[Buchgedanken] Michael S.V. Preis: „Splitterkristall – Die Schattenchroniken Band 1“

Vor kurzem habe ich auch „Splitterkristall – Die Schattenchroniken Band 1“ von Michael S.V. Preis gelesen. Das Buch ist 2024 im Projekt VielSeitig Verlag (Projekt VielSeitig – Sieger GbR) erschienen und als illustrierte Jugendfantasy einzuordnen, für die Illustrationen zeichnet Anastassia Schitz verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks.de.

Die fünfzehnjährige Mira ist entsetzt: Ihre Mutter hat kurzerhand entschieden, sie auf ein abgelegenes Internat zu schicken. Zwar ist das Verhältnis zu ihrer Mutter seit Jahren angespannt, doch die strengen Regeln und das Leben abseits der Stadt passen einem Freigeist wie Mira überhaupt nicht! Wen wundert es also, dass sie von Beginn an als eigenbrötlerische Unruhestifterin wahrgenommen wird? Als sie jedoch ein geheimnisvolles Leuchten in einem verlassenen Haus entdeckt, weckt dies ihre Neugier. Was verbirgt sich hinter dem rätselhaften Licht? Einen Blick zu riskieren, kann doch sicherlich nicht schaden …

„Splitterkristall – Die Schattenchroniken Band 1“ ist – wie der Name schon unschwer vermuten lässt – der Auftaktband in die gleichnamige Buchreihe. Dabei wird das Buch als Jugendfantasy beworben, gleichzeitig aber auf einigen Portalen für Leser:innen ab neun Jahren empfohlen, was eher dem Kinderbuchbereich zuzuordnen wäre. Bezogen auf die Themen, das Alter der Protagonist:innen (um 15) und generell die Komplexität der Handlung würde ich das Buch ebenfalls eher als Jugendfantasy für die Altersgruppe 12+ einordnen.

Die Handlung ist dabei altersgerecht und jugendtypisch, durchaus spannend und abwechslungsreich. Dabei werden jugendtypische Themen wie familiäre und schulische Konflikte, Mobbing, Freundschaft und Entwurzelung in eine fantastische Handlung gepackt und mit dieser zu einem interessanten Gesamtkonstrukt verwebt. Leider endet der Band gänzlich offen, es wird quasi kein Handlungsstrang aufgelöst, sodass das Buch nicht als Standalone lesbar ist – etwas schade. Auch endet das Buch natürlich in einem Cliffhanger.

Das Setting ist grundsätzlich gelungen. So entführt der Autor die Leser:innen in ein Internat mit angeschlossenem Kloster – und in eine nicht näher bezeichnete Parallelwelt, die starke Parallelen zu Narnia hat – auch an andere Buchreihen sind Anklänge vorhanden. Dabei wird die Welt toll durch die Illustrationen von Anastassia Schitz zum Leben erweckt, die die Handlung visualisieren und unterstützen – hier hätte ich mir noch mehr gewünscht. Bislang fehlt es zudem noch am Weltenbau, so liefert der erste Band keinerlei Aufschlüsse zum Magiekonzept – oder selbst zur Welt an sich.

Die einzelnen Figuren sind aufgrund der Kürze des Bandes und der Fülle der Charaktere noch etwas eindimensional, aber das wird sich hoffentlich in den nächsten Bänden noch ändern. Hierbei sind vor allem wichtige Nebencharaktere wie Elli und Eleonora spannend, während Jakob sehr einseitig verbleibt – und auch Mira noch Nachholbedarfe besitzt, aber über sehr gute Anlagen verfügt. Michael S.V. Preis‘ Schreibstil lässt sich dabei leicht und flüssig lesen und das Kopfkino sofort anlaufen, ist altersgerecht, teils aber fast zu einfach gehalten.

Die Buchgestaltung ist gelungen. Lektorat und Korrektorat sind Kleinigkeiten durchgerutscht, die den Lesefluss nicht erheblich schmälern, der Buchsatz ist ordentlich. Das Covermotiv wird auf Buchrücken und Coverrückseite nahtlos fortgesetzt, sodass ein tolles Gesamtbild entsteht, der Umschlag ist mit einer leichten Prägung versehen. Das Cover zeigt dabei durchaus Anklänge zur Handlung, ist genretypisch und sehr schön anzusehen. Abzuwarten bleibt, inwieweit es der Reihe gelingt, hier ein einheitliches Erscheinungsbild mit Wiedererkennungswert zu erschaffen.

Mein Fazit? „Splitterkristall – Die Schattenchroniken Band 1“ ist ein solider Auftakt in die Reihe, der vor allem mit seinen Illustrationen und seinem Setting überzeugt, leider aber zu offen endet und noch Nachholbedarfe beim Weltenbau besitzt. Für Leser:innen ab 12 Jahren bedenkenlos zu empfehlen.

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