[Buchgedanken] Fabienne Sita: „Asche und Eden“

Vor kurzem habe ich „Asche und Eden“ von Fabienne Sita gelesen. Das Buch ist 2022 bei Gerth Medien in der SCM Verlagsgruppe GmbH erschienen und als spirituelles, autofiktionales Buch einzuordnen. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Wir wünschen uns das Paradies auf Erden: Friede, Freude, Sonnenschein. Doch was, wenn ein Gewittersturm aufzieht? Wenn das Leben aus den Fugen gerät und man daran zu zerbrechen droht? Einer dieser großen Stürme trifft Fabienne Sita und wirft sie zu Boden. Ein Blitz schlägt mitten in ihre Träume und Hoffnungen ein und lässt einen Haufen Asche zurück. Doch ein Satz, ein Blick, eine Begegnung verändert alles. Tiefster Schmerz trifft auf wahre Schönheit. Eine innere Reise beginnt, die gleichermaßen eindrucksvoll wie heilsam ist.

„Asche und Eden“ ist ein sehr spezielles Buch, das sich bereits kaum kategorisieren lässt (die obige Einordnung ist lediglich ein unzureichender Versuch). Autofiktional und/oder autobiographisch, religiös und/oder spirituell, Gleichnis und/oder Märchen – um nur einige Optionen zu nennen. Dabei ist das Buch reich bebildert und graphisch hochwertig gestaltet, ein Gesamtkunstwerk aus Text und Bild.

Eine richtige Handlung gibt es nicht – vielmehr begleitet man die Protagonistin, also die Autorin, auf einem inneren Weg zu einem besseren Ich im Kampf gegen u.a. Angst, Neid und Kontrollverlust. Auf ihrem Weg wird sie bei Schwierigkeiten unterstützt von einem weißgekleideten Mann, der Jesus darstellen soll, und einem Mann mit silbernen Haaren, der die Rolle Gottes einnimmt.

Dabei „bekämpft“ die Protagonistin ihre inneren Dämonen in ausführlichen Tagträumen, die stark märchenhaft und klischeebehaftet daherkommen. Zwar wird nicht verkannt, dass – ungeachtet der religiösen Färbung – die Mantren und Lebensweisheiten teils durchaus wertvoll und allgemeingültig sind, dennoch verblasst dies teils hinter der doch etwas holzhammerartig plakatierten Religiösität, die hier fast missionarisch daherkommt.

Die Buchgestaltung ist größtenteils gelungen. Lektorat und Korrektorat haben sauber gearbeitet, der Buchsatz ist, gerade im graphischen Bereich, der dem Handlettering ähnlich ist, sehr gelungen. Das Covermotiv ist ansehnlich und zieht sich als Gesamtbild einheitlich über Buchrücken und Coverrückseite, sodass ein toller Gesamteindruck entsteht.

Mein Fazit? „Asche und Eden“ ist ein spirituelles Buch voller Lebensweisheiten, das durch sein künstlerisches Gesamtkonzept glänzt, aber auch etwas märchenhaft und plakativ missionarisch daherkommt. Für Liebhaber christlicher Literatur zu empfehlen – und nicht unter einem Lesealter von 14 Jahren.

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