanwe“ ist ein solider Debütroman. Die phantastische Handlung vermag es durchaus, den Leser zu fesseln und lässt ihn mit den Protagonisten mitfiebern. Leider wird das Potential der Geschichte aufgrund einiger sprachlicher Mängel nicht vollends ausgeschöpft.

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