Ich melde mich aus dem Urlaub zurück – und fülle die Zeit vor der LBM noch mit einigen Rezensionen und Vorbereitungsposts – den Beginn macht heute ein definitives Jahreshighlight.
„Und wenn die Welt verbrennt“ ist nach dem genialen „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ der zweite Roman von Ulla Scheler. Er ist 2017 bei heyne>fliegt, Verlagsgruppe Random House GmbH, erschienen und ist dem Genre Jugendbuch zuzurechnen.
Wow. Nicht mehr – und nicht weniger – kann ich eigentlich zu diesem Buch sagen. Sollte es, trotz des gelugenen Debüts, noch Zweifler an Ulla Schelers Schreibtalent gegeben haben, sind diese restlos ausgeräumt. „Und wenn die Welt verbrennt“ ist ein leuchtender Stern am Jugendbuch-Himmel – und Ulla Scheler als Jugendbuchautorin so etwas wie das deutsche und weibliche Pendant zu John Green. Sie erschafft Charaktere, die stark und verletzlich zugleich sind, lebensecht aber auch vergänglich.
Ihre Figuren berühren – und man kann sich sofort mit ihnen identifizieren. Ich bin zwar kein Fan mehrerer Ich-Perspektiven, in diesem speziellen Fall kann ich es aber tolerieren, da so die Gedanken und Gefühle, Zweifel und Ängste, sowohl von Felix als auch von Alisa brilliant zum Ausdruck gebracht werden können. Dabei balanciert das Buch die ganze Zeit gekonnt auf der Trennlinie zwischen Liebes- und Schicksalsroman – und ergänzt sich daher zu einem ausgewogenen Jugendbuch, das die Facetten des Lebens anschaulich widerspiegelt. Ulla Schelers Schreibstil ist dabei so intensiv und gefühlvoll, dass er den Leser komplett in seinen Bann zieht.
Nur am Rande noch kurz ein Lob an die Buchgestaltung, damit deren Arbeit nicht untergeht. Lektorat, Korrektorat und Buchsatz sind gelungen, das Cover ist – gerade im Hinblick auf den Inhalt – beeindruckend und intensiv – und hochwertig mit Prägedruck und ausklappbaren Coverinnenseiten gestaltet.
Mein Fazit? „Und wenn die Welt verbrennt“ ist ein brilliantes Jugendbuch, das sich auch vor Genregrößen wie John Green nicht verstecken braucht. Mit beeindruckenden Charakteren und einer intensiv-gefühlvollen Handlung vermag es restlos zu überzeugen. Unbedingt zum empfehlen.
