[Buchgedanken] Jacqueline Mayerhofer: „Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ (Teil 1)

Vor einiger Zeit habe ich „Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ gelesen, den ersten Band einer Novellenreihe, die Jacqueline Mayerhofer für den Verlag In Farbe und Bunt unter dessen Label „Weltenwandler“ veröffentlicht hat. Band 1 erschien 2018 als e-Book und ist auch in der mir vorliegenden limitierten Printausgabe erhältlich. Das Werk ist dem 51Wl5IwaszL._SX327_BO1204203200_Genre Science-Fiction zuzuordnen.

Feynels Herkunft ist umwölkt, an seine Eltern erinnert er sich kaum mehr. Ausgesetzt auf dem heruntergekommenen Planeten Sekpton verbringt er seine Kindheit als Schrottsammler für einen Söldnerboss, bis ihm eines Tages die Flucht gelingt. Doch mit dieser beginnt sein wahres Abenteuer erst – und bis jetzt hält es keine allzu guten Aussichten für ihn bereit …

„Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ ist ein vielversprechender Reihenauftakt, entführt den Leser in weitentfernte Welten zu nicht näher definierbaren Zeiten. Durch die Kürze der Geschichte, das Buch umfasst knapp 90 Buchseiten, kommt nie Langeweile auf, die Handlung entwickelt sich rasant und kippt von einer Katastrophe in die Nächste.

Charaktere und Setting werden toll beschrieben, der Weltenbau, vor allem die Einführung der verschiedenen Lebewesen, ist hinreichend detailliert, und dank Jacqueline Mayerhofers leichtem und flüssig-lesbaren Sprachstil bilden sich sofort Bilder, die das Kopfkino anspringen lassen. Trotz der Kürze der Handlung, die auch einen längeren Zeitraum überspringt, entwickeln sich die Charaktere, vor allem Feynel, merklich und kontinuierlich weiter.

Einziges Manko des Serienauftaktes ist es dabei, dass – allerdings normal für das Genre – der Leser in eine Welt geworfen wird, die so fremd ist, die voll unbekannter Rassen und Planeten, voll neuer Technik und komplizierter Namen ist. Da das Buch jedoch so schnell vorbei ist, hat man kaum Zeit, sich daran zu gewöhnen, sich einen ausreichenden Überblick zu verschaffen. Hier hätte vielleicht ein kurzes Glossar der Schauplätze und wichtigsten Rassen, oder auch eine Dramatis Personae Abhilfe schaffen können.

Die Buchgestaltung ist durchweg als solide zu bezeichnen, Lektorat und Korrektorat haben sehr sauber gearbeitet, auch der Buchsatz kann weitesgehend überzeugen. Lediglich beim Cover bietet sich meines Erachtens nach noch Luft nach oben. Zwar ist die Farbgestaltung überzeugend und ich kann den Grundgedanken hinter der Motivwahl gut nachvollziehen, mit etwas mehr Mut und Innovation hätte man hier aber auch einen noch stärkeren Bezug zum Inhalt schaffen können.

Mein Fazit? „Hunting Hope: Zerbrochene Herkunft“ ist ein im Großen und Ganzen überzeugender Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht. Ein tolles Setting lässt das Kopfkino sofort anlaufen, auch wenn es nicht immer leicht ist, den Überblick zu behalten. Für Science-Fiction-Liebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

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