Die Qual der Wahl: Die richtige Erzählperspektive

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Aus der Laune des Schicksals heraus – ich weiß auch nicht, wie es mich überkommen hat – habe ich beschlossen, mich mal wieder um eines meiner (Kurz-)Romanprojekte zu kümmern. Und schnell fiel die Wahl auf mein Lieblingsprojekt mit dem Arbeitstitel „Hinter der Maske“, eine realistisch-gehaltene Märchenadaption, die im London der Gegenwart spielt. Ein Plot für den ersten Teil (etwa die ersten 80 Seiten) steht, geschrieben waren auch bereits mal schon über 30. Doch damals bereits – und auch heute – kann ich mich irgendwie nicht zwischen den Erzählperspektiven entscheiden. Hauptfigur – und aufgrund des Märchens ganz zentraler Fixpunkt der Geschichte – ist die 17-jährige Sahar. Da es jedoch ganz vereinzelt Kapitel geben wird, in denen sie nicht vorkommt, stehen die folgenden Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Ich-Perspektive von Sahar mit personalen Erzählperspektiven der jeweiligen anderen Charaktere in deren Kapiteln (Vorbild: Diana Gabaldons Highlandsaga)
  • Komplett personale Erzählperspektive des jeweils dominierenden Charakters, also auch in den 90%-Kapiteln, die Sahar betreffen.

Was denkt Ihr? Was lest Ihr gern? Was könnt Ihr in Büchern gar nicht ab? Ich bin auf Eure Meinungen gespannt … und habe bereits jetzt Angst davor, das Projekt irgendwann Testlesern zu geben, die mir sagen, dass ich doch die falsche Perspektive gewählt habe :D.

11 Gedanken zu “Die Qual der Wahl: Die richtige Erzählperspektive

  1. Hallo Erik Huyoff,

    hm, also ich empfinde, den Namen „Sahar“ schon etwas als Stolperstein beim Lesen, wenn die Geschichte im heutigen London angesiedelt ist…..oder kommt das Mädchen wo anderster her?

    Das mit Ich-Erzählweise finde ich gehört in den Entscheidungsbereich des Autoren oder der Autorin.
    Der uns Leser oder Leserin eine Geschichte erzählen will und letztendlich wird es immer Leute geben, denen das und das nicht gefällt.

    Aber so ist es im Leben….deshalb bitte es ist noch Deine Entscheidung, wie Du als Autor einen Roman gestalten möchtest oder willst…

    LG…Karin…

    1. Hallo Karin,

      Ja, das Mädchen hat andere Wurzeln :). Der Name ist aus dem persischen entlehnt und passt auch von der Namensbedeutung perfekt zum Charakter :D.

      Über die Erzählperspektive mach ich mir dann mal noch weiter Gedanken.

      Liebe Grüße,
      Erik.

  2. Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    In der Erzählperspektive gibt es ja an sich kein richtig oder falsch. Ich persönlich bevorzuge an sich die erste Person, weil ich das Gefühl habe, dann besser mit den Protagonisten klar zu kommen. Allerdings schreibe ich durchaus auch in der dritten Person. Es kommt eben auch viel auf die Geschichte an.
    Märchen werden ja dann doch eher in der Erzählperspektive gehalten, was aber wohl eher daran liegt, dass sie vom Inhalt her eher untauglich für die erste Person waren.
    schnurrig
    Neko

    1. Danke fürs Rebloggen und den Kommentar. Ich persönlich bevorzuge auch immer die Ich-Perspektive, nur stellt sich das hier als schwierig heraus. Daher zögere ich noch :D.

      1. Nun, es ist auch durchaus möglich sie zwischendurch den Charakter zu wechseln. Man sollte es aber entsprechend markieren. 😉

      2. Perspektivwechsel mag ich nicht wirklich – ganz schlimm finde ich mehrere Ich-Perspektiven, das kann ich nur in Ausnahmefällen tolerieren, wenn die Bücher sonst genial sind :D.

  3. Hey Erik,

    für mich persönlich bedeutet die Ich-Perspektive bei einem Roman, dass die Leser alles, also den ganze Roman, konsequent aus der Sicht einer Person erleben.

    In einem Roman mit Ich-Perspektive kann es in meiner Vorstellung keine Kapitel geben, in denen der Ich-Erzähler nicht vorkommt. Wenn es solche Kapitel geben soll, würde ich nicht die Ich-Perspektive wählen.

    Wenn du es doch tust, wäre das ein eher ungewöhnliches Stilmittel, das eine Rechtfertigung bräuchte. Die könnte zum Beispiel in folgendem Trick bestehen: Die Leser wissen anfangs nicht, wer der Ich-Erzähler ist, so dass dieser auch in den Kapiteln aus anderer Perspektive auftauchen kann, ohne dass man ihn gleich erkennt. Dann gibt es einen schönen Aha-Effekt, wenn die Identität aufgedeckt wird. Das naheliegendste Beispiel dafür wäre ein Krimi, bei dem das Verbrechen aus der Ich-Perspektive erzählt wird, ohne dass man dem Leser gleich sagt, wer der Täter ist.

    Viel Vergnügen bei Deinem Roman,
    Alvar

    1. Hallo Alvar, vielen Dank für deine Meinung :).

      Also einen literarischen Trick wird es nicht geben – das Mädchen wird spätestens im zweiten Kapitel ausführlich als Protagonistin vorgestellt. Ich bin persönlich auch kein Fan von Perspektivwechseln, aber es gibt nun mal das ein oder andere Kapitel, das zwingend für die Handlung ist, in dem die Protagonistin aber schlichtweg nicht anwesend ist. Daher wollte ich ja auch ursprünglich alles in der 3. Person schreiben – nur liebe ich als Leser halt die Ich-Perspektive, daher kämpfen da in mir Verstand gegen Herz 😀 (ist ja nicht so, dass der Roman nicht schon kitschtriefend genug ist, da muss es der Kommentar auch sein).

      Wahrscheinlich schreibe ich erstmal weiter in der personalen Erzählperspektive und prüfe mal von Zeit zu Zeit, wie ich mich damit fühle..

      Liebe Grüße
      Erik.

      Ps: Hast du die heutige Eridanus-Ausschreibung gesehen? Das ist ja mal ein … unerwartetes … Thema 🙂

  4. Hallo Erik,
    was für wundervolle Neuigkeiten, dass du dich an eine längere Erzählung wagst. 🙂 Ich wünsche dir jetzt schon viel Freude mit deinen Figuren und der Geschichte, die sie zu erzählen habe.

    Was die Wahl der Perspektive angeht, wirst du dich vermutlich auf dein Bauchgefühl verlassen müssen – oder Szenen mehrfach schreiben, um zu testen, was sich für dich besser anfühlt. Als ich mit dem Schreiben begonnen habe, war ich auf Ich-Erzähler festgelegt. Mittlerweile empfinde ich diese Perspektive allerdings oft als zu einschränkend. Kommt natürlich auch immer auf die Art von Geschichte an, die du erzählen möchtest.

    Liebe Grüße,
    Anna

    1. Danke :),

      die Geschichte ist halt schon stark auf die Hauptperson zugeschnitten. Aber naja, ich schau mal. Lese halt so unglaublich gern in der Ich-Perspektive (und schreibe sie auch lieber), aber vielleicht bleibe ich hier erstmal in der personalen Perspektive und schau, wie es sich entwickelt.

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