[Buchgedanken] Aly Mennuti: „Aber der Sex war gut“

Vor kurzem habe ich „Aber der Sex war gut“ von Aly Mennuti gelesen. Das Buch ist 2021 bei Lübbe in der Bastei Lübbe AG erschienen, die Originalausgabe wurde 2020 unter dem Titel „Real Fake“ bei Bolinda Publishing PTY LTD veröffentlicht. Das Buch ist als Liebesroman einzuordnen, für die Übersetzung zeichnet Eva Bauche-Eppers verantwortlich. Vielen Dank an dieser Stelle auch an den Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars über die Bloggerjury.

Annie Shepherd ist eine der bekanntesten Autorinnen der Welt, ihre TRUST ME-Reihe verkauft sich millionenfach. Doch Annie hat auch ein sorgsam gehütetes Geheimnis, das ans Licht zu kommen droht, als ihr Freund, der preisgekrönte Literaturprofessor Joe Duke, überraschend stirbt. Um sich zu retten, muss sie sich mit ihrem größten Feind verbünden: dem Literaturagenten Henry Higgins. Der kommt ihr nicht gerade bereitwillig zu Hilfe, aber auch er hat alles zu verlieren. Und jeder weiß: Was sich neckt, das lernt sich lieben … Oder doch nicht?

„Aber der Sex war gut“ ist nicht nur Liebesroman, sondern auch ein Spiegelbild der Buchwelt und begleitet eine Autorin auf dem Weg zu ihrer literarischen Stimme, ist Ode an den innigen Kontakt zwischen Autor und Leser und prangert mahnend Probleme im Literaturbetrieb an.

Die Handlung ist dabei genrebedingt durchaus vorhersehbar, nichtsdestotrotz aber abwechslungsreich und unterhaltsam, jedoch auch etwas belanglos. Während der Start in den Roman etwas zäh ist, entwickelt sie sich gerade im letzten Drittel zum wahren Pageturner und lässt den Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen.

Die einzelnen Charaktere sind – im Wesentlichen – vielschichtig angelegt, haben Stärken und Schwächen. Hierbei überzeugen vor allem die Nebencharaktere wie der absolute Sympathieträger Will oder Daphne, während Annie und Henry teils etwas blass und eindimensional bleiben, sich aber dennoch auch weiterentwickeln und Hoffnung für Folgebände schaffen.

Aly Mennutis Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen, ist humorvoll, frech, am Anfang aber gewöhnungsbedürftig. Eingestreute Gimmicks – wie der Cameo von Hugh Grant – beleben die Bindung zum Leser und sorgen für eine bessere Identifikation zur Handlung.

Die Buchgestaltung überzeugt ebenfalls im großen und ganzen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz haben sauber gearbeitet, der Buchumschlag ist auf dem Titel und Buchrücken hochwertig geprägt und mit Klappen und farbigen Coverinnenseiten versehen. Insgesamt bleibt das Cover aber – trotz der Farblichkeit – eher schlicht und austauschbar.

Mein Fazit? „Aber der Sex war gut“ ist ein Liebesroman für Buchliebhaber, dessen Handlung gerade in der zweiten Hälfte an Fahrt aufnimmt, insgesamt sein Potential aber nicht vollends ausschöpft. Für Leser des Genres bedenkenlos zu empfehlen, ab dem vom Verlag empfohlenen Lesealter von 16 Jahren.

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