[Buchgedanken] Anna Fischer: „Herz trifft Prinz“

In der letzten Zeit habe ich Anna Fischers neuesten Herz-Roman gelesen – vielen Dank an dieser Stelle an die Autorin und den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. „Herz trifft Prinz“ wurde 2019 bei Montlake Romance, Amazon Media EU S.à r.l. veröffentlicht und ist dem Genre Liebesroman zuzuordnen. Meine Besprechungen zu den anderen – eigenständigen – Romanen der Reihe findet ihr hier („Herz in Reparatur“, „Herz sucht Callboy“).

51U0heA59ZLEllen hat nicht nur Pech in der Liebe, sondern auch in ihrem Job als Journalistin. Denn heutzutage wird immer mehr auf die Sensationsgier der Leser gesetzt. Statt über berührende Erlebnisse zu berichten, zwingt Ellens Konto sie dazu, Banales über Stars und Sternchen zu schreiben. Als Ellen dahinterkommt, dass der charmante Hot-Dog-Verkäufer Jamal in Wahrheit ein Prinz aus der Südsee ist, der Inkognito in San Francisco lebt, glaubt sie, die passende Geschichte liefern zu können. Ihre begeisterte Chefin möchte allerdings kein simples Portrait, sondern eine intime Undercover-Lovestory. Trotz moralischer Bedenken überredet Ellen den ahnungslosen Jamal zu einer Tour durch Kalifornien. Doch dabei entwickeln sich unerwartet Gefühle und sorgen auf beiden Seiten für ziemliches Chaos …

„Herz trifft Prinz“ ist nicht nur eine charmante und erfrischende Liebesgeschichte, sondern auch eine leichte Anklage an die heutige Medienwelt, an Sensationsjournalismus und die Relevanz von Klickzahlen. Es prangert das Fehlen ethischer Grundsätze im Journalismus an und bedauert die fehlende Fokussierung auf relevante Inhalte. Dabei wird der Roman jedoch nicht allzu belehrend, nicht zu sehr gesellschaftskritisch und verliert den Fokus zur zugrundeliegenden Liebesgeschichte nicht.

Auch wenn die Handlung genrebedingt vorhersehbar ist und – trotz einiger unerwarteter Wendepunkte ohne allzugroße Überraschungen auskommt, gelingt es Anna Fischer doch, die Spannung dauerhaft zu halten, den Leser an die Seiten zu fesseln. Dies liegt zum  einen an der perfekten Wahl der Erzählperspektive (Ich-Erzähler aus Ellens Sicht) und zum anderen an dem – insbesondere in Dialogen – lockeren und frischen Schreibstil, der die Chemie und Harmonie zwischen den Figuren perfekt transportiert.

Das Setting ist malerisch und sorgt dafür, dass der Leser sich nach Kalifornien träumt. Tolle Sehenswürdigkeiten, spannende Gegensätze und illustre Figuren – die Autorin fängt in ihren Beschreibungen ein Panorama des amerikanischen Lebensgefühl ein und lässt den Leser zusammen mit den Charakteren daran teilhaben. Diese sind zudem vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen, Motive und Ziele. Allerdings kommen aus meiner Sicht dieses Mal die Nebencharaktere etwas zu kurz. Ich hätte gern noch mehr von Sharky, noch mehr von Rosita, Ben und allen anderen erfahren. Auch wenn es wie ein leichter Widerspruch klingt – da dort doch gerade einige Nebenfiguren wieder auftauchen – werde ich auch mit dem Epilog nicht so ganz warm und hätte das Buch gern mit dem letzten Kapitel enden lassen.

Die Buchgestaltung ist im wesentlichen gelungen – Satz, Korrektorat und Lektorat haben ordentlich gearbeitet und nur kleinste Fehler übersehen. Das Cover passt sich gut in die Reihe ein und sorgt für eine hohen Wiedererkennungswert. Mir fehlt allerdings etwas der Bezug zur Story. Klar war es – unter Berücksichtigung der Reihencover – nicht möglich, die unglaublichen Orte, die die Protagonisten besucht haben, in den Hintergrund zu packen. Wenn jedoch der männliche Protagonist dunkelhäutig ist, hätte ich mir gewünscht, dies auch auf dem Cover widergespiegelt zu sehen.

Mein Fazit? „Herz trifft Prinz“ ist eine lockere, erfrischende Liebesgeschichte mit leicht gesellschaftskritischen Anklängen, die vor allem durch ein malerisches Setting und die Harmonie zwischen den Charakteren begeistert. Für Genreliebhaber bedenkenlos zu empfehlen.

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