[FBM2018] Tag 3 – Von imaginären Freunden und musizierenden Bäumen

20181012_110645Bevor es heute in das stressige Wochenende auf der Messe geht, habe ich es auch gestern noch einmal etwas ruhiger angehen lassen und schlenderte erstmal etwas durch die Hallen, bevor ich meine erste Veranstaltung besuchte. Der Kabarettist und Demotivationstrainer Nico Semsrott – auch für die ZDF Heute Show tätig und Kandidat der Partei „Die Partei“ für die Europawahl 2019 – präsentierte den „Kalender des Scheiterns“, und trug zugleich Auszüge seiner Programme vor. Erwartungsgemäß sehr lustig – und bereits jetzt ein kleines Highlight meines Messejahres.

20181012_121232Im Anschluss besuchte ich eine Buchvorstellung von Juli Zeh, deren neuer Roman „Neujahr“ vor drei Wochen veröffentlicht wurde und bereits auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste stand. Mit viel Witz stellte sich die Autorin den Fragen des Moderators. Das Publikumsinteresse war riesig – die erste wirklich überfüllte Veranstaltung, die ich besucht habe. Ob das allerdings ihren Büchern, oder vielmehr den neuen politischen Nachrichten aus Brandenburg geschuldet ist, kann ich nicht abschließend beurteilen.

20181012_124509Direkt danach ging es für mich bei einer Lesung am Amazon-Publishing stand weiter. Die Erfolgsautorin Ellin Carsta (auch Petra Mattfeldt und Caren Benedikt) las aus ihrem historischen Roman „Die heimliche Heilerin“, eine Lektorin von Amazon Crossing aus der englischen Übersetzung „The Secret Healer“. Spannend waren vor allem die extremen Unterschiede in den Coverversionen der Ausgaben in beiden Ländern, die vor allem mit dort herrschenden unterschiedlichen Trends und Vorlieben seitens des Verlages begründet worden sind.

20181012_130819Dann war es auch bereits Zeit für ein Kinderbuch. „Snuffi Hartenstein und sein ziemlich dicker Freund“ heißt das neue Werk des „Sams“-Autors Paul Maar. Zusammen mit der Illustratorin und der Lektorin präsentierte er das Buch und las einige Passagen vor – es wurden auch ausgewählte Bilder gezeigt. Zudem wurde etwas über die Entstehungsgeschichte und über Schwierigkeiten bei der Illustration von imaginären Freunden in verschiedenen Dimensionen geplaudert. Dabei machte vor allem Paul Maar einen unglaublich sympathischen und geerdeten Eindruck.

20181012_165005Als letzte Veranstaltung des Tages wollte ich eigentlich eine Diskussion mit Denis Yücel besuchen, doch da der Pavillon bereits wegen Überfüllung geschlossen war, nahm ich an einem Gespräch mit dem amerikanischen Autoren Paul Beatty zu seinem Buch „Der Verräter“ teil, für das der Autor 2016 den „Man Booker Prize“ erhielt. Auffallend war, dass der Autor mit den hochgestochenen, teils gesellschaftspolitischen Fragen, vor allem zur Political Correctness, des Moderators – der anscheinend zu viel in das Buch hineininterpretiert hat – wenig anfangen konnte. Umso sympathischer und ehrlicher war der Auftritt des Autoren, der schlichtweg betonte, dass er einfach nur das richtige Wort genutzt hat, um Dinge zu beschreiben, ohne sich über Interpretationsspielräume und Provokationen Gedanken zu machen.

Da ich zwischen den Veranstaltungen viel Zeit hatte, besuchte ich unter anderem ein kurzes Meet & Greet mit Caroline Brinkmann (da ich das Buch vergessen hatte, kommt heute noch eines), eine Signierstunde zur neuen Anthologie beim Drachenmond Verlag und spontan eine Signierstunde von Ralph Ruthe, der mir einen musizierenden Baum in einen Collegeblock zeichnete. Besonders freute mich auch, im offiziellen Mira-Programm für den Herbst/Winter auf zwei Seiten die Vorschau zu „Die Klosterbraut“ zu finden, ein im Januar erscheinender Roman von Manuela Schörghofer. Die Bilder davon reiche ich Euch in den Messeimpressionen nach der Messe nach, sie würden sonst den Post hier sprengen.

Am heutigen Messesamstag freue ich mich – neben der Abendveranstaltung mit Otto Waalkes – vor allem auf Halo Summer, deren Roman Aschenkindel eines meiner Jahreshighlights 2016 war.

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